Richtig schwer werden die Gefechte jedoch nie, was vor allem an der nicht existenten KI liegt. Wenn ein Bogenschütze versucht, Entfernung zwischen sich und dem Spieler aufzubauen, ist auch schon das Höchstmaß der Gefühle erreicht. Sollte man dennoch mal ein paar Treffer einstecken, können im Inventar in aller Ruhe Heiltränke eingeworfen werden. Obwohl die Kampfanimationen flüssig ablaufen und schön anzusehen sind, will beim virtuellen Gemetzel nur begrenzt Spaß aufkommen: Zu wenig Optionen stehen zur Verfügung und der Kampf gegen mehrere Gegner endet unweigerlich in einem unübersichtlichen Gewusel. Als Mittel zum Zweck dient hierbei ausschließlich Waffengewalt, Magie gibt es nicht.
Wenn die Motivation auf der Strecke bleibtObwohl das Spiel auf einem anspruchsvollen Setting basiert und mit einer im Grunde spannenden Story aufwarten kann, ist die Geschichte selbst als Motivationsfaktor kaum von Bedeutung. Zu stiefmütterlich wird sie präsentiert, Zwischensequenzen sucht man vergebens und die Handlung wird einzig und allein durch lange Gespräche und einzelne Kameraschwenks vorangetrieben.
Die „ultrarealistische, lebendige Welt“ (Zitat Verpackung) trägt kaum etwas zur Atmosphäre bei. So schauen Händler seelenruhig dabei zu, wenn man ihre Lagerkisten ausräumt, Klon-NPCs bevölkern Tag und Nacht die Straßen, das Töten von Stadtwachen hat keinerlei Konsequenzen und selbst die wütendsten Angreifer lassen von einem ab, wenn man sich im nächsten Busch mal eben eine Hose mit den richtigen Vereinsfarben überstreift.
Wenigstens auf der technischen Seite sieht es besser aus: Grafisch kann das Spiel zwar keinen Blumentopf gewinnen, aber die detaillierte und flüssig animierte Welt kann dennoch punkten. Die deutsche Sprachausgabe glänzt zwar mit Abwesenheit, dafür leisten die englischen Sprecher gute Arbeit. Musikalisch wird man mit gut komponierten Stücken unterhalten, die aber keinerlei Gebietsdynamik aufweisen. So klimpern auf der Blumenwiese die gleichen Stücke wie im tödlich verseuchten Sumpf. Erwähnenswert wäre jedoch noch, dass während des Testes keine ernsthaften Bugs aufgetreten sind. Zwar entwickelten Umhänge ein Eigenleben und manchmal steckte man wortwörtlich knietief im Abenteuer, aber kosmetische Fehler behindern wenigstens nicht das Vorankommen. weiter...
Das Spiel ähnelt einem Kaugummi: Hat man ihn einmal durchgekaut, gibt es eigentlich keinen Grund, ihn noch einmal in den Mund zu stecken.
Hard to be a God - Rollenspiel in Arbeit
05.07.2007
Scifi-Titel nach Vorlage der Strugatsky-Brüder ...
03.01.2008
Demo [1]
15.02.2008
Drei hilfreiche Funktionen
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Kommentare
Echt klasse Review!
Ausführlich und Informativ geschrieben. Außerdem sehr sachlich und dennoch ein echt lockerer Schreibstil.
Hab Hard to be a God mal bei einem Kumpel gezockt. War natürlich nicht sehr berauschend.