13.11.2006 - Sven Mittag
Lara Croft legte Anfang diesen Jahres auf PlayStation 2, Xbox und Konsorten mit 'Tomb Raider: Legend' einen beeindruckenden Neustart hin. Tolles Leveldesign, hübsche Grafik und eine beeindruckende Präsentation ließen die etwas kurze Spieldauer fast völlig vergessen. Mehr als ein halbes Jahr später erscheint nun eine Variante für Nintendos Dualscreen und lässt mit Ausnahme der Präsentation alle Qualitäten der Ur-Version vermissen.
Dabei stimmt der Beginn noch positiv. Die beeindruckenden In-Game-Zwischensequenzen der Xbox- und PlayStation-2-Variante fanden als Render-Videos ihren Weg auf das Cartridge. Teils heftige Pixel und eine leicht krächzende, leider rein englische Sprachausgabe zollen zwar dem begrenzten Speicher des Moduls ihren Tribut, davon abgesehen verliert das Spiel jedoch auch auf Nintendos Handheld kaum seine cineastische Qualität. In der ersten Spielszene selbst zeigt sich jedoch der erste große Unterschied zur Ur-Variante. Wo ihr auf PlayStation 2 noch aus der Verfolgersicht durch schöne 3D-Areale gesprungen seid, seht ihr das Geschehen auf dem DS fest von der Seite. Einzig bei Schusswechseln schaltet das Spiel auf dem unteren Bildschirmrand in eine Art Ego-Ansicht, wo ihr dann via Stylus oder Finger Widersacher totklicken müsst. Das Ganze spielt sich dabei extrem unflüssig und mangels Ausweichmöglichkeiten von Lara hält sich die spielerische Tiefe arg in Grenzen. Dies wäre noch zu verkraften gewesen, wenn zumindest der akrobatische Part des Spiels überzeugen könnte, doch auch hier versagt die DS-Variante von 'Legend' völlig.
Die Steuerung ist extrem ungenau und da ihr euch durch eine 3D-Welt mit fixer Seitlichkamera bewegen müsst, werden gerade komplizierte Sprungpassagen zur reinsten Tortur. Als ob dies nicht schon ausreichen würde, bewegt sich Lara in ihrem Handheld-Abenteuer, als ob man ihr vorab alle Knochen gebrochen hätte, und die ungenaue Kollisionsabfrage sorgt dafür, dass ihr unzählige Male an Gegenständen der Spielwelt hängen bleibt oder durch Plattformen fallt. Serienkenner werden da direkt an den ersten Teil der Endlos-Serie erinnert.
Rennen auf zwei RädernWer leidensfähig ist und die ersten Spielabschnitte meistert, wird im späteren Spielverlauf zumindest mit recht brauchbaren Motorrad-Abschnitten besänftigt. Hier ballert ihr euch auf einem Motorrad durch lineare Rennstrecken und springt über Schanzen oder weicht Barrieren aus. Der spielerische Nährwert dieser Abschnitte hält sich zwar auch in Grenzen, zumindest versagt die Steuerung aber nicht und die auch sonst recht ansehnliche 3D-Optik kommt etwas besser zum Tragen. Gerade dieser Modus hätte sich schließlich auch gut für nette Mehrspieler-Gefechte angeboten. Leider beschränkt sich der Mehrspieler-Aspekt des Titels jedoch nur auf das Tauschen von Gegenständen via Funkübertragung.
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