06.04.2009 - Andreas Altenheimer
Man nehme: Ein paar Artefakte, welche die Machtgier vereinzelter Herrscher wecken, und ein Familiendrama, wonach die Schwester des Protagonisten entführt wurde. Das zusammengemischt ergibt eine typische Handlung eines typisch japanischen Rollenspiels aus dem Hause Square-Enix. Auch ansonsten bedient sich The Last Remnant bei einigen Standardelementen des Genres: Ihr besucht viele Städte, durchquert mehrere Höhlen, kämpft euch durch große Gebäude und erlebt dabei eine interessante wie harmlose Geschichte.
Der größte Unterschied zum 08/15-Final-Fantasy steckt im Kampfsystem: Anstatt mit einzelnen Charakteren tretet ihr in Verbänden an. Diese maximal fünf Mann starken Truppen befehligt ihr wie einzelne Einheiten, deren Lebenspunkte zusammengepackt wurden. Von ein paar Ausnahmen abgesehen bleibt ein Verband vollständig intakt, bis die gemeinsame Lebensenergie den Nullpunkt erreicht hat.
Natürlich kämpft der Gegner ebenso in Verbänden. Kommt es zu einem Schlagabtausch zwischen einem der euren und einem der seinen, dann blockiert ihr euch gegenseitig. Attackiert anschließend ein weiterer Verband einen solch blockierten, so erleidet dieser mehr Schaden. Dies sind nur die Grundbegriffe eines relativ komplizierten Systems, für das ihr etwas Eingewöhnungszeit benötigt, bis ihr es vollständig verstanden habt.
Leicht übertrieben hat es Square-Enix bei den möglichen Befehlsarten, die je nach Spielsituation und dem derzeitigen Moralstand eurer Truppe anders lauten. Ihr als Spieler habt keinen Einfluss darauf, welche Arten euch im nächsten Zug zur Verfügung stehen. Dies frustriert erstens wegen der doch recht deutlichen Unterschiede, zum Beispiel ob ihr per Magie angreifen, eure Heilkünste einsetzen oder buchstäblich alles geben wollt, und zweitens aufgrund der Undurchsichtigkeit, warum beziehungsweise wann welche Befehle erlaubt sind. Andere Elemente, wie beispielsweise die unterschiedlichen Spezialattribute der Charaktere, werden ähnlich unzureichend erklärt.
Habt ihr das System irgendwann halbwegs im Griff, dann machen die Schlachten richtig Spaß. Die Idee der Verbände vermittelt ein deutlich epischeres Kampfgefühl als bei den üblichen Drei-Mann-gegen-fünf-Monster-Fights der Konkurrenz. Der Umfang profitiert durch eine große Spielwelt und zahlreiche Nebenquests. Die Qualität des Spieldesigns ist ebenso im grünen Bereich und fällt nur in der zweiten Spielhälfte leicht ab, genau wie die dort dezent überhastete Erzählstruktur.
So weit kennen wir die Stärken und Probleme bereits aus dem Xbox-360-Original, jetzt folgt der unvermeidliche Vergleich mit der PC-Umsetzung. Spielerisch fällt nur ein Unterschied richtig auf: Auf Konsole wird zwischen Haupthelden und Standardsoldaten unterschieden, nicht jedoch am Computer. Demnach fiel die Einschränkung über Bord, wie viele dieser Helden ihr gleichzeitig in eure Verbände stecken dürft.
Diese Vereinfachung des Spielkonzepts erscheint wie ein mickriger Bonus gegenüber den technischen Verbesserungen. Allen voran helfen bedeutend schnellere Ladezeiten und eine ruckelfrei realisierte Grafik dem Spielspaß enorm. Letzteres bedeutet: Unter der höchsten Detailstufe verlangt das Spiel zwar einiges an Rechenpower, jedoch mussten wir bei unserem anderthalb Jahre alten Testrechner nur etwas an der Qualität der Schattenberechnung drehen und schon hatten wir ein flottes The Last Remnant zur Hand. Einzig das für die Unreal-Engine 3 typische Aufploppen von Texturen nach jedem Raum- oder Szenariowechsel ärgert nach wie vor.
Die schöne Spielwelt und die gut ausgearbeiteten Charaktere kommen demnach nun besser zur Geltung. Dies ist umso erfreulicher, da beides an eine Next-Generation-Version von Final Fantasy 12 erinnert. Noch besser und im Vergleich zur Xbox-360-Version praktisch unverändert ist der Sound: Die Musik wird Square-Enix gerecht, auch wenn es nicht für einen Platz unter den stärksten Highlights der Videospielgeschichte reicht. Primär während der Kämpfe kommt ein fescher Rockeinschlag zum Einsatz, der erstaunlich gut zur sonstigen typischen Fantasy-Soundkulisse passt.
Abschließend noch eine Kleinigkeit, die konservative Computerspieler stören könnte: Die Steuerung ist sichtlich für Controller designt. Die Benutzerführung ist zwar gut sortiert, jedoch müssen sich all jene umorientieren, die PC-Rollenspiele mit Maus und Tastatur gewöhnt sind. weiter...
Das dramatisch bessere Spieltempo zeigt, dass in The Last Remnant mehr als nur ein paar interessante Ideen stecken.
26.02.2009
Spielt das Action-Rollenspiel an! [7]
23.12.2008
Allgemeine Tipps & Tricks
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Kommentare
Ich find´s gut. Die Zwischensequenzen sind toll, das Kampfsystem ist ( auf dem PC; mit Gamepad) super, und das Spiel macht Spaß. Auch wenn ich´s hin und wieder was schwer finde :-)

Und wirklich viele Alternativen gibts auf dem PC auch nicht. Nur, ohne Gamepad kann mans vergessen
Dem Review
kann man sich nur anschließen. Was mich wirklich störte, war die Steuerung, ohne Gamepad schmeißt man da bald die Nerven weg. Auch sonst sind die Vorteile aber halt auch die Nachteile wie beschrieben. Gutes Review, gutes Spiel (wenns auch besser gegangen wäre).
hab es vorhin angespielt, bin aber (noch) nicht mit der steuerung klargekommen. ich hoffe mein frisch bestelltes gamepad erleichtert mir da einiges.
will auch alle anführer in den squads nutzen können...hoffentlich patchen die das für die xbox nach
Ergänzung
"Vergleich zur Xbox-360-Version praktisch unverändert ist der Sound"
"Die englische Sprachausgabe ist ordentlich."
Tja da hat man wohl was übersehen. Im Gegensatz zur 360-Version gib es nähmlich optional die japanische Synchro spendiert ! Für Hardcorefans ein sehr geniales Feature. Kleines Manko: Die Untertitel sind aufgrund des englischen Synchro-Script erstellt wurden. Somit gibt es einige Defizite wenn man mit jap. synchro spielt.
Gefällt mir das Review, stimme in allen Punkten zu.
Leistungsstarker PC stimmt zwar, wobei imho eine GTX 260 oder HD4870 und ein schneller Dual Core ab 3GHz der Standard für jeden Gamer ist, und mit diesem PC kann man Last Remnant schon auf Max. spielen.
Insgesamt ein sehr gutes Beispiel wie eine Umsetzung auszusehen hat!