21.02.2011 - Felix Rick
Wobei genau diese Frage nach ein paar Stunden des Spielens leicht zu beantworten ist: Beides! Denn Shadow Harvest gibt euch die Zügel von gleich zwei Protagonisten in die Hand. Aaron ist der actionorientierte Ballerheld, während Myra eine grazile Schleichkatze ist. Mit diesen beiden unterschiedlichen Charakteren müsst ihr einer Verschwörung auf den Grund gehen und werdet von Somalia bis Dubai jede Menge unterschiedliche Schauplätze besuchen.
Der erste Auftrag führt euch nach Somalia. Dort sollt ihr als Aaron Somalias Diktator Karim Kimosein erledigen. Von Myra Lee fehlt noch jede Spur. Kein Wunder, schließlich kennen sich Myra und Aaron noch gar nicht. Das passiert erst im Laufe der ersten Stunde. Bevor die beiden aufeinandertreffen, durchwandert ihr sozusagen ein ins Spiel eingebettetes Tutorial, wo ihr die Eigenschaften der Protagonisten kennenlernt. Erst ist Aaron dran und darauf folgt die gute Myra. Allerdings ist gerade dieses langsame Heranführen an die beiden Hauptdarsteller nicht unbedingt eine Stärke des Spiels. Gerade Aarons Aufgabenbereich fällt dabei sehr unterhaltungsarm aus.
Beide Charaktere verfolgt ihr per „Über-die-Schulter"-Kamera, wie man das zum Beispiel von Resident Evil 5 kennt. Als Aaron seid ihr der Mann fürs Grobe und ballert euch durch die Levelpassagen. Es gibt gescriptete Szenen und es fliegt auch so einiges in die Luft, dennoch sind diese Abschnitte gerade mal Durchschnitt. Das liegt vor allen Dingen daran, dass es so gut wie keine feindliche KI gibt und die Gegner reine Schießbudenfiguren sind, die vor allem dadurch hervorstechen, dass sie euch unfairerweise fast immer treffen und dann ordentlich Gesundheit abzapfen. Gerade in Sachen Gegnerintelligenz ist da heutzutage mehr drin. Auf ein Deckungssystem haben die Entwickler bewusst verzichtet.
Eure Gesundheit regeneriert sich in Shadow Harvest nicht automatisch, stattdessen heilt euch das gute, alte Medipack. Einfach drauflospreschen und dann hinter einer Wand in Ruhe erholen geht also nicht. Das ist in unseren Augen auch nicht weiter schlimm, denn so wird man gezwungen, etwas vorsichtiger und taktischer vorzugehen.
Myra ist die Dame fürs Ruhige. Deswegen ist sie auch nicht mit einer dicken Wumme ausgestattet, sondern mit einer Armbrust. Diese eignet sich gut, um hier und dort mal einen Gegner auszuschalten, in Feuergefechten habt ihr aber nicht den Hauch einer Chance. Deswegen ist es ratsam, sich an Gegner heran- und an ihnen vorbeizuschleichen und sie lautlos auszuschalten. Dabei helfen euch einige technische Gimmicks, wie der hautenge Anzug, den die Dame trägt.
Mit genügend Energiezellen, die ihr immer wieder mal findet, könnt ihr euch kurzzeitig unsichtbar machen. So schleicht ihr unentdeckt an Wachen vorbei. Zumindest wenn ihr euch langsam bewegt, denn wer läuft, verursacht auch mehr Geräusche, woraufhin die Alarmbereitschaft der Gegner steigt. Dies wird euch durch einen sich füllenden Kreis angezeigt. Ist dieser voll, machen sich die Feinde auf die Suche nach euch. Natürlich ist es nicht ganz logisch, wenn man direkt vor einem Gegner auftaucht, dieser aber nicht sofort reagiert, weil er erst warten muss, bis der Aufmerksamkeitsring voll ist. Aber solche Dinge sind zugunsten der Spielbarkeit durchaus zu vernachlässigen. weiter...
Ein bahnbrechendes Spiel sollte man bei Shadow Harvest nicht erwarten, doch das Potenzial für ein gutes Spiel ist in unseren Augen definitiv vorhanden.
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Kommentare
Was mich reizt, daß das Game nicht linear spielbar ist, d.h. man hat die Option, wie man vorgehen will, sodaß es wahrscheinlich nicht beim 1x durchspielen bleiben wird.
Ich hoffe es wird wenigstens so gut werden dass es als Budget-Game herhalten kann, denn das Spielprinzip mit dem Action- und Stealth-Part gefällt mir ziemlich gut.
Das Spiel erinnert mich irgendwie ansatzweise an Alpha Protocol. Die Spielefeatures klingen aber imho sehr gut.
Bin ein wenig skeptisch wegen der Grafik alles ist irgendwie alles so braun.
Das spielerrisch ist warscheinlich echt witzig.