21.08.2010 - Andreas Philipp
Der Einstieg des Spiels ist schnell erzählt: Der neue namenlose Held fristet sein Dasein als Schafhirte auf der lauschigen Insel Feshyr und schwelgt zudem im Liebesglück. Er muss nur noch dem Vater seiner Angebeteten beweisen, dass er ein echter Kerl und der Richtige für das hübsche Töchterlein ist. Die sich daraus ergebenden Aufgaben bilden zugleich das Tutorial des Spiels. Als der Namenlose mal wieder auf der Insel unterwegs ist, erlebt er bei seiner Rückkehr eine ziemlich unliebsame Überraschung.
Das nette, kleine Dörfchen ist nämlich keine Idylle mehr, sondern komplett zerstört. Während der Abwesenheit des Namenlosen wurde es angegriffen, niedergebrannt und alle Einwohner wurden massakriert, Freundin und potenzieller Schwiegervater inklusive. Am Himmel sieht unser Held nur noch ein Schiff mit dem Wappen von König Rhobar entschwinden. Seltsam, denn Rhobar gilt eigentlich als guter Herrscher, dem so etwas nie einfallen würde. Das schreit nicht nur nach Rache, sondern vor allem nach Aufklärung. Also ab in die große, weite Welt und viele Abenteuer erleben.
In der Geschichte werdet ihr einige alte Bekannte aus früheren Gothic-Teilen wieder treffen, so wie Diego. Es gibt natürlich auch wieder eine ganze Reihe von Fraktionen in der Spielwelt, allerdings muss man sich diesmal nicht für eine Fraktion entscheiden. Natürlich schließen bestimmte Aktionen den Anschluss an einige Fraktionen aus, manche sind eher neutral und tolerieren es, wenn ihr für andere Gruppen arbeitet. Auswirkungen hat das aber allemal, denn beim Anschluss an eine Fraktion bleiben euch bestimmte Quests und Aufgaben verwehrt.
Technische Altlasten wurden bei der Entwicklung komplett über Bord geworfen. Das Spiel verwendet die Vision-Engine von Trinigy, die bereits in einigen bekannten Titeln eingesetzt wurde. Spellbound hat mit der Engine schon Erfahrung, denn eine frühere Version wurde bereits bei Desperados 2 eingesetzt. Damit unterscheidet sich der Look des Spiels natürlich von den Gothic-Vorgängern, die zwar eine glaubwürdige Spielwelt ablieferten, aber zuweilen eher ungeschliffen wirkten - was aber auch viel vom Charmes der Vorgänger ausmachte.
Die Engine hat aber einiges zu bieten. Die Landschaften wirken sehr natürlich und lebendig, vor allem dank schön animierter Vegetation. Bäume wiegen sich leicht im Wind, Blätter fallen, Wind schlägt Wellen auf dem Gras. Tag- und Nachtwechsel werden mit hübschen Wechseln des Farbschemas begleitet. Das Wetter ist - bis auf einige wenige, aufgrund der Atmosphäre gescriptete Momente - zufällig generiert. Vor allem Regen sieht sehr schick aus, da die Welt dann mit realistisch und im Bezug auf Objekte physikalisch korrekt wirkenden Nässeeffekten verziert wird.
Die Welt von ArcaniA ist eine offene Spielwelt ohne skalierende Gegner. Das bedeutet aber, dass einige Bereiche nicht von Anfang an zugänglich sind. Die entsprechenden Grenzen sollen aber in die Geschichte eingebunden werden und damit nicht aufgezwungen wirken. So wird beispielsweise eine Brücke zu einem anderen Bereich von Rebellen kontrolliert, die euch erst ab einem gewissen Punkt der Geschichte auf die andere Seite lassen. Die Größe der Spielwelt soll irgendwo zwischen Gothic 2 und Gothic 3 liegen. Es gibt vier Klimazonen: Waldland, Sümpfe, Felswüste und Gebirge, die jeweils auch unterschiedliche Gegner, Baustile und Architekturen zeigen sollen. weiter...
Schicke Grafik und viele Neuerungen im Kampf- und Skill-System mit einigen interessanten Ideen machen Hoffnung auf ein gutes Rollenspiel.
10 Years After: Gothic - Special [20]
2001 begann ein Drama. Dabei fing alles so gut an. Gothic ist eine Geschichte von Aufstieg und Untergang. Wir blicken...
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Kommentare
Die deutsche Sprachausgabe ist nicht der renner.
Viel zu emotionslos finde ich persöhnlich.
Ein Entwickler kann nun mal nicht ewig ein Spiel entwickeln weil das Geld fürs Projekt vom Publisher kommt. Und der muss irgendwann auch ein Ergebnis haben denn der Geldhahn versiegt irgendwann auch und ist kein Fass ohne Boden. Und wenn die Entwickler sich übernehmen und es einfach nicht auf die Kette bekommen dann ist das nicht die Schuld des Publishers.
Es ist beruhigend, mal von offizieller Seite dieser Seite (höh!) Support zu erhalten - ich dachte schon, ich wäre der Einzige, dem diese moralisch vollkommen entgleiste Aussage gegen den Strich geht. All diese Menschen stehen da in Lohn und Brot - dass es sich bei solchen Unternehmen um genau solche handelt, nämlich um Verbände, die Geld verdienen wollen, steht wohl außer Frage. Dass sie dementsprechend Einiges tun, um dieses Geld zu verdienen, oft auch fragwürdige oder kundenferne- und/oder kunden-unfreundliche Handlungen begehen, sicher auch. Aber deshalb gleich Allen, die da arbeiten, so Etwas an den Hals zu wünschen ist eher ein Testament geistiger Armut...
Ich frag mich echt wie weltfremd man sein muss jemandem die Insolvenz zu wünschen und somit den Ruin für viele Mitarbeiter die dann eventuell gucken müssen wie sie ihre Familie ernähren. Sowas lässt tief blicken und zeugt alles andere von einem guten Charakter. Und das ist noch nett ausgedrückt.
Ein Entwickler kann nun mal nicht ewig ein Spiel entwickeln weil das Geld fürs Projekt vom Publisher kommt. Und der muss irgendwann auch ein Ergebnis haben denn der Geldhahn versiegt irgendwann auch und ist kein Fass ohne Boden. Und wenn die Entwickler sich übernehmen und es einfach nicht auf die Kette bekommen dann ist das nicht die Schuld des Publishers.
Irgendwie wußte ich, dass bei diesem Spiel sich die diskussion ausschließlich um Gothic 3 und JowooD drehen würde...
Als Fan der alten Gothic-Teile werde ich mir Arcania zulegen. Liegt vielleicht auch daran, das ich durch MMO-Spiele ziemlich Bug-Ressistent bin und dadurch auch Gothic 3 nicht als "Reinfall" betrachte. Arcania ist zwar kein Projekt der Piranhas, aber Spellbound sind keine Anfänger und ich denke auch das JowooD es so langsam aber sicher kapiert hat. Das spiel sieht sehr stimmig aus und offensichtlich liegt Spellbound gut im Terminplan. Ich bin gespannt.
Jo, kann man so sagen. G3 hatte ja nicht ausschließlich ein Bug-Problem, sondern man spürte, dass PB sich an dem Spiel zuviel vorgenommen hat. Geht daher nur teilweise auf die Kappe von JoWooD und selbst die Entscheidung ist aus (wirtschaftlicher) Sicht nachvollziehbar. Entwickler erhalten immer ein Budget für ihre Titel, dessen Höhe sich nach Entwicklungskosten und voraussichtliche Verkaufserlöse richtet. Alles, was darüber hinausgeht, schmälert den Gewinn oder führt im schlimmsten Fall zum Verlust. Nachgelegt wird zwar meist nochmal, wenn die Entwickler noch etwas mehr Zeit brauchen, aber wenn die Gefahr besteht, dass mit dem Titel kein Gewinn mehr eingespielt wird oder gar ein Verlust entsteht, zieht der Publisher den Stecker und sagt das Ding muss raus. Ob JoWooD da mehr Risiko hätte eingehen müssen, weiß ich nicht. Aber PB ist sicher nicht ganz unschuldig, mit einem etwas kleineren Konzept und mehr Sorgfalt wäre die Sache auch nicht ganz so schlimm geendet.
PB hat für Gothic 3 ein Jahr mehr Zeit erhalten, als ursprünglich geplant war.
Zudem war es meiner Information nach auch PB, die die Patchentwicklung von einem Zuschlag für Gothic 4 abhängig gemacht hat.
Aber wie dem auch sei, ich weigere mich JoWood die ganze Schuld am Gothic 3-Debakel zuzuschieben. Ja, die miesen Add-ons wie Götterdämmerung oder Die Gilde 2: Venedig laufen auf ihre Kappe, aber bei Gothic 3 hatte auch PB einiges verbockt. Oder, um es mit ihren eigenen Worten zu sagen, man hatte sich übernommen. Jeder kochte sein eigenes Süppchen und niemand hatte die Idee, dass ein größeres Projekt auch ne Projektleitung benötigen könnte. Das wiederum könnte man JoWood ankreiden, die offenbar nur mit den Schultern gezuckt und gesagt haben: "Macht mal nur, ihr schafft das schon."
Lyk und Dir ging es im Leben offenbar(!) nicht schlecht genug, wenn ihr Firmen und somit auch den Menschen, die dort in Lohn und Brot stehen, Insolvenz an den Hals wünscht. Wirklich beschämend.
Dann sollen sie nicht halbfertige Spiele auf den Markt schmeißen sondern den Entwicklern mehr zeit geben.(PB hat damals um mehr Zeit gebeten die Bugs zu beseitigen, was JoWooD ablehnte. Genauso der von PB angekündigte Patch der eben diese beseitigen sollte, JoWooD wollte aber lieber ein Gothic 4 als zufriedene Fans, was schließlich zur Trennung führte) Sie sollen ihre Entwickler mit respekt behandeln und sie nicht als Milchkühe sehen.
Von daher habe ich mit niemanden dort Mitleid, egal ob sie etwas dafür können oder nicht.
Lyk und Dir ging es im Leben offenbar(!) nicht schlecht genug, wenn ihr Firmen und somit auch den Menschen, die dort in Lohn und Brot stehen, Insolvenz an den Hals wünscht. Wirklich beschämend.
Hach ja, Gothic aka neues Gothic aka Arcania. hab ich bewusst auf der Gamescom ausgelassen, da ich meine Zeit mit genug anderen Dingen zu füllen hatte vor Ort.
), aber Jowood hat den Karren halt in den Dreck gefahren und muss jetzt wohl damit leben. Inwieweit Arcania da der Lebensretter sein wird, bleibt abzuwarten... 
Ich bin damals ja über die WorldofGothic Community hier reingerutscht (Gott, ist das lang her...) und ich werde Arcania zumindest eine Chance geben. Blind kaufen wie damals bei Gothic 3 werde ich es aber sicherlich nicht und auch die Collectors Edition werde ich mir dieses Mal wohl sparen.
Was die Insolvenz Jowoods angeht:
Spiele gab es durchaus einige gute, vergesst bitte nicht, das auch Gothic 2+Addon bei denen gepublished wurden und Spellforce fand ich jetzt auch nicht soooo schlecht. Ich glaube aber, das der Wunsch nach "schnellem Geld" den Qualitätskontrolleuren ziemlich übel mitgespielt hat und wo das hingeführt hat, sehen wir ja.
Sowas kann sich ein Riese wie EA leisten, durchaus sogar auf Dauer(
Insolvenz
Wer schlechte Arbeit leistet soll vom Markt verschwinden, ganz einfach.Unternehmen die den Käufer verarschen kann man ruhig alles schlechte wünschen wobei ich das generell meine und nicht auf einen bestimmten beziehe und es gibt da draußen genug Publisher und Studios die langsam gern mal vom Markt verschwinden dürfen....
Was interressantes zum Spiel wurde weiter unten noch gesagt:Typisch für Gothic war das man am Anfang extremst schwach war und immer vorsichtig sein mußte.Denke das wird es so ganz sicher heute nicht mehr geben, das traut sich keiner mehr bei den Käufern heute(Stichwort Frustfaktor).
Na, na, na... Insolvenz will man niemanden wünschen, auch wenn JoWood damit eigentlich schon lange überfällig ist. Wie Andreas schon schrieb, Arcania ist ein Bewährungsprojekt für JoWood. Wenn das vergeigt wird, wird sich kein Investor mehr finden, dann ist der Karren nicht nur im Dreck, sondern direkt versenkt.
Jap ich würde mir Insolvenz für joWooD wünschen den dann könnte Deep Silver/ PB sich die Gothic Lizenz wieder sichern und wenn sie Lust darauf haben ein ofizielles Gothic 4 machen
Ich erwarte einen leicht veränderten Risen-Klon und JoWood kann man von mir aus gerne Insolvenz anmelden. Die haben in dem Business nicht gerade mit qualitativ hochwertigen Spielen geglänzt - eher im Gegenteil...
DU ein wandelndes Spielelexikon! Ja ne is klar...
Ist so, kein Scherz. Gilt allerdings nur für Spiele die ich selbst besitze, wenn man mich jetz z.B irgendwas aud Final Fanatsy fragen würde könnte ichs nicht beantworten weil ichs nie gespielt habe
Weia, ich würde es echt begrüßen, wenn du deine Besserwisserei mal etwas weniger aufdringlich verpacken würdest.
Mein ton mag vllt auch daran liegen das ich aufs möchtegern-Gothic nicht gut zu scprechen bin - dafür kannst du selbst verständlich nichts
DU ein wandelndes Spielelexikon! Ja ne is klar...