All diese Elemente klingen vielleicht aufgesetzt, funktionieren in der Praxis aber enorm gut. Mehr noch: Sie verändern auch etwas die Grundspielmechanik, denn ihr müsst nun deutlich strategischer vorgehen, deutlich mehr auf die unterschiedlichen Icons achten und weit mehr vorausplanen als in anderen 'Bejeweled'-Versionen - allein schon, weil ihr stets gegen eine andere Figur spielt, die ebenfalls um Mana ringt, Specials einsetzt und euch mit den Totenköpfen zusetzen will. Damit sind wir aber auch schon bei der Crux: Die vielen RPG-Elemente machen das eigentlich simple Spielkonzept kniffliger, zudem ist der Schwierigkeitsgrad bereits ab Beginn sehr hoch. Einsteiger könnten also durchaus an dem Puzzle-Rollenspiel-Mix verzweifeln.



Die Komplexität spiegelt sich auch im Umfang wieder, zumindest was die Einzelspielerkampagne angeht. Als Held einer von vier Klassen bestreitet ihr ein Abenteuer, dessen Missionen durch viele kurze Story-Zwischensequenzen angetrieben werden. Insgesamt 150 Missionen warten auf die Puzzle-Fans. Sonstige Spielmodi sind dagegen leider rar: Ihr könnt alleine nur noch Sofortspiele (wahlweise gegen einen bestimmten Gegner) anwählen oder aber im lokalen Mehrspielermodus gegen einen anderen User antreten. Mager: Kein Game-Sharing, kaum Spieleinstellungen und keine Online-Möglichkeiten.
Auch im technischen Bereich darf man keine Opulenz erwarten: Die 2D-Grafik ist zwar durchaus stimmig, gerade bei den starren Bildern als Zwischensequenzen, den öden Nebenschauplätzen und der fehlenden Sprachausgabe merkt man 'Puzzle Quest' seine Low-Budget- bzw. Download-Vergangenheit aber klar an. Die epische Hintergrundmusik, so hübsch sie mit ihren Fantasy- und Mittelalterklängen auch zunächst wirkt, geht einem schon bald auf die Nerven - einfach zu undifferenziert.
Unterschiede zwischen den Versionen sind nur technischer Natur. Natürlich versprüht so ein Puzzle-Spiel auf einem Handheld einfach mehr Charme. Die PSP-Fassung leidet ein wenig an häufigen kurzen Laderucklern, dafür wirken die PS2- sowie die Wii-Version pixeliger und sorgen mit dem kleiner dargestellten Spielbrett sowie der fehlenden Breitbildunterstützung für Kopfschütteln sowie Wertungsabzüge. Die Wii-Fassung trifft es insofern noch schlimmer, als die Steuerung dezent verkorkst wurde: Entweder klickt ihr die Kugeln mit nervösem Cursor an oder nutzt das Digi-Kreuz und (zwingend, warum auch immer) die Nunchuk-Erweiterung, die mit einer mäßig praktischen Hot-Button-Funktion ausgestattet ist. Auf DS steuert ihr eigentlich komfortabel per Stylus und Touchscreen, allerdings könnte die Touchscreen-Abfrage sauberer sein und das Spielfeld ist arg klein geraten, ein Vertippen ist ähnlich wie im Wii-'Puzzle Quest' schnell passiert. Die Optik ist auf DS auch sonst mit Abstand am schwächsten. Weiterhin ist das Spiel auf Nintendos Handheld weniger einsteigerfreundlich, da viele Tutorial-Tipps fehlen. weiter...
Die eingeflochtenen Rollenspiel-Elemente sorgen nicht nur für frischen Wind, sondern auch für willkommene strategische Tiefe, Motivation und Umfang. Vorsicht: Suchtgarantie!
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Kommentare
Jul
Das Spiel gibts doch auch für XBL Arcade, oder? Da hab ich mir mal die Testversion gezogen und fand die wunderbar.
Das englische Original hatte wenigstens in den Zwischensequenzen noch Sprachausgabe, die schnitt man in der deutschen Version aber einfach raus. Mich wundert's, dass die kurzen Samples während des Spiels überhaupt übersetzt wurden.