Das alles klingt erst mal gar nicht so uninteressant, zumal schon etwas Bewegung in die Sache kommt. Zumindest ab dem Miami-Abschnitt, wo ihr es mit zwei gegnerischen Familien auf einmal zu tun bekommt. Letztendlich versanden die RPG- und Strategie-Elemente aber dennoch im Nirwana. Warum? Weil ihr recht schnell feststellt, dass eine echte Strategie im Grunde gar nicht nötig ist. Stattdessen schnappt ihr euch ein Team aus sinnvollen Leuten und ballert im Third-Person-Modus alles zu Klump, um die Läden so schnell es geht zu übernehmen.

Das Anheuern von Wächtern wird zur Nebensache. Einfach alle Nebenjobs annehmen, die sich bieten, und ihr sackt schon beim normalen Übernehmen feindlicher Läden so viel Kohle ein, dass ihr nie in Geldnot kommt und immer die maximale Anzahl an Wachen anheuern könnt. Dadurch kommt es selten zu feindlichen Übernahmen und im Normalfall könnt ihr ganz locker alles nach und nach erobern. Ob ihr nun gezielt auf Kartelle geht oder bestimmte Einrichtungen, ist im Grunde absolut irrelevant.
Das Aufwerten eurer KI-Kollegen ergibt hingegen durchaus Sinn. Und sei es nur deswegen, weil sie aufgrund ihres meist etwas dusseligen Vorgehens sonst eher ein Klotz am Bein als eine Hilfe sind. Glücklicherweise gibt es rudimentäre Befehle (zu einer mit dem Fadenkreuz markierten Stelle schicken und folgen). Die tun speziell bei den Kämpfen gegen Mitglieder gegnerischer Familien Not, denn deren Tötung ist meist nur unter bestimmten Bedingungen möglich.
So will der eine mit einem Molotov-Cocktail erledigt werden, der nächste muss erwürgt werden. Habt ihr dabei eure Mannen nicht in sicherer Entfernung geparkt, funken sie euch durchaus mal dazwischen und ruinieren den Job. Habt ihr alle Einrichtungen einer Familie übernommen, geht es zum Sturm auf den Wohnsitz der Chefs. Auch dort ist es nicht damit getan, euch durch die Gegnerscharen zu schießen und den Chef zu erledigen. Nein, das Haus muss unbedingt gesprengt werden.
Einen Betrieb zu übernehmen, sieht nicht ganz unähnlich aus. Ihr ballert die Wachen weg, arbeitet euch bis zum Geschäftsführer vor und nehmt ihn in die Mangel. Jeder Chef hat seine eigenen Schwachstellen. Der eine wird weich, wenn ihr ihm eine Wumme an den Riechkolben haltet, der nächste möchte gern kräftig was aufs Maul bekommen. Töten nutzt euch nichts, der Job ist gescheitert und ihr müsst es erneut probieren, wenn der gute Mann (oder Frau) wieder fit ist. Auch gibt es eine Stelle, an welcher der Widerstand bricht, und eine, an der die Not zum Widerstand wird, sichtlich gemacht durch einen Balken. Diesen Bereich zu finden und maximal auszunutzen, um größtmöglichen Profit zu erzielen, ist das moralisch äußerst fragwürdige Ziel dieser, nun, nennen wir es mal Minispiele.
Moralisch fragwürdig deswegen, weil die Szenen zwar nicht vor Blut strotzen, das Prinzip der Folterung und Nötigung aber recht deutlich erfüllt wird. Speziell wenn es dabei daran geht, Geschäftsführer weiblichen Geschlechts in die Mangel zu nehmen, bekomme zumindest ich auf meine alten Tage irgendwie ein komisches Gefühl in der Magengegend. Es ist eine Sache, Polygonfiguren in Massen über den Haufen zu ballern, das tun wir schon seit es Videospiele gibt, aber Erpressung, Nötigung, Hinrichtungen und Folterung sind da schon irgendwie etwas anderes, auch wenn es nicht explizit dargestellt wird. Vielleicht werde ich langsam weich, aber irgendwo überschreitet Der Pate 2 da bei mir eine Grenze. Die Läden müssen mit den vorgegebenen Mitteln übernommen werden, ob ihr wollt oder nicht. Und genau Letzteres kreiden wir dem Spiel am meisten an. Ihr habt schlicht und einfach nicht die Wahl, es mit anderen Methoden zu versuchen.

Auch sonst gibt es noch einiges zu bemängeln. Sei es die gerade in Innenräumen störrische Kamera oder das grausige Fahrverhalten der Fahrzeuge, gegen das selbst die Motorräder in GTA 4 zuweilen harmlos wirken. Auch die Macken der KI oder das unlogische Verhalten der NPCs gehören dazu. Technisch wirkt das Spiel ungemein veraltet, selbst Saints Row 2 wirkt noch hübsch dagegen: fade Texturen, langweilige Architektur, unübersichtliche Menüs, hölzerne Animationen. Die Effekte sind zuweilen gar nicht mal so schlecht, passen aber irgendwie so gar nicht zum Rest. Wo in GTA 4 alles wie aus einem Guss wirkt, zeigt sich Der Pate 2 irgendwie zusammengewürfelt. Immerhin gehen Soundkulisse und Sprachausgabe in Ordnung. Doch ausgerechnet die Stimme des eigenen Charakters ist eine der unerfreulichsten in dem Spiel. Auch hier wieder Potential verschenkt. weiter...
Das Konzept aus Third-Person-Action und Strategie-Ebene klingt interessant, versagt aber nach einigen Missionen kläglich.
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Kommentare
pannzer
an alle nochmals..
oda schreibs einfach hier rein were genau so nett
pannzer
an alle
hi leite
ich hab ne dringende frage an euch ich versteh einfach nicht wie ich bei Der Pate® II online komme ich hab eigentlich schon alles versucht aber ich komme einfach net ins internet,ich würde ja die kampage weiter spielen aber iwan wird es langweilig so nach dem 8. ma durchzocken, fals jemand weiß woran das liegen könnte kann er mich ja unter www.pannzer@hotmail.de anschreiben were echt net fon euch...
Leon1803
Alsooo wenn das Spiel ne nich so gute grafik hat dann weiss ich nichmehr was ihr für spiele wollt?!
alsoo die cahraktere sind HAMMER gemacht..
sieht man in den wenigsten spielen..
Die explosionen der OBERHAMMER !!
Un Das ganze Spiel ist grafisch qail...
okeee über die steuerung kann man sich wirklich unterhalten aber die is nich scheisse un auch kein manko...
is wie bei allen adnern games auch...
ich kann euch mal ne richtig beschissen steuerung sagen: "Alone in the dark"
da bei der steuerung geht man WIRKLICH kaputt.
Aber der Pate 2 hat eine DEUTLICH bessere wertung verdient.
Nichts zu dem Spiel jetzt mehr.
ihr von gameswelt macht ehhh voll die kack bewertung die man in den MEISTEN fällen nie versteht.
Ich weiss nicht an welchen spielen ihr zur bewertung vergleicht
aber mit den spielen die ihr vergleicht die gibts warscheinlich garnicht.
ich wechsel auf ejden fall zu 4players wo die bewertungen und alles ADNERE AUCH REALISTISCH sind.
so komm ich zum ende meines beitrags.
Wird auch gleichzeitig mein Letzter sein.
Auf Wiedersehen
eua Leon1803
Heoban
Ich persönlich finde die 62% auch etwas zu schlecht bewertet.

das spiel macht durchaus spaß
Brungersm
nun mal ruhig
Schreiberlinge sind Schreiberlinge und Spiele sind Spiele. Ich muss sagen, mir macht das Spiel bis jetzt Spass, und darum gehts, wenns einem keinen Spass macht, dann soll er es nicht kaufen oder wieder weiterverkaufen, so einfach ist das. Der Grafikstil gefällt mir irgendwie, das Fahrverhalten der Wagen und andere blöde Sachen werden sicher bald mit nem Patch behoben. Ich weiss ja nicht, ob man bei dem Spiel auch eine Frau als Spielfigur wählen kann, nun, dann würde sie die Geschäftsführer weich prügeln..also. Das ist wieder so ne Moralgeschichte und ALLEN sollte bewusst sein, das ES HEUTE KEINE MORAL MEHR GIBT...wozu auch??
blade01
Zustimmung
Erstmal
as Spiel sieht mäßig aus, aber Grafik ist nicht alles.Für mich ist das Spiel an sich aber gänzlich uninterressant, ich werde es nicht spielen.Am Artikel selbst muß ich mind. einem Vorredner recht geben.Mir wird da zuviel die Moralkelle geschwungen.Auf objektivität und den Kram will ich garnicht eingehen das haben andere getan, ich frage einfach mal nur warum in einem Mafiaspiel nicht Mittel angewendet werden sollten die im RL sicher öfter als es dem einen oder anderen lieb ist verwendet werden(u.a. von ebend der Mafia).Ich hab kein Problem damit die Mittel anzuwenden die mir das Spiel bietet.Wenn ich das nicht möchte brauch ich kein Mafispiel.Schade ist das das Spiel einen derart einschränkt welche "verwerflichen Mittel" man nutzt.Da sollte man FReiheiten haben, sonst finde ich das völlig ok.Wer keine Gewalt möchte soll Skat oder so spielen

Und etwas zum vertreten der pers. Meinung bzw. subjektiveren Tests:Ich vermisse eure pers. Meinung/Moral bei anderen Themen in denen ich des öfteren darauf warte das endlich der Punktabzug für Bugs/unspielbarkeit/Dreistigkeit oder sowas kommt.Ich beziehe mich da speziell auf EAs FM20XX der seit Jahren komplett verbugt ist(ich habe eure Wertung in dem Thema schonmal im forum angeprangert).Dort schwingt keiner von euch die Moralkeule/Wertungshammer.Wirkt arg willkürlich...
Aber bitte nicht falsch verstehen, bei 80-90% der Tests stimme ich euch zu und mag eure Art.Nur manchmal(wie hier z.b. oder den FM-Tests)Frage ich mich manchmal ob an jeden Test und jedes Game die gleichen Maßstäbe angelegt werden.....
Und bitte, nicht weich werden.Das verträgt sich garnicht mit den Job als Spieletester in der heutigen Zeit
CaseWolf
Ich habe nichts gegen einen Hinweis auf die Ethik eines Spiels, im Gegenteil, Spieletester haben eine gewisse moralische Verantwortung, allerdings keine belehrende. Eine Feststellung das Spiel sei moralisch fragwürdig ist völlig unangebracht, viel besser wäre eine an den Leser gerichtete Aufforderung sich selbst Gedanken über die moralische Fragwürdigkeit aufgrund genannter Aspekte zu machen. Auf keinen Fall aber sollte dies 20% des Reviews zu einem bestimmten Titel ausmachen. Viel besser wäre ein Special zu dem Thema, in dem möglichst sachlich beide Seiten der Problematik thematisiert werden. Mit Freuden würde ich ein solches Special lesen und mich auch an der Diskussion dazu beteiligen. Auch ein Blog für die Redakteure, in dem sie in Kommentar-Form ihre eigene Meinung zu solchen Dingen äußern können, würde mich sehr interessieren. Nur eben in einem objektiven/subjektiven Review zu einem bestimmten (!) Titel nicht.
Außerdem wundert mich, wieso ausgerechnet bei diesem Titel diese Problematik auftaucht. Ich habe den Paten I angespielt und den Titel beiseite gelegt, weil es mir schlicht keinen Spaß gemacht hat und für mich nicht die Atmosphäre des Films kreieren konnte. Moralisch fand ich den Titel aber für 18-jähgrig kaum fragwürdig, auch wenn diese Bedrohungselemte sicherlich viel zu sehr ausgereizt wurden. Wieso jetzt der Pate II diese Thematik so zu spüren kriegt, während Spiele wie Call of Duty 4 oder GTA4 gepriesen werden, erschließt sich mir nicht ganz. Call Of Duty 4 (u.a.) steh ich (persönlich) viel kritischer gegenüber.
Soweit von mir, viele Grüße
Leon
PS: Vielleicht sollte man ein paar Sätze zur Story verlieren, wenn man sie als Negativpunkt ankreidet. Ich habe das Review 2x gelesen und weiß noch immer nicht, worum es in dem Spiel eigentlich geht ;-)
PPS: Ich würde mich WIRKLICH über ein Special zum Thema Gewalt und Computerspiele freuen. Wann bekommen wir denn sowas vorgesetzt? Ich habe schon lange keine Zeit mehr mich ernsthaft mit Computerspielen zu befassen und hab zu dem Thema nur ein gefährliches Halbwissen, bzw. ein veraltetes, da ich kaum neuere Titel kenne. Meine letzte Konsole war der SNES und das letzte Spiel, das länger als 3-4h gespielt habe: HL2
Lorion
Es geht doch nicht um Featurelisten die aussagsloser sind als die Produktbeschreibung auf der offiziellen Herstellerseite, sondern um den objektiven Test eben dieser Feature. Aber gut, objektive Spieletests sind hier nicht erwünscht. Hab ich verstanden.
Die Mühe darf sich dann gespart werden, denn wenn erklärtes Ziel ist die sogenannten Tests möglichst subjektiv auf Blogniveau zu gestalten, dann besteht meinerseits grundsätzlich kein Interesse. *Solche* Meinungen kann ich mir auch in jedem x-beliebigen Spieleforum einholen, nur das die dortigen Leute dann ehrlicherweise keinen journalistischen Anspruch erheben.
Und damit mich die Meinung von Andreas Philipp auch nur ansatzweise interessieren könnte, müsste selbiger erstmal fleissig seine Doppelmoral ablegen, denn einerseits nen GTA4 bejubeln, ohne auf die darin enthaltene Brutalität einzugehen (sich am Auto festhaltende Leute zu Tode schleifen, lockerer Spruch des Protagonisten wenn er nen Fussgänger überfährt usw.), dann aber andererseits beim Paten den Moralapostel raushängen lassen weil man dort Leute verprügeln kann. Dieses mit zweierlei Mass messen lässt die Wertungen noch viel willkürlicher erscheinen als sie ohnehin schon sind.
Und nur um das nochmal abschliessend festzuhalten: mir gehts nicht um die Wertung des Spiels, denn das ist für mich auch nicht mehr als Mittelmass und befindet sich auch schon gar nicht mehr in meinem Besitz, weil weiterverkauft, sondern um die sachlich falsche Darstellung einiger Spielfeature und die vorhandene Doppelmoral.
Nek
Man kann sicher Subjektivität und Objektivität schön trennen, keine Frage. Man muss es aber nicht, wenn es zum selbstgewählten Stil eines Magazins gehört. Wir haben uns vor einem halben Jahr dafür entschieden, noch subjektiver zu werten und analog auch an der Schreibe anzusetzen. Wir wollten weg vom drögen, etwas langweiligen objektiven Spieletest. Wir haben eine Meinung und die vertreten wir auch. Wir wollen unserem Leser direkt vermitteln, ob uns das Spiel Spaß macht oder nicht, was wir gut finden und was nicht.
Wobei man schon differenzieren muss: Der "Spielejournalismus" als solcher ist insofern nicht gleichzusetzen etwa mit der Berichterstattung über politische Ereignisse, wo Neutralität ein wichtiges und sinnvolles Gut ist. Wir besprechen hier ein Produkt, bei dem der objektive Part immer weiter in den Hintergrund rückt und immer mehr der subjektive Part, das "Wie fühlt sich etwas an?", an Gewichtung gewinnt. Wir reden über ein Produkt, das wir gut finden oder nicht, aus Gründen, die wir im Text nennen. Der User kann sich daran orientieren.
Man kann sicher Subjektivität und Objektivität schön trennen, keine Frage. Man muss es aber nicht, wenn es zum selbstgewählten Stil eines Magazins gehört. Wir haben uns vor einem halben Jahr dafür entschieden, noch subjektiver zu werten und analog auch an der Schreibe anzusetzen. Wir wollten weg vom drögen, etwas langweiligen objektiven Spieletest. Wir haben eine Meinung und die vertreten wir auch. Wir wollen unserem Leser direkt vermitteln, ob uns das Spiel Spaß macht oder nicht, was wir gut finden und was nicht. Featurelisten stehen in Kästen neben dem Artikel, wer knallharte Fakten ohne alles lesen will, der kann das genauso, wie der Leser, der eine Meinung hören will - der liest eben im Idealfall den kompletten Text.
Insofern gibt es hier für uns eigentlich nicht viel zu diskutieren - wir werden an unserem Stil nichts ändern, weil es mindestens so viele Befürworter gibt, die sich eben genau darüber freuen, dass wir so sind, wie wir sind. Wir sind nicht die Stiftung Warentest und wollen es auch nicht sein - und wir arbeiten zielgerichtet darauf hin, dass Lorion die persönliche Meinung von Andreas Philipp genauso viel wert ist, wie die eines Jörg Langer oder Heinrich Lenhardt.
Nek
Kann man durchaus noch, nur eben da wo sie hingehört: ins Fazit/den Meinungskasten.
Lorion
Die Erwähnung also solche hat mich gar nicht gross gestört, sondern viel mehr die sachlich falsche Darstellung das man Leute in dem Spiel auf übelste Art und Weise zusammenschlagen *muss*, was de facto so *nicht* stimmt.
Oder wurde im GTA4-Review auch angeprangert das man bspw. mit einer Nutte in eine dunkle Gasse fahren, dort mit ihr Sex haben und sie nach verrichtetem Geschäft einfach abmurksen kann, um sein Geld wiederzubekommen?! Denn auch sowas ist dort möglich, wie ich damals in nem Video auf Gametrailers gesehen hatte und finde ich persönlich nen ganzes Stück makaberer als "bloss" nen paar Leute zu verprügeln (denn die können zu ihren Pixel-/Polygonfamilien zurückkehren, die GTA4-Nutte nicht). Hat sich aber auch niemand drüber aufgeregt (ausser Jack Thompson), weils eben komplett optional ist, genauso wie hier.
Wobei das meiner Meinung nach der grundlegende Fehler ist, denn letztendlich ist es mir doch egal ob dem jeweiligen Tester das Spiel Spass macht, denn das einzig relevante ist doch ob *mir* das Spiel Spass machen könnte.
Dementsprechend sollte ein Test also so aufgebaut sein das der Leser für sich selbst und unvoreingenommen entscheiden kann ob das Spiel etwas für ihn ist und für diese Entscheidung ist die Meinung eines anderen, den man überhaupt nicht kennt, wenig bis gar nicht hilfreich, im Gegenteil erschwert/beeinflusst sie die Entscheidung ggf. sogar noch unnötig, wenn der Test zu sehr von der Meinung des Testers geprägt ist.
Und auch Story, Atmosphäre usw. kann man, wenn man denn wirklich will, möglichst objektiv beurteilen oder zumindest so transparent wie möglich. Denn "die Story ist langweilig und die Atmosphäre stimmt nicht" bringt mir als Leser gar nichts, wenn nicht auch das "Warum" genannt wird bzw. die angesetzten Kriterien erklärt werden.
Das ist genau son Ding. Was interessiert mich die Meinung des Testers über die Grafik? Ich habe Augen, ich kann sehen und bin durchaus in der Lage anhand von Screenshots und Videos eigenständig beurteilen zu können ob *mir* die Grafik gefällt, denn einzig das ist es was zählt.
Für einen Test ist in Bezug auf Grafik einzig und allein der technische Aspekt relevant, den man anhand von Screenshots/Videos ggf. nicht beurteilen kann (Clippingfehler, aufploppende oder matschige Texturen etc.).
Kann man durchaus noch, nur eben da wo sie hingehört: ins Fazit/den Meinungskasten.
RE: Fehlende Infos:
Auch hierzu schnell ein paar Worte: Wenn du die Einzelwertungen aufmerksam gelesen hättest, wäre dir aufgefallen, dass wir auf Basis der Testversion, die wir weit vor Release erhalten haben, mangels Spielern noch keine Möglichkeit hatten, den Multiplayer-Modus ausgiebig zu testen und die Wertung in dem Bereich nachgereicht wird. Was in den nächsten Tagen geschehen wird, nachdem wir heute die finale Version erhalten haben. Und die meisten deiner Punkte beziehen sich nunmal auf den Online-Modus.
Finde es sehr interessant, in welche Richtung die Diskussion hier geht, wobei leider nur einige wenige "Extrem"-Meinungen vertreten sind. Sicherlich ist es richtig, dass in einem Review möglichst viele sogenannte objektive Faktoren einfließen, was wir grundsätzlich auch immer versuchen. Auf der anderen Seite ist es (zumindest mir) aber auch wichtig, die eigene Spielerfahrung rüberzubringen, denn letztendlich ist das nunmal das, was den Spielspaß ausmacht. Ich für meinen Fall kann ein Spiel nicht ausschließlich nach objektiven Mustern bewerten, denn davon gibt es letztendlich nur wenige. Nämlich im Grunde nur die technische Umsetzung. Story, Gameplay und vieles andere sind Dinge, die man eben mag oder nicht.
Ich finde eine gewisse Subjektivität durchaus nicht verwerflich, wobei hier noch anzumerken ist, dass sich offenbar sehr viele daran stören, dass ich in einem (!) Absatz erwähnt habe, dass mir das Spiel in gewisser Hinsicht sauer aufgestoßen ist. Aber ich sehe auch keinen Grund, das zu verschweigen oder zu beschönigen. Was nichts daran ändert, dass ich auch hinreichend auf eher objektive Aspekte wie das eintönige Gameplay, die aufgesetzten Strategie- und RPG-Elemente und die veraltete Technik hingewiesen habe, ebenso wie die weitgehend gute Sprachausgabe, was letztendlich zu der Wertung geführt hat.
Klar, man kann hingehen und quasi jedes Feature auflisten, welche Fahrzeuge, welche Socken der Hauptcharakter trägt und ob es 14 oder 15 Waffen gibt. Aber das sagt imho nichts über die Qualität eines Spieles aus. Ich spiele mittlerweile länger Spiele, als so mancher Leser hier überhaupt auf dem Planeten existiert und hab vielleicht etwas andere Sichtpunkte und Meinungen. Aber ich sehe auch nichts schlimmes daran, diese Meinungen auch zu vertreten. Für mich ist und bleibt Der Pate 2 eine hohle Nuss mit mäßiger Umsetzung und noch mäßigerem Spielspaß, flachen Charakteren, einer quasi nicht existenten Story und einigen für mich (!) bedenklichen Inhalten, weil absolut unreflektiert und konsequenzlos. Ich nehme mir einfach mal das Recht dazu heraus, so etwas zu bemängeln, wenn es zu Lasten des (bzw. meines) Spielspaßes geht. Und nicht auf jedes fizzelige Detail einzugehen, weil das Review dann so lang wird, dass es eh keine Sau liest, weil der Text strunzend langweilig wird und im Grunde nichts aussagt, aber letztendlich nichts daran ändert, ob (mir) das Spiel Spaß macht oder nicht.
Wenn ich das nicht mache, kann ich mir jegliche Form eines Reviews sparen. Dann kann ich mich auch hinstellen und sagen: "Hallo, es gibt Leute, die werden das Spiel lieben, es gibt Leute, die das Spiel hassen und es gibt Leute, denen es einfach egal ist, schreibt euch selber eine Wertung darunter."
Letztendlich kann man in einem Review nur eine Meinung vertreten. Die wird sicher nicht jedem passen, das liegt in der Natur der Sache. Der eine mag dies, der andere jenes. Objektivität in einem Review gibt es definitiv NICHT, da ein Spiel einfach zu viele subjektive Aspekte hat. Die Technik eines Spieles ist schon objektiv bewertbar, der Stil einer Grafik aber schon wieder nicht. Altes Beispiel Grafik von WoW: technisch sicher nicht überragend, der Stil ist Geschmackssache, aber die Umsetzung in Summe rund und stimmig. Wie soll man so etwas objektiv bewerten? Ist WoW deswegen schlechter? Für manche ja, für manche ganz im Gegenteil.
Im Grunde kann man nur eine Meinung darstellen, versuchen damit Denkanstöße zu geben und zur Meinungsbildung beizutragen. Und dabei erwarte ich gar nicht, dass meine Meinung jedem passt. Beispiel Far Cry 2: Dem Spiel hab ich auch "nur" eine Wertung im unteren 80er gegeben und trotzdem wurde es bei den Spiel des Jahres Wahlen zum besten Shooter 2008 erklärt. Warum auch immer, mich hat es über weite Strecken ziemlich genervt, was offensichtlich Punkte waren, die der Mehrheit der Spieler ziemlich wurscht waren.
Aber ich mag mich definitiv nicht in eine Ecke drängen lassen, wo ich einfach nur Fakten und Features runterrappele. Das wäre der Anfang vom Ende, weil mir dann das Testen von Spielen keinen Spaß mehr macht, weil ich keine Meinung mehr vertreten kann. Und am Ende die Wertung mit einem schicken 100er-Würfel aus einem P&P-RPG-Set auswürfeln kann, weil sie eh nicht relevant ist.
Für mich ist ein Test keine Feature-Beschreibung, sondern das Ergebnis dessen, was ich beim Spielen eines Spieles empfunden habe und ob es mir Spaß gemacht hat. Dass damit nicht jeder konform geht, nehme ich billigend in Kauf, weil gar nicht anders machbar.
Lorion
Richtig, allerdings differenziere ich zwischen Wertung und Test.
Das in die Wertung letztendlich auch die Meinung des Testers einfliesst ist klar, daher gebe ich auf die abschliessenden Wertungen eines Tests schon seit Jahren nichts mehr, da sie mir einfach zu willkürlich sind.
Im Test selbst möchte ich aber über die Spielfeature, Sound- und Sprachqualität, Performance und Bugs informiert werden und nicht darüber ob Spielfeature X für den Tester moralisch zu verwerflich ist (um beim aktuellen Beispiel zu bleiben), im besonderen nicht wenn dadurch dann nicht ausreichend genug auf die Spielfeature eingegangen wird (in einem Kommentar hier waren bspw. noch massig Fragen offen, die nen vernünftiger Test eigentlich hätte abdecken sollen!).