07.08.2009 - Andreas Altenheimer
Liebe Kinder, heute erzählt euch der Onkel GamesWelt-Kritiker ein Märchen. Vor langer, langer Zeit gab es einen Computer namens Commodore 64. Dort war die Grafik in 2D und bestand aus nicht mehr als 16 Farben. Trotzdem gelobte ein amerikanisches Softwarehaus namens Epyx, das Genre der Sportspiel-Olympiaden zu revolutionieren. Als sie mit Summer Games den ultimativen Hit schufen, folgte ein Jahr später die Fortsetzung. Und nun kommt der fabelhafte Teil der Geschichte: Diese Fortsetzung war von Grund auf neu, technisch prächtig modernisiert und besaß nicht eine einzige, bereits bekannte Disziplin.
Solch Luxus ist heute kaum denkbar, doch der Eifer seitens 49 Games hält sich selbst in der modernen EA Sports-Ära in Grenzen. Zu den 26 Sportarten des Vorgängers kommen gerade mal zwei Varianten des Tontaubenschießens, die sich wie kaum ein anderes Summer Ahletics-Pärchen ähneln. Die Ausführung ist simpel: Ihr könnt nicht frei zielen, sondern nur entlang der Flugbahn, welche die Scheiben passieren . Gleichwohl ist Reaktionsschnelligkeit und ein gutes Augenmaß vonnöten, so entpuppt sich der Schwierigkeitsgrad der Schießerei als relativ hoch.
Der Rest ist altbekannt, sei es Sprinten, Springen, Schwimmen, Bogenschießen, Werfen, Radrennen oder Turmspringen. Positiv ist erneut die Vielfalt bei der Steuerung: Am stärksten variieren die einzelnen Wurf- sowie Sprungdisziplinen. Bei den Wettrennen wird zwischen kurzen und langen Strecken unterschieden, wobei erstere Muskelkraft und letztere eher taktisches Kräfteeinteilen verlangt. Die vier Schwimmdisziplinen fordern jeweils verschiedene Kreisbewegungen, die ihr per Joypad oder Wiimote plus Nunchuk ausführt. Selbst bei den beiden Bogenschießen-Wettkämpfen gibt es einen interessanten Kniff: In einem Fall feuert ihr den Pfeil automatisch ab, wenn ihr den Bogen voll gespannt habt. Im anderen Fall bestimmt ihr selber den Abschusspunkt und könnt „entspannter" zielen.
Die meisten Steuerungsarten sind leicht zugänglich, nur bei wenigen solltet ihr die Technik im Vorfeld trainieren. Seid ihr fit, könnt ihr wahlweise eine Meisterschaft odereine Karriere starten oder bei den Berliner Wettkämpfen mitmachen. Leider gleichen sich die Präsentationen dermaßen, dass ein Außenstehender kaum erkennt, welchen Modi der Spieler gewählt hat. Beim Wettkampf müsst ihr euch nach einem Terminkalender richten, während ihr bei der Karriere mit einem schwachen Charakter anfangt und diesen stückchenweise hoch trainiert.
Allein fesselt Summer Athletics 2009 nur kurz, eine Runde zu viert hingegen sorgt aufgrund der leichten Spielmechanik für mehr Spielspaß. Neben Hotseat und Splitscreen gibt es einen neuen koop-Modus für die 4x100m Staffel beim Sprint und beim Schwimmen. Dabei gibt einfach jeder Spieler nach seiner Runde das Pad beziehungsweise Wiimote plus Nunchuk an den nächsten im Team weiter. Die Idee hört sich vielleicht komisch an, simuliert jedoch speziell die Weitergabe des Stabes perfekt.
Mit etwas mehr Mühe bei der Präsentation hätte das Spiel richtig gut sein können. Wir verweisen noch mal auf den alten Commodore 64-Klassiker, dessen sagenhafte Fortsetzung im übrigen aktuell via Virtual Console für die Wii verfügbar ist: Die machte anno 1985 wegen der damals sensationellen Präsentation und den vielen Gags gleich doppelt so viel Spaß. 49 Games hingegen begnügt sich mit schlichten Menüs, hässlichen Polygonfiguren und einem 08/15-Stadionsprecher. Die Optik im Nachbarspiel RTL Winter Sports 2009 wirkt etwas ansprechender.
Ein paar Worte zur Wii-Version: Diese ist der PC- sowie Xbox 360 -Version in manchen Disziplinen überlegen, beispielsweise beim Sprinten oder Bogenschießen. Das Wiimote-Gewackel fühlt sich dort einfach "echter" an als die Joypad-Version... wobei wir nebenbei PC-Besitzern von der Nutzung der Tastatur abraten möchten. Dafür nerven auf der Wii jene Mechaniken, in denen ihr die Wiimote ruckartig nach oben bewegen müsst. Manchmal funktioniert diese nicht, weil ihr zu heftig agiert. Dann wiederum funktioniert es unfreiwillig, weil plötzlich der kleinste Wackler registriert wird. Speziell beim Stabhochsprung sorgt dies für Frust. Last but not least können Besitzer eines Balance Boards ein paar Disziplinen mithilfe von Gewichtsverlagerungen ausprobieren. Der Effekt ist eher mäßig spannend und nur beim Hochsprung wirklich ansprechend. weiter...
Zu viert ist Summer Athletics 2009 ganz brauchbar, zudem es kaum moderne Alternativen gibt. Besitzer des Vorgängers sparen sich jedoch das Geld, denn es steckt zu wenig Neues in diesem Update.
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Kommentare
trurl
Ach geht schon
Das Spiel ist in Freundesrunde ganz lustig (natürlich nur die Wii Version) und ist zudem ja auch noch relativ billig. Passt also schon
Plenusv...
Die heutigen Sommerspiele sind schnell umgesetzte Minispiele womit die Publisher die schnelle Kohle machen wollen. Track & Field war noch super, aber heute lasse ich die Finger von diesem Dreck.
Heoban
Das einzige Summer Athletics das ich jemals gezockt habe war damals auf dem Amiga 500 (BOMBENGRAFIK!)
Alles andere kann man ja wohl nicht als Klassiker bezeichnen ><
Pootch
wer kennt noch das original Track&Field?
Seramis
Das einzige beiden guten Titel waren die beiden Klassiker, und ein erstaunlich spaßiges Athens für Ps2. Das haben wir Stundenlang zu viert gespielt. Damals gab es das in Holland billiger zu kaufen, leider war nur ein holländischer Kommentar drauf, was das ganze aber noch spaßiger gemacht hat :-)
xRAZORx
Mein letztes Spiel dieser Art war 'International Track&Field' für die PSX damals. Heute spielen die meisten ja sowieso Wii Sports (+Resort).