26.06.2009 - Sebastian Thor
Ist es ein schlechtes Zeichen, wenn man im Menü von billigem Gedudel mit anhaftendem Kirmesgeruch begrüßt wird? Ist es ein schlimmes Omen, wenn die Endbosse hier „Böse Pamela" und „Böser Seedolph" heißen? Ist es eines, wenn das Vorhaben durchtriebener Schubladen-Bösewichter mit Wörtern wie „aushecken" umschrieben wird? Wenn Dialoge so belang- und witzlos vor sich hinplätschern, dass man schon nach den ersten paar Zeilen (!) panisch nach einer Taste zum Überspringen sucht? Oder wenn da statt „Game over" ein „Gute Nacht" vom Scheitern kündet?
Nicht, wenn das Spiel hinter der kindlichen Fassade so sympathisch strahlt wie Klonoa. Nicht, wenn es mit einfachen Mitteln so viel Spaß macht. Und vor allem dann nicht, wenn es eines der wenigen ernst zu nehmenden Wii-Abenteuer ist, die derzeit für Nintendos Konsole serviert werden.
Aber man muss Kompromisse machen, die Hoffnung auf ein episches Jump'n'Run à la Super Mario Galaxy runterschrauben, das von kitschig bis einfallslos reichende Aussehen der Figuren akzeptieren und das glitzeräugige Spielkind im Mann noch spüren. Sonst geht man als erwachsener Wii-Spieler schnell in einem Strudel aus Albernheiten, zuckersüßem Artdesign und naiven Dialogsequenzen verloren und wird diesem Abenteuer wenig abgewinnen können, das in seinen besten Momenten herrlich farbenfroh strahlt. Was unheimlich schade wäre, denn trotz sehr überschaubarer 2D-Spielmechanik, trotz einfachen Rätseldesigns und nur weniger spielerischer Überraschungen unterhält Klonoa rund fünf bis sechs Stunden lang so, dass man Wiimote und Nunchuk mit einem Lächeln schwingt.

Wobei „schwingen" eigentlich das falsche Wort ist: Schön ist, dass euch Namco keine Fuchteleien, kein dummes Gehampel oder aufgesetztes Von-hier-nach-dort-Drehen aufdrängt. Alles steuert sich genau so, wie man es von einem klassischen Hüpfspiel erwartet: Mit einer Taste zum Springen, einer zum Angreifen und dem Analog-Stick zum Rennen. Das ist eingängig, das sitzt schon nach den ersten Metern. Und wenn trotzdem noch Fragen offen bleiben sollten, helfen die am Wegesrand stehenden Schilder weiter.
Okay, alles ist bunt, kindgerecht, verträumt und spielmechanisch sofort überschaubar. Braucht man da eine spannende Geschichte? Wäre schön, ja. Gibt es eine? Nein. Die Eckpfeiler heißen „Sonnentempel", „gestohlener Windring", „entführte Sängerin", „König der Finsternis" und „ganz dolle Angst". Als Hauptdarsteller springen Kater Klonoa und Ringgeist Hupo in die Bresche, die den Winddorf genannten Ausgangspunkt verlassen, um alles wieder ins Lot zu rücken, das Goldkelchen zu retten und den Bewohnern des Heimatdorfs wieder ein dickes Lachen auf die Lippen zu zaubern. Na logisch.
Fehlt noch? Genau, das Spielfeld. Das verlagern die Entwickler in eine knallig bunt strahlende Welt, die mit hoch aufragenden Bäumen, glitzerndem Wasser, im Takt des Windes wippenden Riesenblättern und erdfarbenen Felsformationen richtig ansehnlich ist. Später kommen düstere Facetten hinzu, wenn man über einen Friedhof oder durch die Enge staubiger Grüfte springt, wo sich Nebelfetzen zwischen Grabsteinen hindurchzwängen und spärlich verteilte Laternen die einzige Lichtquelle sind. Unterm Strich wurde diese Welt mit so vielen liebevollen Kleinigkeiten gefüllt, dass man gerne für eine Minute stehen bleibt und die Waffen senkt. weiter...
Klonoa ist nicht die Art episches Abenteuer, das die Wii dringend nötig hätte, aber in diesem dichten Gestrüpp aus Fuchtel-Hampel-Fitness-Blödsinn ein schwach glimmendes Zeichen für echte Spieler abseits des Casual-Käfigs.
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Kommentare
Silvere
Hm, 5 Stunden?
Kam mir bei der Playstation 1 damals mehr vor..
Naja, ausgeborgt hatte ich es, bei Baladium aber dann aufgehört. Abgesehen davon, dass der Bossfight NOCH einfacher wurde, ist wenigstens Positiv anzumerken, dass die tolle "Baladiums Drive" ( Youtube!) Musik geblieben ist.
Jau.. ich fand die Klonoa Musik immer klasse.. Zumindest bei den Bossfights *g*
Naitsirk
Da es eigentlich eh kein Vollpreisspiel ist und damit eigentlich mehr für sein Geld bekommt als damals auf der PSX werd ich es mir mal ansehen.
Interessant wär ob bei der Umstellung der Wii hier auch die Sprache sich mitändert.
Ich zittere vor der Finanzkeule, die schlechten Stil niederschmettert, als sei es eine dicke Frau, die sich sabbernd anschmiegt
Finanzb...
Fürchtest du dich schon?!
Wie aufregend.
Finanzb...
Hehe ne keine Angst ich Spring schon net ab ich schreib dir ne PM was ich genau meine am Iphone is mir das bissl zu umständlich. Bis dahin musst du dich gedulden.
Ist es nicht? Wo sind denn die Wiederholungen? Selbst wenn ich die gute Brille und den schicken Hut aufsetze, finde ich keine - zumindest keine, die schlimm wären.

Was ist denn für dich professionell?
"Das Spiel kann voll und ganz überzeugen"
"Genrefans greifen zu"
"Wer sich , kann gerne fünf Prozent drauf rechnen"
"Auf jeden Fall einen Blick wert"
So was? Diese alten Strukturen?
Aber als Finanzberater liest man ja vor allem staubige Texte mit dem Charme eines Gesetzesentwurfs.
Ich bemühe mich beim nächsten Mal
Nicht zu ernst nehmen.
Cheers
Seb
Finanzb...
Schön das wir einer Meinung sind lol und zu früh aufgestanden ist gut dumme Frühschicht. Aber mal ehrlich das Review und sogar Fazit ist sehr gestreckt worden. Und die Wiederholungen im Schreibstil sind eben sehr ermüdent was bei so einem kurzen Text nichts macht aber eben auch nicht sehr professionell ist. Die Kritik war sehr sarkatisch sry aber hat einen konstruktiven Kern... Blah blah...
Wisst ihr das Spiel gefällt mir gleich wie Mad World aber der Umfang solcher guten Spiele ist einfach nur traurig 5-6 Stunden für 40-50 Euro.
xRAZORx
Hätte mehr von dem Spiel erwartet.
AndyDaF...
Was soll denn da anstrengend sein? Bist wohl sonst nicht so ein Leser ne?
Dieses Klonoa sieht aber fast ganz genau so aus wie der damalige Ableger für die PSOne??! Ist doch so oder? Nur grafisch etwas aufpoliert!
wowbagg...
Ach was, das Review ist gut.
Finanzberater ist heute vermutlich nur etwas zu früh aufgestanden. Aber das Wochenende naht.
Was wolltest du denn lesen?
"Die Grafik weiß zu überzeugen und die Steuerung geht gut von der Hand? Ach ja, Genrefans sollten einen Blick riskieren. Leider krankt der Spaß an kleinen Fehlern. Wer darüber hinwegsehen kann, greift zu..."
So in etwa?
Finanzb...
Sehr anstrengend zum lesen dieses Review...
Liegt es an sich ständig wiederholenden Fragen?
Liegt es an der faselden schreibweise?
Liegt es am Redakteur?
Ja, kann sein das es daran liegt.