21.06.2007 - Sören Lohse
Jede Menge verkaufte Einheiten, wochenlang auf Platz eins der Verkaufscharts, in vielen Redaktionen das Spiel des Jahres 2006: 'Anno 1701' brach mit einer spielerischen Leichtigkeit alle Rekorde. Den wohl erfolgreichsten PC-Titel 2006 gibt es nun auch für Nintendos DS. Wir haben uns die Handheld-Variante näher angeschaut und sagen euch, ob die fertige Version des mobilen Pendants mit seinem großen Bruder mithalten kann.
Geht das überhaupt: Strategie auf dem NDS?Skepsis machte sich breit: Ein Strategiespiel mit dem Stylus vernünftig steuern? Und überhaupt: Kommt die nicht gerade für ihre gute Performance bekannte Plattform überhaupt mit einem so anspruchsvollen Titel wie 'Anno' zurecht? Wie soll man sich das nur alles vorstellen? Nachdem wir vor zwei Monaten einen ersten ausführlichen Blick auf eine noch unfertige Version von 'Anno 1701' für den DS werfen konnten, boten sich klare Antworten: Ja, ja und einfacher, als man glauben mag. Gesteuert wird das Aufbaustrategiespiel grundsätzlich komplett über Stylus und Touchscreen. Auf Letzterem findet der Spieler die notwendigen Symbole, die mit einem schlichten Klick Informationen über die Steuereinnahmen, den Warenhaushalt und geforderte Tribute anzeigen. Generell ist das nicht anders als auf dem PC. Lediglich das Bauen gestaltet sich erwartungsgemäß etwas fummeliger: Straßen werden nach dem A-nach-B-Prinzip durch die Landschaft gezogen. Der Spieler legt also zunächst den Start, dann den Endpunkt der Strecke fest. Insbesondere bei längeren Distanzen ist das mitunter eine nervige Angelegenheit. Dafür bereitet das Platzieren von Gebäuden und öffentlichen Einrichtungen keine Kopfschmerzen und geht gut und schnell von der Hand.
Optisch macht 'Anno 1701' eine sehr gute Figur: Schon nach wenigen Klicks wirkt das Kontor belebt, Bürger flanieren hier und da über die gepflasterten Straßen, Händler rücken aus, um die Waren der Produktionsstätten in die Marktplätze zu verladen, Kriegsschiffe schippern über die Weltmeere und der Spieler kann gar nicht anders, als sich an diesem bunten Treiben zu erquicken. Weniger gut gefällt uns da allerdings, dass es lediglich zwei Zoomstufen gibt. Auch auf das Drehen der Karte muss verzichtet werden, de facto spielt man also einen 2D-Titel. Die Kombination dieser beiden Punkte mit dem kleinen DS-Bildschirm ist es, worunter die Übersicht leidet. Die Akustik bleibt zudem – nicht ganz untypisch für die Plattform – zurück: Im Hintergrund dudelt der mäßige Soundtrack, das war's dann aber auch schon. Schade, dass der Nintendo-Handheld nicht über mehr Ressourcen verfügt!
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