28.08.2008 - Andreas Philipp
Die Story von 'Space Siege' klingt schon irgendwie heftig nach Sci-Fi-Story-Baukasten und lässt kaum ein Alien-Klischee aus. Natürlich geht es wieder mal um fiese Außerirdische, diesmal Kerak genannt, die nichts Besseres zu tun haben, als unserer Mutter Erde ordentlich einzuheizen und deren haarlose zweibeinige Bewohner ins Nirwana zu scheuchen. Klappt nicht ganz, zumindest ein Kolonistenschiff mit menschlicher Besatzung entkommt der Ausrottung, auch wenn es an Bord von Kerak wimmelt.
Seth Walker befindet sich ebenfalls an Bord und hat die Aufgabe, in Sachen Alien-Verseuchung nach dem Rechten zu sehen. Wäre alles nicht so schwer, wenn da nicht nebenher immer wieder Cyborgs auftauchen würden - umgewandelte Bewohner des Schiffes. Sollte das etwa was mit den eigenen Plänen des Schiffscomputers Pilot zu tun haben? Klingt alles nicht neu, haben wir alles schon mal gehört, wird aber immerhin ganz ansprechend erzählt anhand von (Funk-)Dialogen, sporadischen Zwischensequenzen und gelegentlichen Sprachspeichern, die ihr an Bord finden könnt.
Das Spiel selbst kommt auf den ersten Blick daher wie ein typisches Iso-Rollenspiel. Schnell bemerkt ihr jedoch, dass Rollenspiel im Grunde Mangelware ist und 'Space Siege' sich eigentlich fast eher wie ein Iso-Shooter spielt - oder spielen würde, wenn die Steuerung nicht so vergurkt wäre. Allein vom Gameplay her schreit eigentlich jeder Nerv des Spielers nach einer WASD-Steuerung, aber ätsch, ihr lenkt Seth per Mausklick durch die Levels und lenkt mit WASD lediglich die Kamera. Das ist im Grunde extrem unintuitiv, zudem führt das Steuerungssystem einige Features ad absurdum.
Gerade bei den Feuergefechten mit den Aliens wünscht man sich schnell die Möglichkeit, ausweichen zu können. Das geht allerdings nur per Knopfdruck und in Cursor-Richtung - und natürlich habt ihr den Cursor im Normalfall auf dem Gegner, sodass eure Rolle vorwärts prompt mitten im Schusshagel endet. Ihr könnt entweder feuern oder euch bewegen, beides zugleich geht nicht. Hinzu kommen kleinere Mängel: fummelige Waffenwechsel, nicht ausreichende Anzahl von Plätzen für Skills im Interface und magere Steuerungsmöglichkeiten für euren Roboterkumpel HR-V.
Im Grunde gibt 'Space Siege' lediglich vor, ein Rollenspiel zu sein, denn rein inhaltlich wird einfach zu wenig geboten. Die Missionen sind zwar klar beschrieben, aber ebenso sind die Levels auch strunzlinear aufgebaut. Die auf der Packung angepriesene Entscheidungsfreiheit ist quasi nicht vorhanden. Klar, ihr könnt euch überlegen, ob ihr Cyborg-Körperteile installiert oder nicht, und damit Menschlichkeit aufgebt. Die Auswirkung ist aber doch eher lapidar und unspannend. Unterm Strich verbringt ihr eure Zeit eigentlich nur damit, alles wegzuballern, was nicht bei drei aus der Luftschleuse gehüpft ist, um dann in endlos langen Rückwegen das schlechte Leveldesign erneut zu genießen. weiter...
Das Pseudo-RPG ist im Grunde nichts anderes als ein Ballerspielchen mit wenig sinnvoller Steuerung. Wäre ja noch spaßig, wenn das alles nicht so langweilig, linear und abwechslungsarm wäre.
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Kommentare
Ist mir unbegreiflich, wie Chris Taylor so ein Ding raushaun kann.
Wahrscheinlich denkt er sich nach "Supreme Commander", daß sich aufwändige Games nicht mehr lohnen.
Nicht überraschend, die Steuerung hab ich ja schon in der Demo angekreidet. Hätten sie das Spiel eher als Action-Geballer ala Shadowgrounds vermarkten sollen.
oh, die demo war ja recht nett, aber ich hatte schon so ein komisches bauchgefühl, das da nix langzeitwirkendes rauskommt... nun hat sich leider mein verdacht bestätigt, schade.