20.05.2008 - André Linken
Wer sich über das "fiese" Ende von 'Tom Clancy's Rainbow Six Vegas' geärgert hat, darf aufatmen - das Sequel bietet die lange erwartete Auflösung. Bis ihr jedoch an diesem Punkt ankommt, müsst ihr euch abermals durch das Herz von Las Vegas kämpfen und bösen Buben das Handwerk legen. Haben wir eben Las Vegas gesagt? Nun, so ganz stimmt das nicht, denn zu Beginn von 'Rainbow Six Vegas 2' schlüpft ihr in die Rolle des Rainbow-Mitglieds Bishop, der sich gemeinsam mit seinen beiden Kollegen - unter anderem ist der bereits bekannte Jung Park mit von der Partie - durch ein Observatorium in den Pyrenäen kämpft. Dies alles spielt sich fünf Jahre vor den Ereignissen des Vorgängers ab, bietet aber storytechnisch kaum einen Mehrwert. Weder bringt ihr wirklich interessante Informationen in Erfahrung, noch wird durch diesen Einsatz die prekäre Lage in Las Vegas klarer - der Einsatz dient lediglich als ein (durchaus gut inszeniertes) Tutorial. Doch das ist nicht der einzige Kritikpunkt an der Storyführung des Spiels; dazu später aber mehr.

Die insgesamt acht Missionen von 'Rainbow Six Vegas 2' führen euch nach dem Ausflug in die Pyrenäen wieder nach Las Vegas - zu der Zeit, in der Logan mit seinem Team ebenfalls in der Lichterstadt agiert. Diese Überschneidung klingt sehr reizvoll und bietet durchaus Potenzial für interessante Storyplots. Doch außer einigen Einblendungen und beiläufigen Erwähnungen kommt ihr nicht mit Logan & Co. in Berührung - Chance vertan. Vielmehr agiert ihr in der Rolle von Bishop, dem ihr im Editor des Hauptmenüs übrigens auch ein weibliches Geschlecht verpassen könnt, an anderer Stelle von Las Vegas. Auch das ist für sich gesehen nicht schlecht - immerhin gibt es genügend Schauplätze, die Stoff für spannende Einsätze bieten.
Das ist jedoch genau der Knackpunkt von 'Vegas 2': Überwiegend kämpft ihr euch mitsamt eurem Team durch dröge Lagerhallen, Tiefgaragen und Fabrikgebäude. Nur selten bekommt ihr mal das Innere einer mit Neonlichtern gefluteten Bar zu Gesicht. Würdet ihr nicht das eine oder andere Mal einige markante Punkte der Stadt am Horizont erkennen, könnte sich die Mission der Einsatztruppe an jedem x-beliebigen Ort der Welt abspielen. Das nagt gehörig an der Atmosphäre, die aufgrund der lustlos vor sich hinplätschernden Story ohnehin schon recht schwer in die Gänge kommt. Selbst das Missionsdesign als solches bietet kaum neue Impulse: Hier mal Geiseln befreien, dort einen Sprengsatz entschärfen - alles schon mal da gewesen; und das auch noch spannender verpackt. Das Spiel tritt diesbezüglich leider auf der Stelle.
Das alles ist umso ärgerlicher, da die Spielbarkeit nach wie vor auf einem hohen Niveau ist. Zwar stellt sich auf Dauer ein leichtes Gefühl der Eintönigkeit ein, doch das Kommandieren des Einsatzteams samt Säuberungs-, Abseil- oder Rettungsaktionen hat einen nicht von der Hand zu weisenden Reiz. Dank der intuitiven Steuerung geht das zudem flüssig von der Hand. Ein Tastendruck reicht aus, um die Kameraden in Deckung gehen zu lassen, Räume zu stürmen oder zum Granatenwurf aufzufordern. Neu ist übrigens die Möglichkeit, Granaten auch auf weiter Flur werfen zu lassen. Ach ja, noch ein Wort zur Deckung: Ab sofort gibt es einige Hindernisse, wie zum Beispiel Schilder oder Holzzäune, die von gegnerischen Projektilen durchdrungen werden können. Vorsicht ist angesagt.
Leider macht euch die KI bei jeder noch so ausgeklügelten Taktik oftmals einen Strich durch die Rechnung. Einerseits verhalten sich die Gegner recht clever und nehmen euer Team nicht selten mit einem Flankenmanöver in die Zange. Nicht weniger selten stehen sie jedoch reglos vor eurem Gewehrlauf und versuchen sich als Kanonenfutter. Ähnliche Höhen und Tiefen durchleben eure Kameraden. Im ersten Moment brillieren diese mit tödlicher Präzision, um schon wenig später die Ausführung eines Befehls zu verweigern oder sich selbst im Weg zu stehen - selten dämlich. weiter...
Fade Story, schwächelnde Technik und die inhaltlichen Kürzungen bringen das Spiel stark ins Straucheln.
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Kommentare
haberlapp
Rainbow Six Vegas 2
Ach waren das schöne 10 Stunden im Multiplayer. Ok, es fehlt an ein paar Seiten...warum gibt es in Las Vegas nur Terroristen und Geiseln die man befreien muss, was ist mit "normalen" Passanten die durch die Gegend laufen, warum gibt es kein Befehlssystem wie z.B. in SWAT 4..??...daraus folgt, dass die beiden KI-Teammitglieder nur störende Mitläufer sind die man im Laufe der Zeit nur braucht um 2 Türen aufzumachen und eine Bombe zu entschärfen. Und gut, nach 10 Stunden schaut man sich dann an und freut sich das man es geschafft hat aber um was für eine Story ging es überhaupt?
Trotzdem hat man ein Lächeln im Gesicht und der rechte Zeigefinger ist leicht angeschwollen. Wow, an Action ist das Spiel nicht zu überbieten , liegt vielleicht auch an der "relaunch"-Funktion wenn man mal das Zeitliche segnet. Dann fängt man 10 Sekunden zu beten an das der Partner diese Zeit im Kugelhagel überlebt bis man wieder am Spiel teilnehmen darf. Diese Funktion hat wohl großen Anteil daran das sich Frustmomente sehr in Grenzen halten. Und wenn gar nichts mehr hilft schnappt man sich einfach eine gescheite MG und schiest alles kurz und klein und es ist einem wurscht ob der Böse gegenüber ein Deckungsschild hat oder nicht. Sowas rockt ungemein.....:-)
Grafisch macht das Spiel unheimlich Spass, die Atmosphäre ist auch nicht von schlechten Eltern, Überraschungsmomente gibt es mehr als genug, kurz und gut es macht einfach Spass.
Meine Wertung daher 80%, mit noch Luft nach oben was Taktik, Teamplay und Umgebung betrifft.
MadBad03
Rainbow Six Vegas 2
So muss man sagen, das das Spiel richtig Spass macht aber eben die Grafik schlechter als wie beim ersten ist.
Vorteil ist das neue Ep System das etwas verbessert wurde.
Die story ist leider schnell durch und fesselt nicht so wie beim Ersten-Teil.
Was auch schlecht ist,das es kaum Neuerungen gibt.
Meine Wertung:84%