'Windchaser' ist dementsprechend auch ein ausnehmend taktisches Spiel. Vor allem im Kampf kommt dieses zum Tragen. Grundsätzlich funktionieren die Kämpfe nach dem Stein-Schere-Papier-Prinzip. Jede Einheit hat einen bestimmten Kampfstil, entweder Konzentration, Disziplin oder Chaos. Hierbei ist jeder Stil einem anderen unter- und einem überlegen, hat also im Kampf einen Vor- oder Nachteil. Gruppen mit einheitlichen Einheiten sind also gegenüber bestimmten Gegnern stärker - oder auch schwächer.
Da ihr aber gerade zu Anfang nur wenige Einheiten mit unterschiedlichen Kampfstilen habt, ist es wichtig, eine Einheit zum Anführer der Gruppe zu machen, der dem Gegner gegenüber im Vorteil ist. Anführer bringen nämlich auch einen Bonus mit, der kampfentscheidend sein kann. Vor jeder Schlacht müsst ihr eure Gegner also genau studieren. Jede Einheit hat eine besondere Fähigkeit, die im Kampf eingesetzt werden kann. Diese könnt ihr aber nur nutzen, wenn ihr für diesen Kampfstil genug Mana besitzt. Allerdings füllt sich der Manavorrat eines Stils nur während des Gefechts auf, sodass ihr die Stile während des Kampfes unter Umständen des Öfteren wechseln müsst. Das bringt zwar taktische Tiefe ins Spiel, geht aber nicht unbedingt leicht von der Hand.
Da natürlich auch eure Gegner teils recht starke Fähigkeiten haben, die nur mit einer bestimmten anderen Fähigkeit gekontert werden können, kommt ihr hier recht schnell ins Schleudern. Erschwerend kommt hinzu, dass ausgerechnet in den ersten beiden Missionen die Gegner sehr stark sind. So wird eure Heldengruppe ein ums andere Mal ins grüne Gras von Ensai beißen. Das ist zwar nicht allzu tragisch, da die Einheiten nicht wirklich tot sind, sondern im Schneckentempo zum Hauptquartier der Windchaser zurückschleichen, um sich dort zu regenerieren. Zäh und frustrierend wird das Spiel aber dadurch manchmal schon.
Erst im späteren Verlauf werden die Kämpfe ein klein wenig einfacher, da ihr mehr Einheiten und Gruppen habt und eure Charaktere einen höheren Level erreichen. Der Rollenspielanteil von 'Windchaser' ist allerdings nicht sonderlich ausgeprägt. Die drei Hauptcharaktere leveln zwar ihre Attribute durch gewonnene Erfahrungspunkte hoch, neue Fähigkeiten gibt es aber nicht dazu. Anders hingegen bei den Novizeneinheiten, die ihr hier und da rekrutieren könnt. Diese werden nicht nur stärker, sondern können auch mit verschiedenen Fähigkeiten ausgebildet werden. Zum einen sind diese allerdings zur Hälfte passive Anführer-Boni, zum anderen ähneln sich die aktiven Fähigkeiten stark.

Dass jeder Charakter sowieso nur zwei Fähigkeiten - eine aktive und den Anführer-Bonus - hat, bringt Vor- und Nachteile. Einserseits bleiben die taktischen Möglichkeiten einigermaßen übersichtlich, was bei dem Schwierigkeitsgrad durchaus zu begrüßen ist. Andererseits fehlt natürlich der Anreiz einer Charakterentwicklung. Das gilt auch für Gegenstände oder Tränke und die Ausbauten der Windchaser selbst. Hier scheinen die Entwickler tatsächlich den Weg des „weniger ist mehr" gegangen zu sein. Bei der taktischen Tiefe und dem extrem hohen Schwierigkeitsgrad vielleicht eine weise Entscheidung.
Grafisch ist 'Windchaser' zwar nicht auf der Höhe der Zeit, hat aber genug Flair, um durch die Bank zu gefallen. Vor allem die Mischung aus alten technischen Ruinen, mittelalterlichen Städten und lebendigen oder auch toten Landschaften wirkt im Zusammenhang mit der Story überzeugend. Auch die Windchaser mit ihren Ausbauten ist ein echter Hingucker, wenn sie sich auch etwas träge durch die Gegend bewegt. Besonders hervorzuheben ist die ausgezeichnete Synchronisation, die die Story in jeder Hinsicht unterstützt. Auch am restlichen Sound, von der Hintergrundmusik bis zum Vogelgezwitscher in den Wäldern, gibt es nichts zu meckern. weiter...
Versierte – und frustresistente – Strategiefans könnten hieran ihre wahre Freude haben. Für Einsteiger dürfte das Spiel aber ein Alptraum sein.
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Kommentare
Mir gefällts,nettes neues System,mit den Disziplinen.
Mal was anderes.
nur ist es vergleichbar mit einem commandos oder desperados?
Definitiv nein
was nicht ist, kann noch werden!
wenn das spiel taktische tiefe bietet und einen hohen schwirigkeitsgrad, könnte ich es mögen...die frage ist nur, in wie weit das ganze ausfällt...
war ja schon immer ein fan von taktischen gepläkel..
nur ist es vergleichbar mit einem commandos oder desperados?
War mir persönlich zu repetiv das Spiel und an ein paar Stellen auch zu frustrierend.
Dennoch: Für ein Erstlingswerk isses gut.
Allerding sind sechs Punkte in Umfang, für ein Spiel welches "nur" 15 Missionen (mit künstlicherer Verlängerung) hat und keinerlei MP, Skirmish oder Szenarios bieten kann IMO doch recht hoch bemessen.
wow, als anfang ist das doch gut!