23.04.2009 - Sven Siemen
Widmen wir uns aber erst mal dem Hintergrund von The Wheelman. Unser virtuelles Alter Ego trägt den wohlklingenden Namen Milo Burik. Mit ein bisschen Phantasie könnte man beinahe eine Ähnlichkeit zu Nico Belic ausmachen - namentlich zumindest. Äußerlich schlägt Milo den guten Nico nämlich um Längen, denn die Figur gleicht dem realen Vorbild Vin Diesel wie ein Ei dem anderen. Da gehört es natürlich zum guten Ton, dass sich der Mann mit der Mörderstimme auch zur Synchro zur Verfügung stellte.

Aber zurück zur Geschichte. Milo ist neu in Barcelona und vermutlich wird er keinen Nobelpreis gewinnen, aber Auto fahren kann er, und das nicht schlecht. Schnell werden wir in die hiesigen Bandenkriege hineingezogen und ein ausgebildeter Wheelman ist in solchen Fällen immer von Vorteil. Also auf in die weiten Straßenschluchten von Barcelona.
Das anfängliche Tutorial startet schnell und furios und macht so dermaßen Laune, dass wir das Gefühl haben, hier ein geheimes Spiel des Jahres serviert zu bekommen. Es beginnt damit, dass wir von einer schwarzhaarigen Schönheit angeheuert werden, ihren Fluchtwagen zu fahren. Da dies zu unseren besten Fähigkeiten zählt, zögern wir nicht lange, fahren der spanischen Policia davon und erhalten erste Einblicke in die Spielmechanik. So steuert sich das Fahrzeug ähnlich wie bei den meisten Sandbox-Spielen, was erst mal nichts Revolutionäres ist.
Was allerdings neu ist, ist die Möglichkeit, das gegnerische Fahrzeug mit dem rechten Stick zu rammen. Nach zwei, drei Ramm-Erfolgen beobachten wir beeindruckt, wie das gegnerische Fahrzeug im Slowmotion-Effekt gegen die Wand knallt, die Leitplanke knutscht oder einfach nur explodiert. Echter Männerspaß! Hinzu kommt, dass wir eine Art Power-Leiste haben, die sich füllt, wenn wir Dinge in der Stadt zerstören, wendig fahren und wenige Unfälle bauen. Lösen wir diese Spezial-Power über das Steuerkreuz aus, können wir unsere Gegner in Zeitlupe gezielt niederstrecken.
Bei Wheelman ist man ohnehin zu 90 Prozent motorisiert unterwegs, sodass die Entwickler großen Wert auf den Fahrzeugkampf gesetzt haben. Gezieltes Zerschießen von Reifen, platziertes Rammen und überzogene Entermanöver gehören hier zur Tagesordnung. Entermanöver? Richtig, denn oftmals müssen wir flüchtende Fahrzeuge stehlen und dabei von unserem Gefährt ins nächste hüpfen - vorausgesetzt, dass wir nah genug dran sind. Das ganze Prinzip von Wheelman macht so viele Laune wie eine neue Beziehung in der ersten Woche. Leider lässt die Realität nicht lange auf sich warten. weiter...
Fetzige Autoschlachten treffen auf unausgegorene Technik. Potenzial zum Hit verschenkt.
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Kommentare
warrior...
Dafür, dass das Spiel soviel kritisiert wurde und es nur zu wenig positives zu berichten gab, ist es mit der Wertung von 72% (3+) noch gut davon gekommen.
DeusExM...
@Awid
...danke für die Aufklärung, mehr davon.
Ich hätte es eh nicht gekauft, da ich eh nicht die Zeit habe, sämtlichen Krams zu spielen, der da so die Marktgosse runtergespült wird.
Aber Deine Zusatzinfo gehört wirklich als große Warnung auf jede Kiste gedruckt.
xRAZORx
AA kann man aber über den Forceware-Treiber oder das Tool Nhancer erzwingen.
Natürlich hat das Spiel berechtigte Kritikpunkte. Die nicht konfigurierbare Gamepad-Belegung ist sicher ärgerlich, aber nur deswegen kann man die PC-Version nicht gleich abwerten, vor allem weil sie eben technisch klar besser ist (Auflösung, AA/AF).
Awid
AA kannste in dem Spiel nicht einstellen, außer ich habe es nicht gefunden. Man kann nur die Auflösung verändern.
Und was nützt mir ein "hübsches" Spiel, wenn genau solche Kritikpunkte frustrierend sind?
xRAZORx
Die PC-Version bietet immerhin höhere Auflösung, schärfere Texturen und AA/AF. Dann ist die Wertung wieder durchaus gerechtfertigt.
Awid
Wie könnt ihr der PC-Version die gleiche Bewertung geben wie den beiden Konsolenversionen??? Alleine schon der Grund, dass das Spiel nur X360-Controller akzeptiert und die Steuerung beim Zielen sehr hakelig ist, ist schon mal ein Grund einige Punkte abzuziehen. Auch das eigene Festlegen der Tasten ist nicht möglich.
Auch ist zu erwähnen, dass einige Rennpassagen sehr stark gescriptet sind. Beim durchgetreten Gaspedal konnte ich nicht auf den Gefangenentransporter aufspringen. Dieser war stets vor mir. Dies gelang erst an einer festgelegten Kurve, wo sich auch der Checkpoint befand. Davor nicht.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Zielbewegungen im Auto im Schneckentempo vonstatten ging. Ich musste öfters die Maus anheben und an den Ausgangspunkt zurück setzen um überhaupt aus dem Seitenfenster zu schießen. Bei diesem Tempo reichte mein Mauspad nicht mehr aus. Auch das erschießen der Polizisten ist nicht möglich. Wenn man einmal verfolgt wird, das Auto seinen Geist aufgibt und 10 Polizisten einem am Allerwertesten hängen, joa, dann siehts finster aus. Denn die blauen Iron-Mens sind verdammt hartnäckig.
Im Großen und Ganzen nur ein kurzweiliger Spaß, und dann aber auch nur wenn man im Auto am Steuer sitzt.