01.12.2009 - Andreas Philipp
Wie bei russischen Spielen gar nicht so selten, basiert Metro 2033 auf einer Romanvorlage, und zwar auf dem gleichnamigen Buch von Dmitry Glukhovski. Der Autor, der bei dem Event selbst zugegen war, wurde dazu vom umfassenden Moskauer Bunker- und U-Bahnsystem inspiriert. Das Buch ist übrigens in Deutschland seit einem Jahr erhältlich und den Nachfolger Metro 2034 gibt es ebenfalls bereits. In Russland jedenfalls mutierte der Titel schnell zum Bestseller. Nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass Glukhovski durchaus auch sozialkritische Elemente in sein Werk integriert.
Doch worum geht es? Wir schreiben das Jahr 2033 - wie überraschend. Die Erdoberfläche wurde vor rund 20 Jahren von einem nuklearen Holocaust verwüstet. Nur wenige Menschen in Moskau haben überlebt und sind in das immense Metrosystem der Stadt geflüchtet. Geschützt vor dem radioaktiven Niederschlag wuchs dort über die Jahre in den Stationen der U-Bahn und den Bunkern des Militärs eine unterirdische Gesellschaft heran. Metrostationen wurden zu Siedlungen mit ganz eigenen Ausrichtungen und Ideologien, lediglich verbunden durch die Tunnel.
Das Leben dort hat allerdings seine gefahrvollen Seiten. Banditen haben sich ebenfalls in den Tunneln eingenistet und Mutationen durchstreifen sowohl Oberfläche als auch Tunnel. Eine gefährliche Fauna, die aber bisher selten echte Probleme bereitete. Das ändert sich allerdings, als eine neue Art von Mutanten, genannt Dark Ones, auftaucht. Aggressiv, intelligenter und organisiert beginnen diese, die Siedlungen der Überlebenden zu attackieren. Das Überleben der Menschen unter der Stadt steht auf dem Spiel. Artyom, ein junger Bewohner einer der Stationen, bekommt die Aufgabe, die anderen Siedlungen aufzusuchen und die Überlebenden zu warnen.
Nach einem aktionsreichen Einstieg erleben wir unsere erste Metrostation. Wo sich früher Passagiere drängelten, um in vollgestopfte Züge zu steigen, leben nun Menschen in improvisierten Baracken, züchten in den Tunneln Schweine und Pilze als Nahrung und versuchen, irgendwie über die Runden zu kommen. Diese Zufluchtsorte werden von 4A Games sehr stimmungsvoll und lebendig in Szene gesetzt. Einwohner gehen allerorts ihrem Tagewerk nach oder reden miteinander, spielen, trinken. Es juckt einen förmlich in den Fingern, mit ihnen zu reden und ihre kleine Welt kennenzulernen.
Doch Enttäuschung: Bisher scheint das seitens der Entwickler nicht vorgesehen zu sein, lediglich mit Händlern und Auftraggebern sind kurze Gespräche möglich. Das ist schade, denn auch wenn es sich bei Metro 2033 im Gegensatz zu ähnlich gelagerten Geschichten wie in Fallout 3 oder S.T.A.L.K.E.R. um einen linearen, handlungsgetriebenen Shooter handelt, würde man sich doch diese Interaktion wünschen, um tiefer in die einfallsreich gestaltete Spielwelt einzutauchen. Auch wenn es hauptsächlich um Action geht, können solche Elemente einem Spiel sehr gut tun und die erzählerische Tiefe verbessern.
Artyoms Ausflüge in die Unterwelt von Moskau beschränken sich natürlich nicht auf die Stationen, sondern er darf sich ausgiebig in Metrotunneln, Bunkern und sogar an der Oberfläche herumtreiben. Letztere ist zwar nicht bewohnbar, aber oft bleibt kein anderer Weg, als mit Atemschutzmaske und mächtig Daumendrücken dort Zugänge zu anderen Gebieten zu finden, denn natürlich hat nicht jeder Tunnel die Katastrophe überstanden. Wie schon erwähnt ist Linearität angesagt, deshalb bieten die Umgebungen wenig Raum für freies Handeln. weiter...
4A Games hat noch eine Menge Arbeit vor sich, denn die spielerischen Elemente hinken der tollen Atmosphäre bisher noch hinterher.
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Kommentare
Man wird das Spiel sicher an Stalker und Fallout messen und wenn dad Spiel linear ist naja dann muss es sicher wegen den zwei Titeln federn lassen, wenns dafür was anderes bieten kann denke ich aber wird es seine Fans finden den auch Gamer können belesen sein.
Metro 2033
Dass endlich Russland ein Pc-Spiel international rausbringt ist schon ein guter Fortschritt.

Mich interresiert dieser Titel sehr. Ich werde mir auf jeden Fall das Spiel nächstes Jahr besorgen.
So ein Shooter könnte schon einiges an Punkten sammeln und könnte besser werden als die ukrainische Spielereihe S.T.A.L.K.E.R..
Ein Hoch also auf Russland und wünsche ihnen viel Glück bei der Erstellung des Spiels.
jep ''das BUCH'' war echt gut
bin grad am lesen von 2034...
Kann ich nur zustimmen, das Buch war wirkich gut, freue mich dennoch auf das Spiel.
Werd ich im Auge behalten, hoffentlich wird am Ende nicht (wie so oft) das meiste Potenzial verschenkt.
Wow!
Sieht jetzt schon sehr atmospährisch aus.
Hab das Buch gelesen und wenn das Spiel einigermaßen so fesselnd is wie die Vorlage, dann werd ich mir das Spiel auf jeden Fall mal anschauen!
Richtig, aber wir empfanden die Linearität in dem Spiel zu übertrieben und einengend, weil man als Spieler so gut wie keinen Bewegungsspielraum hatte. Quasi so, als ob ich auf einer Straße gehe, aber nur den Bürgersteig auf einer Seite benutzen darf.
Klingt sehr vielversprechend. Gegen ein (weiteres) atmosphärisches Endzeitspiel mit ansprechender Optik hätte ich nichts einzuwenden.
Ich finde es nur etwas befremdlich, wie hier im Preview die lineare Struktur kritisiert wird. Es soll schließlich nicht Fallout 3 sein, sondern immer noch ein Shooter. Modern Warfare 2 hat von euch ja auch 86% bekommen, obwohl es genau dieselben Kritikpunkte der Linearität wie hier im Preview erfüllt.