23.05.2011 - Jens Bremicker
Wenn erfahrene Spieler die Namen Shinji Mikami und Suda51 hören, dann wird schon einmal gerne mit der Zunge geschnalzt. Schließlich gilt Ersterer als Erfinder der Resident-Evil-Reihe und gehört damit zu den ganz Großen der Branche. Suda51 hingegen mag zwar noch keinen solchen Status haben, doch mit Titeln wie Killer 7 und No More Heroes konnte sich der gute Mann durchaus einen guten Ruf unter den Fans japanischer Action-Kost erarbeiten. Nun werkeln die beiden Herren zusammen an Shadows of the Damned, das euch in der Rolle von Garcia Hotspur in die Hölle entsendet, um dessen Geliebte Paula aus den Händen fieser Dämonen zu befreien. Wie gut ist es da doch, dass Garcia das Töten dieser garstigen Biester zu seinem Beruf gemacht hat.
Beim Start von Shadows of the Damned geht es gleich gut zur Sache. Kaum seid ihr im Spiel, seht ihr auch schon Garcia, wie er vor einem sterbenden Dämon steht, der ihm noch ein paar letzte Worte mit auf den Weg gibt: dass seine Brüder und Schwestern Rache nehmen würden, es Garcia ganz mies ergehen werde und dass Paula, die Liebe seines Lebens, für seine Taten bitter büßen werde. Im nächsten Moment seid ihr auch schon bei Garcia daheim und erlebt mit, wie eben erwähnte Dame in die Hölle verschleppt wird. Jetzt heißt es für Garcia: hinterher, die Freundin retten und den Dämonen so richtig in den Allerwertesten treten. Warum sollte also vorher noch groß etwas erklärt werden? Das scheint das Spiel einfach nicht nötig zu haben, zumindest in unserer Vorschauversion.
Genauso ohne große Worte eingeführt wie der Protagonist wird auch Johnson, ein sprechender Totenkopf und ehemaliger Dämon, der Garcia treu zur Seite steht und dessen wichtigstes Instrument er ist. Er kann sich nämlich in unterschiedliche Waffen verwandeln und dient außerhalb der Gefechte als Fackel. Leider beschränkt sich die Anzahl der Schießprügel auf drei Stück: eine Art Revolver, ein Sturmgewehr und eine Schrotflinte. Das ist nicht sonderlich viel, zumal ihr zu Beginn etwas zu lange nur mit dem Revolver durch die Gegend latscht und Gegner um Gegner über den Jordan schickt. Zwar könnt ihr mit Garcia auch in den Nahkampf gehen, effektiv ist das aber nicht und dient eher dazu, Feinde, die direkt vor euch stehen und euch belästigen, wegzustoßen.
In der virtuellen Unterwelt bekommt ihr es mit jeder Menge Dämonen zu tun - Verschnaufpausen gibt es so gut wie keine. Dabei unterscheidet das Spiel zwischen einfachen Feinden, Zwischen- und Bossgegnern. Bei ersterer Gattung hält sich die Vielfalt in der Vorschaufassung noch etwas in Grenzen. Im Prinzip gibt es zwei Grundtypen: die normalen Dämonen, die auf zwei Beinen laufen, und die, die auf dem Boden kriechen.
Vom ersten Grundtyp gibt es noch ein paar Variationen, zum Beispiel gepanzerte Gegner oder Exemplare mit einem langen, spitz nach vorne zulaufenden Gesicht, die euch aus der Ferne attackieren. Mehr Variantenreichtum ist bei den großen Brocken zu sehen, den Zwischen- und Endgegnern. Da wären Sensenfrauen, ein dämonischer Reiter, ein riesiger Dämon mit Ochsenkopf sowie wilde Feinde mit so etwas Ähnlichem wie einer Kettensäge, die ständig herumschreien.
Wie diese Gegner zu besiegen sind, erklärt sich jedoch im Grunde von selbst: Jeder Feind hat eine oder mehrere verletzbare Stellen, die durch rote Diamanten dargestellt werden. Bis ihr also die jeweilige Taktik herausgefunden habt, vergehen nur wenige Sekunden. Spaß macht das zwar, aber es wiederholt sich auch einiges im Spielverlauf. Ab und zu bietet Shadows of the Damned durchaus ein paar nette Ideen, welche die ansonsten gewöhnliche Shooter-Mechanik ein wenig auflockern. Ein Bosskampf findet zum Beispiel auf einer Art Marktplatz statt, wo ihr zwischen den Ständen hindurch vor dem Feind fliehen müsst, um ihn dann in die Nähe von explosiven Fässern zu locken. weiter...
Auf der Habenseite stehen ein paar nette Ideen im Level-Design und der trashige und total verrückte Stil. Die Frage ist, ob die Entwickler in den Rest des Spiels noch genug Überraschungen eingebaut haben oder es mit der Zeit einfach zu durchschaubar wird.
Shadows of the Damned - Review [5]
Im Stil des Grindhouse-Kinos schicken Shinji Mikami und Suda 51 den Dämonenjäger Garcia in die Unterwelt, um seine...
Die Spiele im Juni 2011 von uns kommentiert [6]
05.03.2012
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Kommentare
ich weiß nicht ob es nur mir so geht. aber irgendwie habe ich das gefühl, in der letzten zeit würden vermehrt titel auf den markt kommen, die mit den namen von spielegrößen (wie hier S.Mikami) bei der käuferschaft zu punkten versuchen, ohne inhaltlich mit qulität zu überzeugen.
eine art "Tom-Clancy-Syndrom"
Angesichts der Spieleflut die jetzt immer mehr ins Rollen kommt werden es solche "No-Name-Games" sehr schwer haben. Wenn nicht gerade ein Lob-Lawine im Test kommt wird das nix mit einem Kauf.