01.12.2008 - Andreas Altenheimer
Egal, ob ihr nun ein Fan von Strong Bad & Co. seid oder nicht: In Baddest of the Bands wird jeder von euch mit unserm Antihelden mitfühlen können. Sein Lieblingsvideospiel hat den Geist aufgegeben und muss repariert werden. Doch die Kosten hierfür sind immens, weshalb Strong Bad auf eine eigenwillige Idee kommt: Er organisiert die "Battle Royale of the Bands", wo der besten Musiktruppe ein schickes Preisgeld winkt. Doch damit der Wettbewerb überhaupt zustande kommt, müssen auch genügend Bands antreten. Eure Aufgabe ist es, zunächst Strong Bads Freunde zum Mitmachen zu bewegen und sie anschließend mit mehr oder weniger unfairen Mitteln zu schlagen.
Das Spieldesign ist genau wie bei den Vorgängerepisoden konventioneller Natur und beschränkt sich größtenteils auf klassische Adventure-Rätsel. Der Anspruch ist etwas höher angesiedelt, was einerseits den Profi freut, anderseits jedoch zu Lasten der Nachvollziehbarkeit geht. Ein paar der Puzzles wirken sehr konstruiert, wie beispielsweise Homestars Lied über Liebe und Essen oder der eigene Bandauftritt ganz am Ende der Episode. Ähnlich negativ ist das Auftauchen neuer Gegenstände an bereits besuchten Orten, was diesmal relativ häufig passiert.
Im Gegenzug sind Story, Settings und Zwischensequenzen spürbar professioneller arrangiert, was am neuen Regisseur liegen könnte. Der heißt diesmal Mike Stemmle und ist in der Adventure-Szene kein Unbekannter: Der Mann war immerhin an Klassikern wie Indiana Jones and the Fate of Atlantis oder Sam & Max Hit the Road beteiligt. Allerdings sei gleich gesagt, dass er nicht an diese alten Größen von damals anknüpfen kann. Dazu sind Szenario und einige Rätsel einfach zu freakig.
Insgesamt funktioniert Baddest of the Bands sowohl als eigenständiges Spiel als auch als Teil einer Serie überraschend gut. Mike Stemmle verlässt sich nicht nur auf Insider-Gags, sondern präsentiert ebenso Neulingen ein paar gut getimte Lacher. Wer jedoch Strong Bad's Cool Game for Attractive People bereits kennt und nicht mag, der wird kaum bekehrt werden.
Die wenigsten Veränderungen entdeckt ihr bei Grafik, Sound und Spielumfang: Der schlichte Flash-Stil, die anscheinend gewollt laienhafte Sprachausgabe und die episodenbedingte kurze Spieldauer werden uns wohl bis zum Ende der Saison erhalten bleiben. Relativ bemerkenswert sind nur die Lieder der einzelnen Bands, die absichtlich schräg klingen und dadurch ihren Reiz haben.
Natürlich gibt es auch diesmal wieder ein Spiel im Atari-VCS-2600-Stil, welches an das gute, alte Defender erinnert. Allerdings müsst ihr das Adventure diesmal zwingend durchspielen, weil das besagte Modul jenes ist, das zu Anfang der Episode kaputt geht. weiter...
Gerade was die Story anbelangt, die bislang für ein Episodenkonzept erstaunlich eigenständig ist, gefällt mir das von den Chapman-Brüdern erdachte Universum immer besser.
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