23.07.2009 - Stephan Fassmer
Die Geschichte von Harrys sechstem Jahr in Hogwarts ist rasch erzählt - zumindest in diesem Spiel. Noch lieb- und zusammenhangloser wäre nur eine Erwähnung in wenigen Sätzen auf dem Cover gewesen. Die komplette Handlung des immerhin 600 Seiten starken Buches wird hier auf ein Dutzend Zwischensequenzen komprimiert. Zwar sind die meisten wirklich wichtigen Ereignisse enthalten, diese werden aber ohne Zusammenhang zu den Missionen erzählt. Wer das Buch nicht kennt und auf den Film gewartet hat, der bekommt hier die Höhepunkte schon vorweg serviert, ohne der Geschichte dahinter folgen zu können. Daher: Erst den Film anschauen und dann das Spiel spielen!

Na schön, ernsthaft zu erwarten war eine umfangreiche Umsetzung der Handlung ohnehin nicht, das war ja auch in den letzten Harry-Potter-Spielen nie der Fall. Immerhin standen die Missionen dort aber noch im Kontext zur Geschichte und brachten diese wenigstens teilweise voran. Davon kann in Harry Potter und der Halbblutprinz nicht mehr die Rede sein. Die Missionen wechseln sich ohne jeden Zusammenhang einfach mit den eingeschobenen Zwischensequenzen ab. Selbst das wäre vielleicht noch zu verzeihen gewesen, aber leider sind die Missionen als solche auch alles andere als spannend.
Nun, das ist nicht ganz richtig. Spannend sie anfangs schon, allerdings gibt es derer nur drei, die sich dann den Rest des Spiels mit leicht gesteigertem Schwierigkeitsgrad einfach wiederholen. Zum einen wären da die Quidditch-Turniere und das Training. Hierbei fliegt ihr auf einer vorgegebenen Route dem goldenen Schnatz hinterher. Die einzige Herausforderung besteht darin, möglichst wenig Wegpunkte (in Form von Sternen, die ihr durchfliegen müsst) zu verpassen, um nicht an Tempo zu verlieren. Das ist nicht besonders schwierig, da euch das Spiel auf dem richtigen Weg hält und ihr euren Flug höchstens leicht korrigieren müsst.
Dann wären da noch die Duelle. Habt ihr erst einmal eine Handvoll Zaubersprüche gelernt, die ihr entweder mit Mausgesten oder Bewegungen des Analog-Sticks ausführt, sind die Zweikämpfe keine wirkliche Herausforderung mehr. Selbst starke Gegner sind mit den immer gleichen Kombinationen leicht besiegt. Die einzig wirklich recht spannende und nicht immer ganz einfache Aufgabe stellt das Brauen von Zaubertränken dar. Hier müssen Zutaten in der richtigen (vorgegebenen) Reihenfolge gemischt, der Kessel muss erhitzt und das Ganze dann noch umgerührt werden. Das klingt erst einmal auch recht simpel, wird aber mit steigender Komplexität der Tränke und dem teilweise engen Zeitlimit zunehmend schwieriger.
Spielt ihr das Spiel geradlinig durch, bekommt ihr nach ungefähr fünf bis sechs Stunden den Abspann zu sehen. Und das, obwohl der Titel durch das ständige Wiederholen der Aufgaben doch sehr gestreckt wirkt. Als Bonusaufgabe habt ihr noch jederzeit die Möglichkeit, durch das Einsammeln von Wappen, die überall in Hogwarts verstreut sind, Punkte zu ergattern, die dann einige Boni freischalten. Das dürfte zumindest für Fans einigermaßen interessant sein, da ihr wie schon im Vorgänger Hogwarts frei erkunden könnt. Außerdem können eure Flugkünste, die Duelle und das Mischen von Tränken jederzeit in den Clubs der vier Häuser trainiert werden.

Dem Erkunden von Hogwarts sind keine Grenzen gesetzt. Allerdings werden bestimmte Areale erst im Laufe des Spiels freigeschaltet. Das ist aber nicht weiter tragisch, da ihr euch nach dem regulären Spiel noch überall herumtreiben könnt. Das Gebäude und das Gelände sind dabei detailliert umgesetzt worden. Leider sind die Texturen ziemlich verwaschen und erwecken den Eindruck, als sei seit dem letzten Titel der Reihe in Sachen Grafik nichts passiert. Richtig gruselig wird es aber in den Dialogsequenzen, wenn die Charaktere wie ausgeschnittene Figuren vor dem Hintergrund agieren. Hier wurde wohl für das Multiplattformspiel die Qualität auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht.
Das gilt auch für die Steuerung. Dank des leichten Schwierigkeitsgrads ist der Titel zwar auch mit Maus und Tastatur einigermaßen zu spielen - Präzision ist aber was anderes. Da war wohl die Steuerung der Wii das Vorbild. Die Mausbewegungen sind dementsprechend ungenau. Beim Fliegen reagiert sie viel zu heftig und beim Duellieren rutscht euch schon einmal der falsche Spruch aus dem Zauberstab. Besonders unangenehm wird es aber beim Mischen der Zaubertränke. Aufgrund des Zeitdrucks verschüttet ihr dabei recht schnell einmal die Zutaten oder eine Rattenniere landet neben dem Kessel. Dank des tollen Soundtracks klingt das Spiel zumindest nicht schlecht. Die Originalsprecher der Hauptcharaktere wirken aber streckenweise gelangweilt. weiter...
Niemand erwartet ernsthaft Wunder bei der Umsetzung eines Harry-Potter-Films. Aber dieses Mal haben die Entwickler fast schon eine Posteule abgeschossen.
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Kommentare
Harry Potter
Nix gegen fans von Harry Potter, aber ich finde Harry Potter einfach beknackt! Aber ich finde auch alle andren Filme wie Harry Potter zum Kotzen und deswegen kotz ich auch beim spiel, wenn ich es spiele.
RE: Eine Posteule abschießen?
Eine Posteule abschießen?
...wo ist das denn ein Sprichwort?
Als ob kasuale HP fans was auf Reviews geben Bzw. sich damit befassen würden.
Jaa, der Stein der Weisen war ganz cool
es war was neues, war ganz interessant, die Story auch ganz neu für ein Game. Nunja, hat sich leider nichts wirklich entwickelt in den nächsten 5 Teilen 
satz mit x das war wohl nix
naja die Harry Potter games waren meiner Meinung nach nie die besonders guten Games obwohl ich den "Stein der Weisen" auf der Playstation 1 total cool fand
Das war ein sogenannter Schnellspritzer.

Eben mal die Welle des Filmerfolgs besteigen und treiben lassen. Schnelles Geld für wenig Arbeit. Tjo, so lange es Fans gibt, wird es auch solche Spiele geben. Den einer von drei kauft den Mist auf jeden Fall.
War ja zu erwarten...
Das ging wohl daneben..