26.05.2008 - Jan Höllger
'Mein Wortschatz Coach' ist genauso aufgebaut wie die erfolgreichen 'Gehirnjogging'-Titel aus dem Hause Nintendo. Ein virtueller Trainer begrüßt euch beim ersten Spielstart, verlangt einige Angaben wie Alter oder Geschlecht und überprüft anhand eines Schnelltests euren Wortschatz. Das geschieht mithilfe eines sehr simplen Minispiels, in dem ihr lediglich einen fehlenden Buchstaben in einem Wort per Touchpen beziehungsweise mit der Wiimote auf den Bildschirm zeichnen müsst. Die ausgewählten Wörter sind dabei keinesfalls außergewöhnlich schwer oder Spezialbegriffe, sondern aus dem normalen Alltagsgebrauch.
Viel schwerer wird es später leider auch nicht. Statt uns gut klingende Redewendungen, lateinische Sprichwörter oder selten benutzte Ausdrücke anzubieten, die unseren Wortschatz und damit unsere Ausdrucksweise vielleicht wirklich nachhaltig verbessern könnten, müsst ihr nur Wörter wie "Gerippe", "dünnhäutig" oder "verteilen" richtig schreiben. Immerhin: Taucht mal ein Wort auf, das ihr nicht kennt, wird euch im Anschluss an eine Aufgabe ein Lexikoneintrag mit kurzer Umschreibung präsentiert. Sehr ärgerlich ist allerdings, dass das Spiel Umlaute nicht kennt. Das eben genannte "dünnhäutig" müsst ihr also im Spiel als "dunnhautig" buchstabieren - ein ganz dicker Malus für einen Titel, in dem sich vieles um die deutsche Rechtschreibung dreht.
Neben dem schon erwähnten Minispiel, bei dem man Buchstaben einsetzen muss, gibt es noch fünf weitere Trainingsmöglichkeiten. Bei der "Buchstabensuppe" müsst ihr beispielsweise aus den Buchstaben in der Suppe ein Wort bilden, zu dem euch lediglich eine Umschreibung präsentiert wird. Selbst mit reinem Ausprobieren erreichten wir hier aber locker alle Zielvorgaben. Noch einfacher ist das Minispiel "geteilte Meinung", bei dem ihr euch zwischen zwei Umschreibungen für einen Begriff entscheiden müsst.
Spätestens nach zwei bis drei Durchläufen geht der Spielspaß daher rapide in den Keller, da nützen auch die verschiedenen Schwierigkeitsgrade wenig. Wirklich Laune macht im Grunde nur das Minispiel "Mauerbrecher". Dahinter versteckt sich eine Art 'Tetris'-Klon. Doch statt bei vollen Reihen verschwinden die Blöcke, auf denen einzelne Buchstaben abgebildet sind, nur dann, wenn ihr aus den Blöcken vorgegebene Wörter bildet. Seid ihr zu langsam und die Blöcke erreichen die obere Grenze, ist das Spiel vorbei. In begrenztem Rahmen dürft ihr aber einige Blöcke auf Wunsch wegbomben.
Letzteres ist gerade im Mehrspielermodus recht spaßig, da die weggebombten Blöcke beim Gegner erscheinen. Die anderen Minispiele stehen euch ebenfalls für Mehrspielerduelle in leicht abgewandelter Form zur Verfügung, der Spielspaß hält sich alles in allem aber auch hier in Grenzen. Neben den Mehrspielermodi vergleicht das Spiel überdies eure Fortschritte mit anderen Spielprofilen auf derselben Konsole.
Die Präsentation des Spielgeschehens in 'Mein Wortschatz Coach' ist leider genreüblich sehr übersichtlich und trist. Alle Bildschirme wirken ziemlich lieblos gestaltet, nur selten bekommt ihr mal ein paar Animationen zu Gesicht. Inhaltlich nehmen sich DS- und Wii-Version absolut nichts, auch technisch sehen beide im Grunde gleich aus. Auf Wii wirken die leeren Bildschirme freilich noch unspektakulärer. Dafür werden euch immerhin an der Heimkonsole einige Sätze eures Trainers vorgelesen. In Sachen Steuerung ist die DS-Umsetzung aber die bessere Wahl, denn das Zeichnen von Buchstaben mit der Wiimote ist ziemlich ermüdend, auch wenn die Erkennung recht gut arbeitet. Mit dem kleinen Stylus des DS malt ihr die Buchstaben jedoch mindestens doppelt so schnell auf den Bildschirm. weiter...
Die größtenteils viel zu simplen und auf Dauer öden Minispiele führen allenfalls dazu, dass ich auf die Rechtschreibung der Wörter ein wenig mehr achte.
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