06.05.2010 - Christian Schmitz
Formel-1-Anhänger werden jetzt sicherlich neugierig weiterlesen, denn seit Jahren herrscht erheblicher Getriebeschaden, wenn es um wirklich gute Spiele zur Königsklasse geht. Bei Pole Position 2010 handelt es sich, genau wie beim Vorgänger, um eine Wirtschaftssimulation, das heißt, es darf eine ganze Menge Einfluss genommen werden. Aber selbst in den Cockpits Platz zu nehmen und ein paar Runden zu drehen, ist in diesem Programm nicht vorgesehen.
Vielmehr nimmt der Spieler die Rolle des Team-Managers ein, der anfangs aus bis zu 20 Rennställen mit weniger klangvollen Namen wie Dreckig Motorsport, Red Horse Racing oder gar Wilfried Racing Team wählen kann - allesamt natürlich Fantasiebezeichnungen, die Fans auch bei Fahrern sowie Sponsoren vorerst hinnehmen müssen. Sobald der Blick auf den integrierten Editor trifft, sollte alles wieder gut sein, denn so umfangreich oder komplex wie etwa in aktuellen Fußballmanagersimulationen ist dieser bei Weitem nicht ausgefallen. So sind im Handumdrehen Teams, Fahrernamen, deren überschaubare Profile sowie Fähigkeiten und Statistiken den eigenen Vorstellungen beziehungsweise den Originaldaten angepasst.
Damit sich möglichst viele Spielwillige mit Pole Position 2010 beschäftigen können, gibt es erfreulicherweise einen individuell anpassbaren Schwierigkeitsgrad. Dabei lassen sich Gegnerverhalten im Rennen, Moral der Mitarbeiter, Fanartikelverkäufe, Sponsorenverträge, Entwicklungsgeschwindigkeit sowie Zuliefererpreise jeweils in fünf Stufen von sehr leicht bis sehr schwer einstellen. Zudem helfen jederzeit deaktivierbare Tutorial-Texte, präsentiert im Retro-Stil von Tony Drift. Abgesehen von seiner Namensgebung kann er aber den erhofften Charme altehrwürdiger Wirtschaftssimulationen aus den 90er-Jahren nicht rüberbringen.
In der Saisonvorbereitung und zwischen den Rennen wird sich um das Team gekümmert: Ihr zieht lukrative Sponsorenverträge an Land, schraubt am Auto, testet im Windkanal, haltet Forschung sowie Produktion am Laufen, erstellt individuelle Wochenpläne für die Fahrer und so weiter.
Bei einigen Punkten müssen wir dem Entwickler aber die berühmt-berüchtigte schwarze Flagge zeigen: So sind die Tastatureingaben in diesem Vorabstatus kurz vor der Veröffentlichung noch ein wenig zu sensibel. Zudem wirkt manches Feature noch zu oberflächlich, etwa die Verwaltung der Crew oder die Transfers unverzichtbarer Mitglieder des Teams, wo man beim Angebot lediglich einen Gehaltsvorschlag und die Vertragslänge bestimmen kann. Das ist für eine Management-Simulation eindeutig zu wenig. Ebenfalls schade: Die beliebte Büro-Ansicht scheint komplett zu fehlen.
Größtes Manko - auch für Fans des PS-Sports - dürfte aber die Präsentation der Rennen in einer für heutige Verhältnisse unbefriedigenden Qualität sein. Die 3-D-Grafik wirkt stark veraltet, was aber noch viel schlimmer wiegt: Die Rennatmosphäre bleibt sprichwörtlich auf der Strecke, stottert sich ins Kiesbett und gehört aus dem Verkehr gezogen. Womit wir eigentlich wieder beim Comeback von Michael Schumacher angelangt wären, aber die Saison ist ja noch lange nicht vorbei, Hoffnung besteht also weiterhin. Die Entwicklungszeit von Pole Position 2010 neigt sich dagegen langsam, aber sicher ihrem Ende entgegen ... weiter...
Wird es wieder so wie früher? Mit genügend Spielspaß? Einer Langzeitmotivation, die ganze Formel-1-Wochenenden zur Nebensache verkommen ließ? Diese Vorabversion konnte mich noch nicht vollends überzeugen.
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Kommentare
Der Racing Team Manager hat mich genug geschädigt, das werde ich mir sicher nicht antun..