08.07.2010 - Jens Quentin
Mit Künstlern wie Run DMC, LL Cool J, Public Enemy und Slick Rick hatte Def Jam alle großen Hip-Hop-Acts der 80er- und 90er-Jahre am Start. Es gibt also kaum einen besseren Kooperationspartner, wenn man ein SingStar-ähnliches Spiel mit Rap-Gesang auf den Markt bringen will. Das dachte sich auch Konami.
Dabei verstehen die Entwickler von 4mm Games ihr Werk als eine „Music Gaming Lifestyle Experience", die über den normalen Mikrosingsang vor dem TV hinausgeht. Def Jam RapStar will mehr sein als „Plastik-Controller und Gesang". Ob diese hehren Ziele allerdings realistisch sind, muss nach dem ersten Proben auf der Xbox 360 angezweifelt werden. Nach den ersten Rap-Minuten ist eine frappierende Ähnlichkeit mit den bereits erwähnten Konkurrenten aus dem Pop- und Rock-Sektor nicht von der Hand zu weisen.
Fangen wir doch mal mit der Liedauswahl an: Hier bietet der Titel 45 Songs aus 30 Jahren Hip-Hop und spielt damit eine seiner großen Stärken aus. Gerade ältere Semester, die schon in der 80er- oder 90er-Jahren Anhänger des Sprechgesangs waren, finden viele feine Tracks wieder. Angefangen bei Klassikern wie „C.R.E.A.M." vom Wu Tang Clan über „Today was a good day" von Ice Cube bis hin zu „They reminisce over you" von Pete Rock & CL Smooth finden sich einige echte Perlen in der Liste. Für die jüngeren Hip-Hop-Fans gibt's auch was auf die Ohren: 50 Cent mit „I get money" etwa oder „A milli" von Lil' Wayne.
Eine feine Sache ist es, dass 10 der 45 Stücke aus deutschen Landen kommen beziehungsweise deutsche Raps enthalten. Kool Savas ist ebenso dabei wie Sido oder Das Bo. Weitere deutsche Tracks werden in Lauf der Zeit bekannt gegeben. Das Spiel teilt sich in die Bereiche Party-Modus, Karriere oder Freestyle. Im Party-Modus sucht ihr euch ein Stück aus und legt dann allein oder mit einem Mitspieler los. So könnt ihr entweder im Team abwechselnd zum Mic greifen und rappen oder euch eine amtliche Battle liefern. Wer Text und Timing besser draufhat und die Lyrics mit den wenigsten Fehlern bringt, staubt hier die höhere Punktzahl ab.
Im Gegensatz zu SingStar oder Lips wartet der Konami-Titel mit einer exakteren Spracherkennung auf. Wer also Textschwächen mit Gebrummel und Gestammel überbücken will, wird mit wenig Punkten abgestraft. Neben dem Timing ist außerdem die Tonlage entscheidend, um fette Punkteprämien abzukassieren. Für fehlerfreie Passagen gibt's wie üblich Extrapunkte. In der Freestyle-Battle gebt ihr eure Skills ohne vorgegebenen Text zum Besten. Die untergelegten Beats stammen dabei von Szene-Größen wie DJ Premier.
Wer sich die krassen Moves eines echten Rap-Stars abgeguckt hat, filmt seine Performance mit der Xbox-Live-Vision-Kamera, um die Community von www.defjamrapstar.com mit einem 30-Sekunden-Video zu beglücken. Dort könnt ihr euch dann mit anderen Möchtegern-Stars messen und Videos im YouTube-Stil anschauen. Eure Punktzahl wird nach dem Rap sofort in die Highscore-Liste hochgeladen und zeigt damit den anderen Rappern, wo der MC Hammer hängt. Leider sind online keine Echtzeit-Battles möglich, hier verpasst der Titel eine große Chance zu einem echten Mehrspielererlebnis.
Auf jeden Fall dürfte Def Jam RapStar ein geeignetes Musikspiel für all diejenigen sein, die keine Lust auf Pop oder Rock haben.
Def Jam Rapstar - FLO_RIDA Trailer
Neues Video rund um das Hip-Hop-Spiel
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Kommentare
sprechgesang .... hahahaha, wer benutzt denn den ausdruck heudde noch ;P. zum game, da ich n RAP Fanatiker bin und alles was mit oldschool zu tun hat liebe könnte ich mir ernsthaft überlegen ob ich es mir hol, da in der titelliste doch einige schmanckerl zu finden sind .....dabei entscheidet eigentlich nur der preis.
Noch ein Beispiel für Games die die Welt nicht braucht
http://www.youtube.com/watch?v=3yplTl0V6Os