03.07.2000 - Andreas Philipp
Auf seinem Weg nach Osten hinterlässt Diablo einiges an Zerstörung und vor allem jede Menge fiese Monster. Diese zu vernichten und natürlich den drei bösen Brüdern ein Schnippchen zu schlagen, ist euer Job. Euer Weg führt euch von einem Kloster in der Nähe des Dorfes Tristram (bekannt aus dem ersten Teil) über die Wüste um die Stadt Lut Gholein durch den Dschungel von Kurast zum finalen Showdown mit "dem Dicken".
Die Hintergrundstory wird zu Beginn und zwischen den Akten in längeren Videoszenen fortgeführt, in denen der Weg des "Wanderers" beschrieben wird. Weitere Hinweise auf den Fortgang der Geschichte erhaltet ihr in Gesprächen mit den NPCs im Spiel. Das Spiel selber besteht aus vier Akten mit insgesamt 21 Quests, die zum Teil aus mehreren Aufgaben bestehen. Rein von der Aufgabenstellung her hat Blizzard diesmal für etwas mehr Vielfalt und Abwechslung gesorgt. Klar, im Wesentlichen geht es darum, die Monsterhorden niederzumetzeln. Aber die Aufgaben sorgen dafür, dass die Metzelei nicht so sinnfrei wirkt wie im ersten Teil. Und so gilt es, Gegenstände zu finden, Leute zu befreien und Gespräche mit den NPCs zu führen.
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Die vier Akte unterscheiden sich völlig voneinander - erfreulicherweise findet die Monsterhatz diesmal nicht nur unterirdisch statt. Der erste Akt spielt in einer Umgebung, die der aus dem ersten Teil stark ähnelt: Wiesenlandschaften und gelegentliches Buschland, dazu Klosterruinen und unterirdische Dungeons und Höhlen. Auch das gute alte Dorf Tristram findet sich als Bestandteil einer Quest wieder, wenn auch in etwas ... nun, sagen wir anderer Form. Die Level sind hier noch relativ klein und übersichtlich.
Der zweite Akt führt euch in die Wüstenstadt Lut Gholein. Ihr erforscht die Kanäle unter der Stadt, den Keller des Palastes, durchstreift die Wüsten und wandelt in alten Tempeln und Krypten. Hier sind die Levels schon wesentlich umfangreicher; allein in der letzten der sechs Quests des Aktes können (optional) sieben umfangreiche Grabanlagen besucht werden. Das Ambiente der Umgebung ist hervorragend gelungen und mit vielen arabischen und ägyptischen Elementen verschönert. Völlig bizarr: Eine der Quests führt euch in eine Landschaft, die M. C. Escher nicht schöner und durchgeknallter hätte zeichnen können.
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Im dritten Akt schlagt ihr euch durch die Dschungel von Kurast. Tempel im Maya-Stil warten ebenso auf euch wie Sümpfe, verlassene Dörfer und die obligatorischen unterirdischen Dungeons. Über den vierten Akt hüllen wir uns in Schweigen, wir wollen euch ja nicht alles verrraten, ausser, dass die Hölle auf euch wartet ... Auf jeden Fall sind die Level von enormer Grösse, der erste "Diablo"-Teil passt locker viermal in dieses Spiel hinein. Immerhin sorgt eine zuschaltbare transparente und recht detailierte Automap für Übersicht.
Passend zu den unterschiedlichen Umgebungen sind auch die Monster, denen ihr begegnet, hochgradig unterschiedlich. Im ersten Akt trefft ihr noch auf die altbekannten Skelette, Ghule und fiese Jägerinnen. In der Wüste warten Geier, Mumien und Sandwürmer auf euch, im Dschungel Sumpfbestien, wuselige Eingeborene und anderes Viehzeug, um nur einige wenige zu nennen.
Ehrfurchtsvoll verneige ich mich vor dem Thronfolger. 'Diablo 2' ist grösser, schneller, spannender und durchdachter als der Vorgänger.
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