01.08.2005 - David Stöckli
Am Gameplay wurde wenig verändert, ’Rainbow Six’-Veteranen fühlen sich also sofort heimisch. Aus der Ego-Perspektive steuert ihr Ding Chavez durch die etwa 14 Levels und ballert auf die Feinde. Wenn ihr euch rasch bewegt, nimmt die Zielgenauigkeit ab, aus einer Zoom-Ansicht könnt ihr besonders genau zielen. Wie es sich für einen Taktik-Shooter gehört, dürft ihr nicht in Rambo-Manier durch die Gänge rennen, sondern müsst vorsichtig vorgehen, die Lage einschätzen, nach Verstecken der Gegner Ausschau halten und oftmals aus der Deckung heraus attackieren. Ein Schlüsselelement sind dabei eure Kollegen. Sie werden per Tastenbefehl oder Sprachkommando vorgeschickt, in Angriffsposition versetzt oder zur Sicherung der aktuellen Lage verdonnert, außerdem könnt ihr Befehle, wie das Öffnen der Tür, das Stürmen des nächsten Raumes oder das Deaktivieren einer Sprengladung, an sie weiterdelegieren. Soweit nichts Neues. Noch mehr als in den Vorgängern spielen die Hightech-Sehhilfen eine wichtige Rolle. Mit den bekannten Wärme- und Nachtsicht-Geräten seid ihr in der Dunkelheit bestens ausgerüstet, noch hilfreicher ist aber der praktische Herzschlag-Empfänger. Damit könnt ihr die Umgebung scannen und Gegner selbst durch solide Wände hindurch orten. Leider verbraucht das Goodie viel Energie, sodass es nur behutsam eingesetzt werden sollte. Dies gilt zum Glück nicht für eure Schusswaffen und Granaten, von denen ihr herzhaft Gebrauch machen solltet, um nicht selbst ins Gras zu beißen. Geschieht dies trotzdem, könnt ihr einen jederzeit anlegbaren Spielstand laden.
Deutsche ZielgenauigkeitWer die erste Mission spielt, sollte etwas Durchhaltevermögen bewahren. In den ersten Spielminuten durchsucht ihr eine Tiefgarage, die weder visuell noch spielerisch spannend ausgefallen ist. Doch schon nach kurzer Zeit lässt sich erahnen, dass die Entwickler doch einige Verbesserungen in ’Rainbow Six: Lockdown’ verwirklicht haben. So sind vor allem die Außenschauplätze sehr schön gestaltet und vermitteln mit verschiedenen Unschärfe-, Rauch- und Partikeleffekten ein realistisches Flair. Dazu sind einige Levelabschnite deutlich dynamischer gestaltet worden, sodass Gegner zuweilen unvermutet in einem schon sicher geglaubten Gebiet auftauchen. Darüber hinaus sorgen einige Abschnitte für Abwechslung, in denen ihr den Deutschen Dieter Weber steuert. Der Scharfschützen-Experte unterstützt seine Kollegen aus der Distanz - je erfolgreicher Weber ist, umso mehr Energie haben Ding und sein Team im nächsten Spielabschnitt. Ebenfalls deutlich überarbeitet wird anscheinend die KI, auch wenn sie in unserer Preview-Version noch nicht hundertprozentig überzeugen kann. Trotzdem lässt sich schon ganz gut beobachten, wie die eigenen Teamkollegen sowie die Feinde öfters durchaus clever in Deckung gehen, zielsicher ballern, sich sinnvoll positionieren und nachvollziehbar auf sich verändernde Situationen reagieren. Grafisch schwankt der Titel noch stark zwischen sehr hübsch und mittelmäßig, beim Sound bekommt man die typischen ’Tom Clancy’-Klänge in überzeugender Surround-Kulisse geboten.
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