Auch das bedeutet erst mal etwas Umgewöhnung, nicht selten feuert man versehentlich auf ein Objekt, obwohl man nur das Kontextmenü öffnen wollte, was zu ungeliebten Reibereien führen kann. Vieles ist anklickbar, Optionen wurden hinzugefügt - alles schön und gut, wenn man es für sich betrachtet. Doch alles in allem wirkt das Interface jetzt leicht überfrachtet. Man hätte einen gesunden Mittelweg zwischen Information und Spielbarkeit erreichen sollen, welchen die Entwickler nicht zur Gänze erwischt haben. Vor allem die Steuerung mehrerer eigener Schiffe im Flottenverband gestaltete sich im Vorgänger zu unhandlich. Egosoft hat zwar reagiert, doch wirkt das Flotteninterface immer noch zu unübersichtlich und ist bei weitem nicht so intuitiv bedienbar, wie wir es uns gewünscht hätten.
Über ein separates Fenster haltet ihr stets den Überblick über eure Flotte und erteilt darüber auch eure Befehle. Die einblendbaren Monitore oben links und oben rechts helfen dabei etwas, auf dem Laufenden zu bleiben, was rundherum um euch geschieht. Nach wie vor fressen die beiden Anzeigen deutlich Systemressourcen, besonders auf schwächeren Systemen ist es ratsam, von den Monitoren abzusehen. Viel vom Spiel versäumt ihr dadurch nicht.
Das Spiel selbst nimmt euch gehörig in Anspruch, denn mit wenigen Minuten am Tag wird man kein Imperium erbauen können. Es gilt zu handeln, zu erforschen, aber auch zu kämpfen. Ersteres gestaltet sich vom Prinzip her ziemlich simpel. Man kauft Waren von Fabriken oder Stationen und verkauft diese auf anderen Stationen. Der Saldo zwischen An- und Verkaufspreis ist euer Gewinn, der direkt in eure Kasse gespült wird und euch - hoffentlich - zu großen Reichtum führen wird. Denn der Weg dorthin ist lange und mit vielen Steinen gepflastert. Anfänglich schippert man noch mit kleinem Laderaum herum und verkauft überschaubare Mengen an Waren.
Später im Spiel baut man sich durch das so erwirtschaftete Geld, den Credits, eigene Fabriken, Stationen und auch Handelspötte, welche viel mehr Laderaum haben als euer Startschiff. Dadurch nehmt ihr noch mehr Geld ein und könnt auch riesige, miteinander verbundene Fabriken bauen, wodurch ihr euch die Handelsschiffe zwischen den beiden erspart. Dafür sind diese Fabriken auch an den Verbindungsknoten ziemlich anfällig für Feindfeuer und dadurch kann schon einmal die gesamte Produktion ins Stocken bringen. Möchtet ihr den Weg des Händlers nicht einschlagen, bleiben euch noch die Pfade als Pirat oder Kopfgeldjäger offen. Oder ihr verteidigt als Terraner das Sol-System vor den einfallenden Xenon.
Die Story zieht sich über diverse Missionen, welche durchwegs interessant und abwechslungsreich sind, sich aber mit der Zeit nur noch wiederholen. Je nachdem, auf welchen Charakter eure Wahl beim Spielstart fällt, ändert sich entsprechend der Schwierigkeitsgrad. Dadurch sind auch zu Beginn die Credits unterschiedlich, ebenso das Schiff und auch der Startsektor, in welchem ihr eure ersten Aufträge erfüllen dürft. Aber wie bei jedem 'X'-Spiel kann man die Story auch getrost einmal ignorieren und einfach das machen, was man selbst möchte. Dabei müsst ihr aber bedenken, dass beinahe jede eurer Handlungen Folgen nach sich zieht. Allem voran passt sich das Rangsystem an eure Spielweise an, wodurch ihr Zugang zu unterschiedlichen Schiffsausrüstungen erlangt.

Viel wichtiger aber sind die Auswirkungen auf die Wirtschaft. Herrscht in einem Sektor Krieg, steigt die Nachfrage eben nach Waffen und Schilden, und so müssen die passenden Rohstoffe in vernünftigen Mengen produziert und an den Mann gebracht werden. Wer ein klein wenig Gespür für derartiges zeigt (meist aus den schwarzen Bretter der Stationen zu entnehmen), kann so ganz leicht an etwas mehr Credits kommen. Vor allem Missionen oder Waren in gefährlichen Sektoren bieten große Gewinnspannen. Zwar gibt es von den Sektoren mehr als einhundert Stück, trotzdem werden 'Reunion'-Spieler in größtenteils bekannten Raumgefilden umherziehen. Lediglich das Sol-System ist komplett neu für erfahrene Spieler. Schade eigentlich.
Die Entwickler kündigten großartige Verbesserungen hinsichtlich der Grafik an, von denen man größtenteils kaum etwas mitbekommt. Das Spiel zeugt nicht gerade von höchster Performance-Optimierung. Ein Kritikpunkt der Vorgänger wurde allerdings gut aufgegriffen: die Explosionen. In 'X3: Terran Conflict' zerbersten Raumkreuzer, Schlachtschiffe und Stationen in mehrstufigen Feuereffekten. Sieht klasse aus, täuscht aber nicht darüber hinweg, dass man mit dem Spiel nicht so ganz eins werden will. Die Soundeffekte sind guter Durchschnitt, die Hintergrundmusik betont das langatmige Spielprinzip noch stärker. Manchmal wird auch bei den Ansagen von Produkten und Waren auf einer Station gepatzt, wo sich die zwei altbekannten weiblichen Stimmen in die Quere kommen. weiter...
Egosoft schafft es leider auch beim fünften Anlauf nicht, die Steuerung auf ein halbwegs brauchbares und einsteigerfreundliches Niveau zu bringen.
Du bist nicht eingeloggt
Noch keinen Account?
Hier kostenlos registrieren!
Passwort vergessen?
Kommentare
WTFUAR
Dieser Testbericht passt!
Nach fast einem Jahr habe ich TC nun getestet und muss sagen das euer Test im Nachhinein betrachtet sehr treffend gelungen ist.
Konnte mir als Fan der X-Reihe (ohne Scripting-Faehigkeiten) nun ein Bild machen. Als Add-On waer es i.O. aber als Vollpreisprodukt im Vergleich zu anderen Produkten, das Geld definitiv nicht wert. Fuer ein Vollpreisprodukt muss man mehr erwarten koennen als ein klaeglicher Versuch mit einem GUI Ordnung in ein komplexes System zu bringen und es um 10% mehr Content zu erweitern.
Meine ellenlange Liste von Bugs und Optimierungsnotwednigkeiten, die mich schon in Reunion Nerven gekostet hat, ist nicht einmal kuerzer geworden.
spieltrieb
Eben! Investiere, wie bei den Vorgängern, schon wieder einen Großteil meiner Lebenszeit in das Game. ;-)
TheMoon
Welches Spiel hat denn bitte keine Bugs und die Reaktionszeit von Egosoft, was Patches angeht ist ja wohl im Vergleich extrem kurz. Finde dass das Game ein würdiges ende der Reihe ist. Das wichtigste ist eh Gameplay und Atmosphäre und was das angeht, ist das Game super.
targetd...
bugverseucht?
Kann im moment nicht wirklich empfehlen das spiel zu kaufen. Die Storylines sind noch immer schwerstens bugkontaminiert, und auch einige der anderen neuerungen gegenüber x3 funktionieren noch nicht.
Auf jedenfall noch den nächsten patch abwarten, bis dahin ist das game auch wieder billiger.
spieltrieb
X Fans werden sich definitiv an dem Teil erfreuen. Alleine schon wegen der neuen riesigen Handlung die stark auf die Vorgänger anspielt. Aber auch Anfänger werden einen (etwas) leichteren Einstieg haben. Ich finde es jedenfalls Top und denke es bietet alleine schon wegen der umfangreichen Handlung, der neuen Rasse (Terraner) usw. wesentlich mehr als lediglich das Extended Mod, welches ja sowieso schon im Spiel integriert ist.
austinp...
Agree! Bin auch sehr begeistert - wenn man sich die Zeit nimmt, sich da reinzuarbeiten, ist es ein echt sehr ungewöhnliches Spielerlebnis. Finde auch die Wertung deutlich zu niedrig, ich hätte auf jden Fall was mit ner 8 davor gegeben!
TheMoon
Es ist ein Stand Alone Teil und meiner Meinung nach auch viel besser als es im Test steht. Wer die Teile davor kennt, kommt sofort rein und wird sich auch nicht über die Bedienung ärgern. Im Gegenteil, dafür das es wirklich wahnsinnig komplex ist haben die Entwickler die Steuerung sehr logisch und umfassend programmiert. Ich kann jedem nur raten, es wenigstens mal anzuzocken, was besseres in dem Genre wird wohl so schnell nicht kommen.
Star|Sc...
Add On ???
Is das jetz n Add On oder is das ne Stand Alone Version?
Yokomo
Kaufen - ja oder nein?
Danke für diese Infos. Momentan bin ich noch nicht überzeugt worden, auf X3 TC umzusteigen. Ich bleibe lieber bei X3 mit dem Extended Mod (XTM), da habe ich auch schon unser Sonnensystem, die gewohnte Steuerung und kann meinen Joystick und das PC Dash 2 zur Steuerung weiter benutzen.
mfG
Yokomo