07.12.2011 - Bernhard Trecksel
Sein Leben hatte Ezio der Rache an den Borgias und dem Stoppen der Templerverschwörung verschrieben, Tausende Feinde haben er und die Assassinen auf ihrem gerechten Feldzug eingesargt. Der Spieler hat diese Geschehnisse ebenso wie die Taten von Ezios Vorfahren Altair stets begleitet: Durch die Augen von einem von Ezios Nachfahren, Desmond Miles. Aber dieser hat deswegen ein Problem: Das unablässige Erinnerungssightseeing hat seinen Verstand zersplittert – Desmonds physische Hülle macht ein komatöses Nickerchen, während seine Geisteskräfte in der endlosen Leere des Animus-Datenkerns umgehen. Hier teilt ihm das einst in den Templerlabors gescheiterte und ebenfalls hier eingekerkerte Subjekt 16 mit, was zu tun ist.
Desmond muss erneut in Ezios Fußstapfen treten und alle Ereignisse zu ihrem ultimativen Ende führen, um einen Ausgang zu finden und so seinen zerfasernden Verstand wieder zusammenzufügen. Erneut ergreift der Spieler dabei die Kontrolle über den stark gealterten Meister-Assassinen, dessen Reife an Lebensjahren mit einem gestillten Rachedurst einhergegangen ist. Ezio sucht nun nach seiner Vergangenheit: Er will seine Wurzeln kennenlernen und seinen rechtmäßigen Platz im Leben finden. Deshalb reist er nach Masyaf, um in der alten Assassinen-Hochburg Antworten zu finden. Hierhin führen ihn nicht nur Visionen seines Ahnen Altair, sondern er stößt zu allem Überfluss noch auf Templer aus Konstantinopel, die wie er auf der Suche nach dem Geheimnis der Feste sind und die versiegelte Kellerbibliothek öffnen wollen.
Am generellen Spielverlauf hat sich dabei seit dem Trilogie-Erstling Assassin’s Creed II nichts Signifikantes geändert: Immer noch rennt, hechtet und klettert Ezio mit der Geschmeidigkeit eines Parcours-Athleten über die güldenen Dächer der Stadt am Bosporus, meuchelt Templertruppen mit Gift, Trickdolchen und allerlei anderem garstigem Schneidgerät. Neu in seinem Arsenal: Hakendolch und Bomben. Ersterer glänzt nicht nur mit besonders fiesen Fatalitys, sondern dient auch als Kletterhilfe und an Seilen als schnelles Zipline-Transportmittel. Zutaten für die Bomben, die gut an jeden Spielstil - von Heimlichkeit über rücksichtsloses Vorgehen - anpassbar sind, können überall in der Stadt gefunden werden. Zudem stellt Ezio im späteren Spielverlauf wieder eine Assassinen-Truppe auf, die diesmal auch in Tower-Defense-Passagen zum Einsatz kommt, und renoviert durch monetären Einsatz nach und nach die ganze Stadt.
Wohltuend vom übrigen Spielprinzip hebt sich aber vor allem die Schlüsselsuche für die Assassinen-Bibliothek ab: Ähnlich wie in den Vorgängern knobeln wir uns fast schon meditativ zur gewohnt fantastischen Musik von Komponistengenie Jesper Kyd durch weitläufige Areale. Alternativ können wir in einer an Portal erinnernden Spielvariante in Egoperspektive den Animus nach Fragmenten durchsuchen, um mehr über Desmonds Geschichte zu erfahren. Oder wir liefern uns Gefechte mit menschlichen Gegenspielern im Mehrspielermodus, an dem sich übrigens im Vergleich zum Vorgänger wenig geändert hat. Apropos Vorgänger: Insgesamt ist das Finale der Trilogie um einiges filmreifer und epischer inszeniert als die Vorgänger und lässt uns zudem bei der Schlüsseljagd in Altairs Haut schlüpfen. Gänsehautmomente sind da garantiert. weiter...
Der massive Umfang des Spiels und all die zwar altbekannten, aber heiß geliebten Aspekte, die bereits die Vorgänger zu wahren Meisterwerken machten, treffen hier auf eine weitaus epischere Erzählweise, Gänsehautmomente satt und befriedigende Antworten auf nahezu alle Fragen der Fans. Zuschlagen!
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Kommentare
So, nachdem ich das Spiel getestet habe komme ich zu folgendem Ergebnis: Für mich ist das Spiel mit optimistischer Wertung 80%.
Zum Spielspaß: Es ist einfach dieses Spielprinzip das so genial ist! Ich denke, es gibt bis heute kein vergleichbares Spiel, daher würde ich hier 90 vergeben.
Umfang: Geht, je nachdem was man unter Umfang versteht. Die Entwickler haben im Gegensatz zu den Vorgängern darauf geachtet, dass es nicht zuviele Farm-Aufgaben werden, aber damit wird der Content immer noch künstlich gestreckt. Hierfür 80, da die Story schnell durch ist.
Steuerung:
Ist immer noch altbacken, stellenweise einfach nicht vernünftig durchdacht. Ebenso ist die Kameraführung teilweise ein Greuel, hierfür 75
Graphik:
Eigentlich sehr gut, nur beschissene Engine. Ruckelt teilweise ohne Grund, ausschalten aller Optionen bringt so gut wie keine Änderung. Die Graphikkarte die ich benutze ist eigentlich weitaus besser, daher liegt das am Spiel noch dazu da die Vorgänger auf Höchstleistung liefen. Bei dem Spiel ruckelt das Spiel mit niedrigsten Einstellungen, daher hierbei leider nur 65, da die Graphik ja an sich gut ist.
Sound: Insgesamt sehr gut und vernünftig gehalten, sauber aber relativ unauffällig. Hierbei 85
Fazit: Assassins Creed Revelations ist ein relativ solider Titel, der aber größtenteils deswegen so gut ist, da er das altbekannte Spielprinzip benutzt. Nichtsdestotrotz haben die Entwickler aus den vorigen Teilen nichts dazugelernt. Das Assassinen-Spielmodell ist zwar gut, aber wieder undurchdacht, da die Aufträge viel zu oft so einfach sind, dass sie auch ohne funktionieren. Überschattet wird das Spiel vor allem von stellenweise unfairen Passagen (Trial/Error-Prinzip hilft lediglich), unausgeglichenem Schwierigkeitsgrad bei Gegnern (Janidscharen = imba, Rest fällt wie die Fliegen!), Tower-Defense das ebenso unausbalanciert ist usw...
Zusammengefasst ein solider Titel der aber längere Überarbeitungszeit gebraucht hätte. Die technischen und spielerischen Mängel sind vor allem Dinge, die auf die Schlamperei der Entwickler zurückzuführen sind. Wäre ich kein eingefleischter Assassins-Creed-Fan gäbe es für mich eine Wertung auf 70er Niveau.
Und wo ist der berühmte "Gefällt mir"-Button?
Ich fand Assassins Creed schon immer mit Abstand das beste und fesselnste Spiel überhaupt. Dementsprechend schaue ich auch nicht abwertend auf neue Features, sondern lasse mich erstmal überraschen!
Und wo ist der berühmte "Gefällt mir"-Button?
Ich fand Assassins Creed schon immer mit Abstand das beste und fesselnste Spiel überhaupt. Dementsprechend schaue ich auch nicht abwertend auf neue Features, sondern lasse mich erstmal überraschen!
Naja, das Problem ist das gesamte System. Hat man eine bestimmte Anzahl an Staedten muss man im Grunde genommen staendig die Assassinen los schicken um zumindest ueber 0% zu bleiben.
Im Normalfall gab es dann 2-4 Missionen, 2 extrem leichte wo die Assassins nur recht kurz 5-8min unterwegs waren, es jedoch auch kaum Kontrolle zurueck gab, dann zumeist noch 2 schwere, wo ein Assassin nicht ausreichte um auf 100% zu kommen.
Also muesste man entweder staendig zu den Assassins-Management-Wandhalterungen rennen oder sie sind ewig unterwegs und damit auch nicht verfuegbar.
Und von der XP her haben bei schon alle das Maximum in Kapitel 4 oder so erreicht gehabt, aber leider koennen ja nur die Master Assassins werden die auch einen Den leiten. Ich weiss nun nicht, was noch kommt, aber so wirklich interessiert es mich auch nicht.
Bei AC:R stimmt irgendwie das Gesamtpaket nicht. Zu kurz, zu klein, zu linear, zu undurchdacht, zu uninteressant.
Und dass man nun einen flinken Greis spielt ist auch so 'ne Sache.
Ganz ehrlich: Das hat mich nie interessiert, wie hoch da der Kontrollwert der Assassinen ist. Hauptsache, meine Brüder und Schwestern sacken massig XP ein und spülen fleißig Geld in die Kasse. Aber das, was du da gerade ansprichst, ist einer der Kritikpunkte bei Assassin's Creed im Allgemeinen: Die Detail-Feinarbeit fehlt, auch wenn das nicht ganz so schlimm ist. Aber solange das nicht perfektioniert wird, wird Assassin's Creed nie den Atmosphäre-Status eines Uncharted erreichen..

Sorry für die Abschweifung, musste gerade sein
Ach, und danke fuer den Link, auch wenn er im Artikel selbst besser aufgehoben waere.
)
(Noch besser waere es natuerlich, wenn ihr diesen Bericht einfach an den anderen dran tackert.
Nein, das mit dem Den Defense fand ich zwar nicht ganz passend, aber ansich noch ganz okay. Einmal gelockt war es ja dann auch vorbei. Zudem mag ich TD-Games.
Ich meine diese anderen Staedte, hat man in AC:B seine Assassins noch in andere Staedte geschickt um sie upzugraden, tut man es in AC:R zwar auch dafuer, aber zusaetzlich um die Staedte einzunehmen und 'Vorteile' daraus zu ziehen.
Mein Problem dabei ist, dass
1. es keinen wirklichen Vorteil bringt, da
a) die Assassinen schnell genug von den Missionen leveln
b) man eh genug Geld hat
c) kaum Bombenmaterial benoetigt wird, da es das zum einen ueberall gibt und zum anderen man die Bomben nur selten benutzt
2. man die Staedte nicht auf ueber 50% Assassinen-Kontrolle bringen kann, wobei die Templar sie vorher zu 100% hatten
3. man selbst nach Einnahme die Assassinen noch staendig hinschicken muss, da der Kontroll-Level stetig sinkt
Fazit: Man bekommt keine wirklichen Vorteile dadurch, man hat nie das Gefuehl es endlich mal abgeschlossen zu haben und somit nervt es auf Dauer nur noch.
Hier findest du den deutlich umfangreicheren Test zur Konsolenversion: http://www.gameswelt.de/articles/reviews/150443-Assassins_Creed_Revelations/index.html

Was für ein "Städte-Spiel" meinst du? Denkst du da an Den Defense bzw. die Festenverteidigung? Die kommt ja auch nur, wenn du ständig gesucht wirst und die Templer dann deine Festen angreifen.
Viel schlimmer finde ich, dass der Bekanntheitsgrad beim Restaurieren von Läden steigt..
Also wo die 90% her kommen wuesste ich gern. Aber da es ja als PC-Gamer ein Problem ist den Konsolen-Test zu finden und dieser Test hier fuer den Allerwertesten ist, werde ich es wohl nie erfahren.

Warum fuegt ihr nicht einfach einen 1-2-seitigen Nachtest beim Konsolen-Test an? Ich meine das hier ist doch nun wirklich laecherlich (nichtssagend).
Und davon mal abgesehen kann ich die 90% beim besten Willen nicht nachvollziehen. Klar, es ist besser als AC1, aber liegt imho weit unter AC2 und AC:B. Warum?
- sehr kleine Stadt
- extrem linear, fehlende Auswahlmoeglichkeiten bei Missionen
- man kann von Anfang an alle Shops, etc. kaufen (nach Einahme des Gebiets), bei AC:B wurde es erst nach und nach freigeschaltet (nach Voranschreiten der Story)
- nerviges und ueberfluessiges Staedte-Spiel
- viele kleine Design-Fehlentscheidungen
- wenig motivierend
...
Naja, nur meine Meinung...
@Umfang: Andere sagen sie haben es in der Haelfte der Zeit von AC:B oder AC2 geschafft. Ich kann es nicht sagen, ich bin in Kapitel 6 oder 7 oder sowas und hab keine Lust mehr es weiter zu spielen. Das Problem hatte ich bei den beiden vorherigen Teilen nicht.
Ihr sollt nicht so etwas schreiben: "viel Spiel fürs Geld". Dann kommen die Entwickler mal drauf ein Spiel für noch mehr zu verkaufen!!!
Zu Admagnus
Jo sehe ich auch so.Oft frage ich mich warum ihr gesonderte Tests macht oder getrennte Noten vergebt wenn ihr entweder auf einzelne Punkte nur eingeht wenn es sehr extrem ist(bäh, Wii-Version ist echt häßlicher als die anderen)oder andere Sachen gleich komplett weglasst.Spezielle BSPs hat ja mein Vorredner genannt, auch auf Bugs wird mir(wie ich ja nicht müde werde anzumerken
) zu selten eingegangen und zu selten bestraft(dead island zuletzt das hat so böse gesuckt mit dem nicht speichern können!!!).
Und bitte nicht falsch verstehen das ich nur meckern will weil ich euch eigentlich scheisse finde.Ganz im Gegenteil, neben den Leuten von Game one(wobei, seit MTV weg ist sehe ich die garnicht mehr*heul*) seit ihr die einzigen die ich noch groß lese/schaue und meine Kritik ist(wie die anderer auch schätze ich mal) einfach nur zur Verbesserung.
Zu Admagnus
Jo sehe ich auch so.Oft frage ich mich warum ihr gesonderte Tests macht oder getrennte Noten vergebt wenn ihr entweder auf einzelne Punkte nur eingeht wenn es sehr extrem ist(bäh, Wii-Version ist echt häßlicher als die anderen)oder andere Sachen gleich komplett weglasst.Spezielle BSPs hat ja mein Vorredner genannt, auch auf Bugs wird mir(wie ich ja nicht müde werde anzumerken
) zu selten eingegangen und zu selten bestraft(dead island zuletzt das hat so böse gesuckt mit dem nicht speichern können!!!).
Und bitte nicht falsch verstehen das ich nur meckern will weil ich euch eigentlich scheisse finde.Ganz im Gegenteil, neben den Leuten von Game one(wobei, seit MTV weg ist sehe ich die garnicht mehr*heul*) seit ihr die einzigen die ich noch groß lese/schaue und meine Kritik ist(wie die anderer auch schätze ich mal) einfach nur zur Verbesserung.
Ich muss admagnus zustimmen, wenn ihr nicht auf die Besonderheiten/Schwächen/Stärken/Technik der jeweiligen Plattform (v.a. PC) eingeht, macht es überhaupt keinen Sinn gesonderte Reviews zu schreiben...
Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich die Tests auf Gameswelt sehr gut finde. Eure PC-Reviews über Spiele, von denen ihr bereits die inhaltlich identische Konsolenversion getestet habt, finde ich aber größtenteils sinnlos. Da sich in den PC-Versionen, auch wenn sie erst später erscheinen, in der Regel spielerisch und inhaltlich nichts ändert, reicht doch eine Verlinkung zum Test der Konsolenversion. Was bei Euren PC-Reviews viel zu kurz kommt, ist die Beleuchtung der technischen Umsetzung. Das allerdings stellt das WICHTIGSTE für PC-Spieler dar. Zum Beispiel wird hier mit keiner Silbe erwähnt, dass nur beim XBOX-Controller die Tastaturbelegung gespeichert wird. Benutzt man einen anderen Controller, muss man jedesmal zu Spielstart die Tasten neu zuweisen. Das ist nervig. Außerdem wird nirgends erwähnt, dass VSync die Framerate zur Hälfte halbiert und das Spiel so streckenweise ruckeln kann. Lässt man VSync allerdings abgeschaltet, hat man extrem hässliches Tearing. Auch das ist nervig. Vom m.E. übertriebenen Kopierschutz wurde auch nichts erwähnt. Es gibt viele PC-Spieler, die solche (kleinen) Informationen als total wichtig empfinden. Sonst könnten sie ja gleich zur Konsolenversion greifen. Ich wünsche mir deshalb, dass die technischen Belange eines Spiels in zukünftigen PC-Reviews etwas eingehender beleuchtet werden. Außerdem finde ich es unseriös, wenn etwa im PC-Review von Batman AC von "visuellen Leckerbissen" berichtet wird, aber mit fast keinem Wort die massiven technischen Schwierigkeiten erwähnt werden, mit denen zahlreiche Spieler seit Veröffentlichung zu kämpfen haben. Da wirkt dann die Wertung meist wie purer Hohn. Viel, viel mehr als auf den Konsolen hängt der Spielspaß auf dem PC von der technischen Umsetzung ab. Das muss einfach berücksichtigt werden.
P.S.: Ich habe mich vor langer Zeit bei Gameswelt angemeldet, weil ich es super finde, dass hier die Redakteure (Andy, Rick & Co) in den Foren den Usern immer Rede und Antwort stehen. Mir ist allerdings aufgefallen, dass neuerdings - ich hoffe mein Gefühl trügt mich nicht - ein paar der "neuen" Redakteure weniger kommunikativ sind. Auf meine Fragen im Forum zur PC-Review von Batman AC wurde zum Beispiel nicht eingegangen. Woran liegt das?
Ich hol gerade die Teile nach, jetzt wo sie DRM-frei sind. Revelations lasse ich mir zu Weihnachten schenken. Was mir am PC sofort aufgefallen ist: Die Technik ist nochmal deutlich beeindruckender als auf den Konsolen (Kannte zuvor nur die PS3-Version wegen DRM-Mist). Wenn man ne GTX460 aufwärts hat und ne halbwegs aktuelle CPU sollte man sich das Spiel auf alle Fälle am PC holen, dadurch dass es kein Tearing gibt und 4xMSAA sieht die ganze Kulisse in AC unglaublich schön aus, genau richtig für die besinnliche Weihnachtszeit.