08.05.2006 - André Linken
Schon das imposante Renderintro macht deutlich, dass 'Guild Wars Factions' mehr ist als so manch anderes Add-on. So bietet euch die Erweiterung nicht nur den Standardnachschub an Items, Zaubern und Monstern, sondern schickt euch im Rahmen einer umfangreichen Kampagne auf einen komplett neu designten Kontinent – Cantha. Doch bevor ihr überhaupt einen Fuß aufs Festland setzt, beginnt euer Abenteuer auf der vorgelagerten Insel Shing Jea. Ein ebenso ausführliches wie zugängliches Tutorial führt euch anhand praktischer Übungen direkt in das Spielgeschehen und die Steuerung des Spiels ein. Letztere hat sich im Vergleich zum Hauptspiel nicht geändert und geht vor allem Fans der ersten Stunde sofort ins Blut über. Habt ihr die Einführungssequenz gemeistert, ist jedoch nicht Schluss mit dem Training. Solange ihr euch auf besagter Insel tummelt, gibt es immer wieder mal Missionen, die euch spezielle Funktionen, wie etwa den gezielten Gruppenangriff oder den Gebrauch der Minimap, näher bringen. Das alles ist direkt ins Spielgeschehen eingebettet und stört somit in keinster Weise die grandiose Atmosphäre.
Diese kommt in 'Guild Wars Factions' noch einen Tick intensiver rüber als in der Hauptkampagne. Das liegt vor allem an der wunderschönen Landschaft, die es weder an Vielfalt noch an optischen Leckerbissen missen lässt. Deutlich erkennt man die asiatische Orientierung des Add-ons: fast schon grazil inszenierte Dörfer, lauschige Gärten, Holzhäuser mit liebevoll verzierten Fassaden, Reisbauern mit breitem Strohhut und vieles mehr. Trotzdem wirkt die Szenerie nicht eine Sekunde lang befremdlich, sondern sofort heimisch. Ihr zieht durch weite Graslandschaften, schlagt euch durch schneebedeckte Bergpässe oder erkundet ewig lange Sandstrände – es ist wie im Urlaub. Ein weiterer Pluspunkt des Add-ons ist dessen Story, die mit dem drohenden Unheil für das gesamte Land und dem Konflikt zwischen Luxons und Kurzicks besser zu gefallen weiß als noch im Hauptspiel. Allerdings mangelt es nach wie vor in Sachen Story-Inszenierung. Neben einigen Cutscenes und lieblosen Dialogen gibt es nicht viel. Das liegt u. a. auch an der insgesamt etwas leblos wirkenden Spielwelt, was nach wie vor der fade Beigeschmack einer instanzierten Spielwelt ist. Außer in Städten oder zuvor gestarteten Quests trefft ihr niemals auf andere Spieler.
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