30.07.2007 - David Stöckli
Abgesehen von der Steuerung ist die Wii-Fassung von ’Driver: Parallel Lines’ eine schnörkellose Umsetzung des gleichnamigen PS2- und Xbox-Spiels. Entsprechend hat sich nichts an der Story geändert: Als kleiner Handlanger beginnt der Spieler in der Haut seines Alter Ego TK (The Kid), sich Respekt auf den Straßen als ’Driver’ zu verdienen. 1978 stehen nicht nur die Twin Towers noch, die gesamte Atmosphäre ist funky. ’Starsky & Hutch’-Verschnitte überall und Disco-, Funk- und Soulmusic, wohin man auch geht. TK macht ’Besorgungen’, bringt Autos in der hauseigenen Werkstatt auf Vordermann und macht eine Menge Geld. Es kommt, wie es kommen muss: Nach einem kleinen ’Zwischenfall’ landet TK im Gefängnis. Für 28 Jahre. Hier beginnt der zweite Zeitstrang des Spiels für den Spieler: in New York im Jahr 2006. Nur ein Gedanke ist jetzt noch wichtig für den Antihelden: Rache.
Mit über 80 Fahrzeugen und einem ganzen Waffenarsenal geht es durch die beiden Szenarien und wer das erste Mal in ein Fahrzeug einsteigt, merkt sofort: Die ’Driver’-Serie ist wieder da, wo sie hingehört. Alle Fahrzeuge steuern sich unterschiedlich, brechen verschieden aus und haben Charakteristika, die sie von anderen unterscheiden. Dazu kommt der Tuning-Part des Spiels, wo nicht nur neue Farben, Motorverbesserungen, Nitro und Spielkram an ein Fahrzeug der Wahl angebaut werden können, sondern auch praktische Gimmicks, wie schusssichere Reifen und Fenster, montiert werden dürfen. Fahrzeuge, die in der Garage geparkt worden sind, sind außerdem von vielen Orten aus verfügbar und können in der Werkstatt repariert werden.
In den ersten Minuten zeigt sich gleich, dass Reflections Interactive es geschafft hat, sich mit den Mitteln der Wii ganz nah an den 1998 erschienenen Urvater auf der PSone anzunähern. Natürlich ist die Grafik sehr viel detaillierter und die Aufgaben umfangreicher. Trotzdem steht unkomplizierter Fahrspass an erster Stelle – im Vergleich zum Vorgänger wurden die Levelpassagen zu Fuss deutlich reduziert. Dies ist auf jeden Fall ein positiver Aspekt. Weniger positiv ist die Wii-Steuerung ausgefallen. Diese soll den Spieler zwar mehr ins Geschehen einbinden, im Endeffekt ist sie aber ein Minuspunkt. Das fängt bereits bei der gewöhnungsbedürftigen Steuerung an – die Tastenbelegung des PS2- bzw. Xbox-Controllers wurde recht wild auf Wiimote und Nunchuck verteilt. So steigt ihr etwa mittels Digi-Kreuz in ein Auto ein und justiert zugleich die Kameraperspektive. Wollt ihr die kanone zücken und losballern, dürft ihr direkt auf den Bildschirm zielen. Das klingt zwar spassig, ist im Endeffekt aber hakeliger als mit dem Controller. Der grösste Schwachpunkt der Steuerung ist aber die Handbremse: Wenn ihr die Nunchuck-Einheit nach rechts oder links oder nach oben dreht, betätigt TK die Handbremse. Dummerweise geht das viel zu ungenau vor sich, ausserdem kommt es oftmals vor, dass ihr das Nunchuck versehentlich bewegt oder falsch haltet und so ungewollt einen Fahrfehler provoziert.
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