23.03.2009 - Andreas Altenheimer
Liebe Kinder, heute möchten wir euch eine Geschichte erzählen. Vor vielen Jahren gab es eine Firma namens Origin. Die war bekannt für ihre berühmt-berüchtigte Ultima-Serie und schuf sich ein zweites Kultstandbein dank Chris Roberts' Weltraumsaga Wing Commander. Fette Zwischensequenzen, lebendig wirkende Charaktere bis hin zum Barmann und ein erstaunlich filmreifer Plot hoben die Messlatte der Atmosphäre in Computerspielen in eine unerreichbare Höhe.
Ein paar Jahre später entwickelten die Mannen um Roberts eine Action-Flugsimulation mit dem Namen Strike Commander. Erneut glänzte die hervorragend inszenierte Geschichte zusammen mit der für damalige Verhältnisse revolutionären Grafik. Seit diesem Tag trauern Fans Action-lastiger Flugsimulationen um einen potenziellen Nachfolger, den Ubisoft problemlos mit Tom Clancy's H.A.W.X. auf die Beine hätten stellen können ... wenn sie nicht so faul gewesen wären.
Die Story eines Spiels ist nicht der Weisheit letzter Schluss, doch muss es denn gleich so platt und lieblos sein wie im Falle von H.A.W.X.? Mit dem besagten Strike Commander hat die Geschichte nur ganz grob das Szenario gemeinsam: Wir erleben eine nähere Zukunft, in der militärische Aktionen immer mehr von privaten Organisationen durchgeführt werden. Doch der große Unterschied zu Origins Kultklassiker ist, dass sämtliche Charaktere absolut austauschbar sind. Sie kommunizieren mit dem Spieler nur in Form mickriger Videofenster in der rechten oberen Bildschirmecke und haben abseits von Befehlsvergabe, Lob oder Tadel nichts Aussagekräftiges zu erzählen.
Der eigene Held bekommt zwar den Namen David Crenshaw aufgedrückt, wird aber kein einziges Mal gezeigt oder gar charakterisiert. Ständig gibt es völlig planlose Zeitsprünge, zwischen denen Monate oder Jahre vergehen. Die Art der Mission lässt euch rein Story-technisch völlig kalt. Ihre Reihenfolge könnte völlig anders aussehen, ohne dass ein Fünkchen Spielspaß hinzukommen oder hinwegfliegen würde.
Sei's drum: Dank der lieblosen Missions-Briefings und des Fehlens aufwändig inszenierter Zwischensequenzen wird schnell klar, dass hier kein neues Strike Commander auf uns wartet. Immerhin ist das Spiel besser und, ganz überraschend, nicht frei von Innovationen. Vor jeder Mission wählt ihr Schwierigkeitsgrad und Flugzeug aus, wobei euch stets ein empfohlener Flieger ans Herz gelegt wird. In der Luft schwebend wartet ihr kurz euer Auftragsziel ab und geht diesem entsprechend nach.
Meist müsst ihr feindliche Einheiten zerstören oder irgendwelche Gebäude beschützen. Das Genre leidet seit jeher an der Problematik, dass es außerhalb dieser stereotypischen Aufgaben kaum Alternativen gibt. Die Entwickler haben sich allerdings Mühe gegeben, zumindest eine Art von Abwechslung vorzugaukeln. Erstens hat jeder Auftrag sein eigenes grafisches Szenario. Zweitens wechseln die Missionen schön brav zwischen Luft-Luft- sowie Luft-Bodenkämpfen ab. Drittens werden manche Bereiche vom Feind per Radaranlagen geschützt, was eure Bewegungsfreiheit einschränkt.
Und viertens besitzen die Gegner ab und an technische Mittel, dank derer sie die Funktionalität eures Fliegers stören können. Denn ihr seid wahrlich mit viel Schnickschnack ausgerüstet: Selbst im höchsten der wählbaren Schwierigkeitsgrade könnt ihr mehrere Dutzend Raketen und Bomben tragen, zudem notfalls eine unbegrenzt einsetzbare MG nutzen. Das an sich schon nützliche Radar lässt sich jederzeit zur Mini-Übersichtskarte umschalten, auf der ihr perfekt sichtbar all eure Ziele sowie Verbündeten vor Augen habt.
Richtig interessant ist das ERS, abkürzend für Enhanced Reality System: Wenn ihr damit ein Ziel anvisiert, dann wird direkt auf eurem Bildschirm ein Kurs eingezeichnet, der euch für euren Angriff zu einem möglichst idealen Anflugwinkel lenkt. Andersherum ist das System auch zum Ausweichen feindlicher Lenkraketen geeignet, wo es euch entsprechend den bestmöglichen Kurs zum Verhindern eines Einschlags berechnet. weiter...
Mir gefällt Ubisofts neues Spin-off der Tom-Clancy-Serie: Im inneren Kern stimmen sowohl Grafik, Sound als auch Atmosphäre.
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Kommentare
Caldeon
Wo Clancy draufsteht
Da man von dem Herrn im speziellen wenig hört seit einigen Jahren, bezweifle ich doch stark, dass er mit den Stories was zu tun hat. Wenn er von dem Spiel überhaupt weiss
nivekkunz
1min Anflug
Aber das ist auch nicht das Problem dieses Spiels.
Ich bin für eine Umbenennung in Tony HAWX - EXTREME SKATEFLYING(tm)
DeusExM...
1min Anflug
ist absolut tolerabel. 1h hingegen NICHT.
Aber das ist auch nicht das Problem dieses Spiels.
Ich bin für eine Umbenennung in Tony HAWX - EXTREME SKATEFLYING(tm)
REDFORD
Bin mal gespannt, was aus dem Download Content wird (die Option existiert schon).
Denke mal, auch andere Spielmodi (online)...
Cryion
Junge, jetz mal echt, wenn Dir das Anfliegen zu lange dauert, was passiert dann wenn Du erstmal einen Simulator ala Black Shark in die Finger kriegst?
Da brauchst Du schon ca 10 min bis Du vom Boden abgehoben bist. Solch ein Spiel ist ein Simulator, und nicht dieser Farbenbrei.
Gruß
war eigentlich von anfang an klar, dass hawx kein neues falcon 4.0 oder was auch immer werden sollte...
idiotischer vergleich.
hotvanilla
MUHAHA:
"Das Anfliegen so mancher Knotenpunkte dauert aufgrund der halbwegs realistisch gestalteten Szenarios gerne mal eine halbe bis ganze Minute, was besonders bei Neuversuchen nervt. Zwar gibt es innerhalb einer Mission eine Hand voll Kontrollpunkte, die jedoch teilweise so doof gesetzt sind, dass ihr zu Beginn und nicht nach der öden Hinfliegerei erneut starten müsst."
Junge, jetz mal echt, wenn Dir das Anfliegen zu lange dauert, was passiert dann wenn Du erstmal einen Simulator ala Black Shark in die Finger kriegst?
Da brauchst Du schon ca 10 min bis Du vom Boden abgehoben bist. Solch ein Spiel ist ein Simulator, und nicht dieser Farbenbrei.
Gruß
Lord_Gngn
Wieso bekommt es dann die volle Wertung ????
hab ich mich auch gefragt
Black...
Darf man dieses Spiel als "Flugsimulation" bezeichnen? Leider zuviel Arcade und wiedermal kein echtes Simulations-Game.
Zoltan
Umfang Die 19 Missionen habt ihr in knapp acht Stunden geschafft. Danach lockt immerhin ein ganzer Batzen voller Herausforderung. Wegen der wenigen Mehrspieleroptionen ganz klar die schwächste Einzelwertung.
Wieso bekommt es dann die volle Wertung ????
Disorder
naja Story ist echt Schrott :/
Spiel an und für sich ist wie schon gesagt eine nette Unterhaltung..
Was mich stört ist dass Manöver im OFF-Modus nicht auch in der Normalen Ansicht funktionieren -.-
Stall lässt grüssen.
Einstein
meiner meinung nach nette unterhaltung. aber zu viel tiefe sollte man wirklich nicht erwarten
wowbagg...
@DeusExMachina:
Mir geht die ultra-konservative Tom Clancy Kalter-Kriegs-Schurkenstaaten-Whatever-Ideologie auch auf den Keks. Ist schon ziemlich grenzwertig.
Davon abgesehen ist mir an dem Spiel wohl zu wenig Fleisch für einen Vollpreiskauf.
xRAZORx
Schade, ich wäre gerne mal wieder durch die Lüfte geflogen am PC, aber diese 50€ sind wohl gespart. Dann bleibt mir noch mein Flight Simulator X.
MalcolmY
Ähhh... "Fans von Flugsimulationen" geht dieses Spiel komplett am allerwertesten vorbei. Das ist ein Actionporno mit Aviationshintergrund.

Ihr würdet CoD4 ja auch nicht als ultrarealistische Ballistiksimulation bezeichnen.
Testet doch mal DCS: Black Shark! DAS ist 'ne Simulation.
DeusExM...
Wo Clancy draufsteht
...ist im Allgemeinen auch weltfremder Schrott drin.
Erst einmal leidet er unter einem gehörigen Kalter-Krieg-Komplex und scheint immer noch zu glauben, dass die Mauer stehen würde.
Dann dieses Machwerk.
Es spielt in der Zukunft, wo Privatfirmen per UN-Beschluss die Lizenz erhalten haben, ihre kleinen Privatkriege zu führen. Ooookay. Dem hätt' ich als Regierungschef auch sofort zugestimmt...
Und diese "Rogue states" haben nichts besseres zu tun, als Beträge irgendwo in Millionen- bis Milliardenhöhe für PRIVATE AIR FORCES auszugeben? (sic!)
Hey... was sonst? Wenn man im Supermarkt ist, bringt man sich neben dem Fladenbrot eben auch noch ein paar MIGs nebst Piloten mit... kost' ja schließlich nix.
Wenn man dann mal davon absieht und sich nur das Spiel betrachtet, stellt man fest, dass es jeden Joystickbesitzer ungefähr so unterfordert, als würde man einem durchschnittlichen Menschen eine Banane in die Hand drücken und dann ganz gespannt zuschauen, ob er es schafft, sie mit seinen Händen zu öffnen... also wirklich...
Und ja, es ist möglich, eine FluSi mit einer ansprechenden Story zu verbinden... zur Not verlegt man das Ganze in den Weltraum und macht ein neues X-Wing, das allein schon ca. um eine Zehnerpotenz komplexer, abwechslungsreicher und spannender war.