31.07.2009 - Sven Siemen
Die Anfangsgeschichte von Divinity 2 ist einfach zusammengefasst: Rivellon war einst ein Land voller Drachen, die allerdings allesamt von den angesehenen Drachentötern gejagt und erlegt worden sind. Welchen Motivationen diese Drachentöter folgten, erfährt der Spieler leider erst mal nicht. Es bleibt also unbekannt, ob man mit einem fröhlichen „Waidmannsheil" zur nächsten Drachenjagd eilte oder ob die mächtigen Echsen aggressive Intentionen hatten. Unser Held hat gerade seine Ausbildung als Drachenjäger hinter sich gebracht - dumm nur, dass es nur noch ein lebendes Viech von der Sorte in Rivellon gibt. Als frisch gebackener Drachentöter werden wir dann auch noch für investigative Aufgaben eingesetzt, während unser restlicher Orden zur fröhlichen Jagd bläst. Aber ein Schuft, wer Böses dabei denkt, denn letztendlich kommt doch alles ganz anders, als man es vermutet hätte ...
Bei unserer Charaktererschaffung zu Beginn ist erst mal Minimalkost angesagt. Wer ein umfangreiches Klassen- oder Rassensystem erwartet, der wird hier leider enttäuscht. Auch die optischen Mittel sind sehr - nennen wir es mal höflich: bescheiden. Bis auf wenige Frisuren, Bärte und Narben lässt sich wenig bis nichts auswählen. Danach legen wir noch eine Stimme fest, was aber herzlich sinnlos ist, da unser Held in Dialogen eher von der schweigsamen Sorte ist und nur in Kampfsituationen mal karge Kommentare von sich gibt. Zumindest dürfen wir unserem Alter Ego noch einen Namen geben.
Wie bereits erwähnt gibt es kein Klassensystem. Dafür trumpft Divinity 2 mit einem gelungenen Fertigkeitensystem auf. Unser Charakter entwickelt sich also in die Richtung, wie wir sie bei jedem Stufenaufstieg mit unseren vergebenen Fertigkeiten festlegen. Dies hat den Vorteil, dass man in seiner Entwicklung sehr frei ist. Die Fertigkeiten werden dabei in verschiedene Untergruppen unterteilt: Magier, Waldläufer, Priester und Krieger. Hier kann man sich austoben, wie man möchte, sollte sich aber auf höchstens zwei Gruppen spezialisieren, weil man sonst nur schwerlich die stärkeren Fähigkeiten freigeschaltet bekommt. Zudem ist man für die späteren Disziplinen auf Lehrmeister angewiesen, die natürlich auch etwas Lehrgeld haben möchten.
Ich weiß, was du denkst
Anfangs sind wir noch etwas grün hinter den Ohren, sind als frischer Drachentöter aber mit den Fähigkeiten des Gedankenlesens und der Geisterwahrnehmung ausgestattet. Vor allem das Gedankenlesen spielt eine sehr große Rolle, denn Divinity 2 legt Wert darauf, dass sich Quests auf verschieden Arten lösen lassen. Oftmals lohnt es sich, in den Geist seines Dialogpartners zu blicken, denn wie sagte Dr. House so passend: „Jeder Mensch lügt." So gelangen wir an brauchbare Informationen, die uns im Gespräch Zugriff zu ganz neuen Auswahlmöglichkeiten bringen.
Doch Vorsicht: Damit man nicht als Gedanken lesende Bestie durch die Welt schlüpft, kostet uns dies jedes Mal Erfahrungspunkte. Bei besonders willensstarken Charakteren ist ein Erfolg zudem nicht garantiert und die Punkte sind trotzdem verloren. Es muss also mit Bedacht spioniert werden.
Unsere ersten Schritte im Dorf Trümmertal verbringen wir damit, dass wir die Bewohner nach Drachensichtungen befragen. Wie es sich für ein gesundes Rollenspiel gehört, haben diese Dörfler zum einen viel zu erzählen, zum anderen noch ganz andere Probleme, um die wir uns gerne kümmern. Hier legt der Spieler erste Grundlagen für seinen Helden und macht sich mit dem Kampfsystem vertraut, das ähnlich wie bei der Gothic-Reihe funktioniert. Große taktische Finessen sind im Kampf also nicht nötig, es zählt nur, wie man seine Fähigkeiten verteilt. Mit über 50 Fähigkeiten kann man hier aber einiges kombinieren und dürfte so manches Mal, an den Fingernägeln knabbernd, vor dem Steigerungsbildschirm hocken.
Dabei wissen die zahlreichen Quests durchaus zu gefallen, sind durchdacht und lassen sich, wie bereits erwähnt, oftmals auf unterschiedliche Weise lösen. Wir können brachial vorgehen, diplomatisch oder auch gerne mal hinterhältig - die Vorgehensweise ist variabel. Ein allgemeines Gut-oder-böse-System gibt es leider nicht und die Bewohner von Rivellon reagieren meist gleich auf uns - schade. Hingegen können frühe Entscheidungen später bereut werden, denn abhängig davon, wie wir uns entscheiden, kann uns dies im späteren Verlauf noch mal zum Problem werden. Verhalten wir uns irgendwelchen Gruppierungen gegenüber etwas forsch oder wenden uns direkt gegen sie, dann ist es möglich, dass man ihnen im späteren Verlauf des Spiels noch mal begegnet - und so mag es durchaus vorkommen, dass man seine anfängliche Handlungsweise verflucht. weiter...
Divinity 2 ist perfekt, um sich die Wartezeit auf Dragon Age und/oder Risen zu verkürzen.
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Kommentare
whichwitch
ego draconis
Ich habe das Spiel ohne cheats(frustrierend, da schlechtes Balancing)und dann mit einem Trainer gespielt.
Die Grafik finde ich ganz o.k. aber zum guten Rollenspiel fehlt die Stimme des Helden(d.h.wirkliche Sprachausgabe), ein Tag-Nacht-Wechsel und die Begehbarkeit der Häuser,sowie eine etwas besser benutzbare Spielwelt.Man merkt, dass einige Features aus anderen Spielen verwendet wurden(z.B. der Drachturm).Ich warte lieber auf "Risen".
hydr0skunk
Warnung: Wer sich leicht durch Kommentare beeinflussen lässt, in denen ein verwöhnter RPG-Fan auf hohem Niveau lästert, sollte dies bitte überspringen und die Aufmerksamkeit dem nächsten widmen.
Also ich habe Divinity 2 auch schon durchgespielt...
Ich finde es ist kein schlechtes Spiel, ingesamt erfrischend und auch die ein oder andere Quest ist interessanter als man es von anderen Titeln gewöhnt ist...
Nur zum einen ist es zu kurz für meinen Geschmack, selbst wenn man eigentlich alles erkundet, ist man, wenn man Erfahrung in dem Genre hat, in ca. 25 Stunden durch.
Man bekommt nette Dialoge zu hören, das Design insgesamt ist stimmig...
Es gibt leider "nur" 3 Gebiete, man kann es in der Hinsicht mit Gothic 2 vergleichen...Und ich finde die Monster sind so "gewöhnlich" angeordnet, womit ich sagen will, es stehen immer die gleichen Monstergruppen in der Gegend.
Es sind immer z.b. 2 Krieger, 3 Schamanen und 1 Heiler da, die geben auch alle gleich viel Erfahrung (die generell nur von level zu level variiert und nicht von Monster zu Monster)...
Naja man kann immer viel meckern über Spiele. Ich finde es wie gesagt nicht schlecht, aber ich sage es mal so...
Was Oblivion im Design der Welt und der Quests später den Titel "Baukasten" verliehen hat, könnte dieses Spiel in meinen Augen für alles AUSSER Welt & Quests bekommen. Weil abgesehen davon mir immer alles andere (Monster, Gegenstände, etc.) ziemlich gleich vorkam.
Zu bemängeln habe ich auch noch die Balance.
Man kann als Nahkämpfer mit entsprechenden Skills und angepasster Ausrüstung eigentlich alles und jeden ohne Mühe plätten.
Als Bogenschütze hingegen hat man öfter Probleme mit Bosskämpfen und dem ein oder anderen Hauptquest, die sind dann ziemlich unmöglich zu bestreiten wenn man nicht Nahkampf-Hybrid ist...
Mit Magie habe ich nicht gespielt, also kann ich dazu nicht berichten.
Vorallem beim letzten Kampf habe ich mir die Zähne ausgebissen als Bogenschütze, ebenso bei Stone.
Da kommt man sich etwas veräppelt vor, wenn man durchs ganze Spiel angenehm gleiten kann und einen Kaffee trinken kann während dem Kämpfen, aber bei Bossen fast verzweifelt,
besonders wenn man einen riesigen Bossdämon mit Leichtigkeit zurück in die Hölle schickt, während ein größenwahnsinniger Krieger gar übermächtig erscheint (so wie es vielleicht der Dämon tun sollte anstatt dem Krieger)
Als letztes möchte ich noch über Trolle lachen.
Also: HAHAHAHAHAHA!
Jetzt die Erklärung, weshalb:
Die sind einfach extrem schwach!
Ein Imp oder Drachenelf heizt einem mehr ein als ein riesiger Troll mit seiner Keule!
Ich hatte anfangs Angst vor Trollkämpfen, da ich das noch aus Gothic gewöhnt bin dass man die erst im späteren Spiel aufsuchen sollte und selbst dann ziemlich aufpassen musste dass man nicht auf dem Boden liegen bleibt nach einem Schlag...
Naja gut..
Ich weiß ich habe viel gemeckert, aber allein der Fakt dass ich es durchgespielt habe sagt für meine Verhältnisse aus, dass es ein gutes und unterhaltsames Spiel ist, und von denen gibt es momentan sehr wenig.
Hier habe ich einfach nur eine Menge vermisst, das habe ich besonders gemerkt, da ich jetzt nach Divinity 2 angefangen hatte Mass Effect zu spielen und das schon eine ganz andere Klasse ist...dort ist alles rund und man wird ständig überrascht...
Klar, das sind zwei total unterschiedliche Spiele, nur ich merke jetzt erst wie, tut mir leid, "armselig" Divinity 2 in so manchen Bereichen ist.
Aber eine Empfehlung ist es auf jeden Fall für jeden RPG-Fan, und man ärgert sich weitaus weniger als mit Gothic 3
Gut, Bugs findet man auch hier, aber keine, die unbedingt nennenswert wären - man kann es einwandfrei durchspielen und ich denke das Spiel ist in Augen der Entwickler wohl auch "final", was Umfang, Story und Spielwelt angeht.
bregy
nach allem was ich bis jetz gehört und gesehen habe freue ich mich unheimlich entlich auf drachenjagt zu gehen
Huxel1995
Hey ja
ich werd mir das spiel schon besorgen ... da mir nach einen rollenspiel ist und das eine gut auktion zu scheinen ist
hoffe es erfüllt meine erwartungen ... (:
Cheesye
Naaaaja
http://www.amazon.de/dtp-Entertainment-AG-Divinity-Draconis/dp/B001RFGUWO
cu
Cheesye
blade01
Naaaaja
Also so rein vom Testartikel klingt das alles nach Pseudo-RPG.Habs noch nicht gespielt und solange es nicht für die 360 erscheint(kommts denn für Konsole??) werde ich es wohl auch nie spielen können.Aber nach der Testbeschreibung macht mich das jetzt null an.Klingt nach 0815 Story, Grafik ist mir als RPG Fan mehr oder minder egal.Ich kann auch diesen Craftingschrott nicht mehr sehen.Früher mußte man für coole Items und Rüstungen noch nen Mega-Drachen erlegen, war man zu schwach gabs die Rüstung nicht.Heute macht man das Craftingfeature an und tata, der all-mighty-Hero is geboren(sowas ist es jedenfalls in den meisten Games).Weg damit!!
game$de...
Ist ganz gut
Ich finde das Game gar nicht so schlecht vielleicht nicht eins der besten, aber ich glaube es lohnt sich es zu kaufen und durch zu zoocken.
CABAListic
Das Spiel ist doch noch nit solang draussen. Wenn du jetzt sagst du hättest es durch, würde mich die ungefähre Spieldauer mal interessieren. Klingt nämlich so, als wäre es recht kurz. Und sowas darf bei einem Rollenspiel nit sein.
Naja, Release war am 24.7., wobei es bei uns im Saturn schon einen Tag früher zu haben war. Also habe ich Donnerstag abend angefangen und war glaube ich am Dienstag durch. Da ich die Tage mehr oder minder frei hatte und außerdem an den Tagen relativ viele Stunden mit dem Spiel verbracht habe, geht die Spielzeit schon absolut in Ordnung, denke ich. Sicher nicht auf dem Niveau von Baldur's Gate oder Planescape: Torment, aber ungefähr vergleichbar vielleicht mit Gothic 1. Wobei ich das länger nicht gespielt habe, also vielleicht täuscht mich da auch meine Erinnerung
Zottel0815
Weiß nicht. Wahrscheinlich haben sie zu lange auf Details rumgeritten, wie dieser blödsinnige Drachenflug. Mit Divinity hatte der nüscht zu tun. Schön ist auch dieses "Ach es war Krieg und alle Völker, außer Menschen sind tot!" - Prima, braucht man keine zusätzlichen Charmodelle für nichtmenschliche Rassen
Naitsirk
Und ja, vor ein paar Jahren zeigte Larian ein 3D Bild ihres Spiels, allerdings war das damals eine selbstgeschriebene Engine - für Divinity 2 haben sie sich dann ja schließlich für Gamebryo entschieden.
Aber wenn es schon Bilder gab und nur die Engine gewechselt wurd stand sicher schon Story fest. Hab einfach für die Zeit einfach was bessers erwartet und vorallem nicht ein Patch (in kurzer Zeit) im nachhinein.
Aber ich glaub das mit Nachpatchen ist seit Bet on Soldier(zumindest hab ich es ab da stark gespürt das es anfing) eher ne Idee der Entwickler und Publisher.
CABAListic
In meinen Augen geht die Wertung eigentlich in Ordnung. Im Großen und Ganzen hatte ich mit Divinity 2 viel Spaß und werde es tendentiell auch noch einmal durchspielen, aber es hat schon einige Schwächen, die eine Wertung über 80% imho nicht rechtfertigen würden.
- Die vorhandenen Wegschreine und Teleporter sind immer noch relativ dünn gesät, so dass man häufig noch recht weite Lauf- bzw Flugwege hat. Das ist für sich genommen nicht unbedingt tragisch, es wird aber etwas ärgerlich, wenn einem die Quests wieder mal kaum Infos geben, *wo* man eigentlich suchen soll... Überhaupt sind Informationen oft sehr spärlich gesät, wenn man nicht zufällig über den richtigen Ort stolpert, dann kann man sich manchmal tot suchen.
- Die Drachengestalt war für mich eine Enttäuschung. Nicht nur, dass man hier meistens sehr eingeschränkt ist (keine Bodenangriffe, stark begrenzter Luftraum), ich fand auch Kämpfe gegen andere Luftgestalten sehr mühsam. Mit dem Drachenatem bewegliche Ziele anzugreifen, ist mir kaum gelungen, und die Fernkampfangriffe haben eine Aufladezeit.
- Es gab für mich auch ein paar echte Frustmomente in Kämpfen, die ich unfair fand. Sicher, ein paar davon wären mit einer etwas höheren Stufe oder einer besseren Fertigkeitenwahl (die ist bei einem ersten Durchspielen ja eigentlich immer schlecht, wenn man noch nicht weiß, was sinnvoll ist *g*) bestimmt unproblematisch gewesen. Aber es gibt insbesondere zwei Kämpfe, die ich auch jetzt noch für mies halte. Eine davon beinhaltet einen 60s No-Hit Countdown. Die andere findet in Drachengestalt statt, und ich weiß nicht, was die Entwickler da geritten hat, aber meine Gegner hatten allen Ernstes Instant-Kill-Angriffe. Sowas geht imho gar nicht! Darüber hab ich mich schon bei Baldur's Gate aufgeregt, das ist einfach nur ärgerlich.
- Das Ende ist ein echter Spaßkiller, so kann man den Spieler imho nicht zurücklassen. Ich habe nichts prinzipiell gegen einen Cliffhanger für einen Nachfolger, ich habe auch nichts gegen den Plot Twist, der da am Ende passiert. Aber man hätte danach eigentlich schon noch eine ganz kurze Spielszene platzieren müssen, die zumindest ein bestimmtes, sowieso im Nachfolger unvermeidbares, Ereignis herbeiführt. So ist das Ende einfach enttäuschend.
Die Mannen heißen "dtp"
Und ja, vor ein paar Jahren zeigte Larian ein 3D Bild ihres Spiels, allerdings war das damals eine selbstgeschriebene Engine - für Divinity 2 haben sie sich dann ja schließlich für Gamebryo entschieden.
Naitsirk
Larian kann nichts dafür, wenn der Publisher Spiele auf den Markt bringen will
Heoban
Zum Thema Synchro des Haupthelden:
Gräßlich! Schon nach den ersten paar Gegnern hat mich das dumme Gelaber im Kampf und beim looten genervt.
Eine Sprachausgabe bei den Dialogen wäre wünschenswert gewesen.