06.11.2009 - Jens Quentin
Als Hexe hat man es auch nicht leicht. Ständig wird man von komischen Erinnerungen geplagt und schwebende Engelsbirnen schwirren nervend um einen herum. Dann noch die lange Zeit im Sarg. Unter Wasser. Auf dem Boden eines Sees. 500 Jahre lang. Und diese Sehschwäche. Die an Kurzsichtigkeit leidende Lack-&-Leder-Lady Bayonetta trägt dies alles allerdings mit Fassung. Schließlich hat man Haare, die sich in eine alles verschlingende Schlange oder einen gigantischen Greif verwandeln lassen. Die High Heels mit eingebauten Ballermännern sind auch nicht ohne. Die gibt's nicht bei Deichmann. Da kann die komische rotgewandete Trulla, die Bayonetta begleitet, schon mal neidisch werden. Und der Knabe, der unten in der Hölle wartet, hat ja auch immer schöne Sachen im Sonderangebot: tolle neue Waffen oder Heilkräuter.
Hört sich alles krank und verworren an? Ist es auch, und somit passt die abstruse Geschichte um das mörderische Weib mit Gedächtnisschwund und Nasenfahrrad perfekt zum Rest des Spiels. Die Dame mit dem Faible für extrem eng geschnittenen Haute Couture macht sich daran, ihre verkorkste Vergangenheit aufzuarbeiten. Wie man das am besten macht? Natürlich indem man in einer absurden Fantasy-Welt alles zerhäckselt und zerschnetzelt, was einem vor die Stiefel läuft. Und da gibt es einiges, was da kreucht, fleucht und fliegt. So unterschiedlich die Gegner auch sind, eins haben sie doch alle gemeinsam: Sie scheinen alle direkt einem Kuriositätenkabinett entsprungen zu sein. Oder dem wirren Fiebertraum eines mit verbotenen Substanzen herumexperimentierenden Entwicklers.
Der Anfang des Spiels spricht dabei für sich und stimmt ideal auf die kommenden Ereignisse ein. Nach einer Beerdigung werden Bayonetta und ihr Begleiter von Engeln und seltsamen Vogelwesen angegriffen, die mittels Grabstein-Domino und ersten Prügelgrundlagen zu Matsch verarbeitet werden. Dazu dudelt fröhlich-quietschiger Japan-Pop aus den Lautsprecherboxen. Mit Y und B wird geschlagen und getreten, mit X wird mit den Pistolen geballert. Kombiniert ihr die Tasten, sind schon bald die wahnsinnigsten Angriffe möglich.
So metzelt sich Bayonetta durch die unterschiedlichsten Szenarien. Mal drescht ihr in einer verwinkelten Altstadt alles kurz und klein, mal durchforstet ihr riesige Kathedralen und Schlösser auf der Suche nach Hinweisen, was damals mit der Brillenschlange passiert ist. Ab und zu trefft ihr auf ein weiteres Weib, das ihr zu kennen glaubt. Irgendwie scheint das Schicksal der beiden Damen miteinander verbunden. weiter...
Beinharte Japan-Freaks und Freunde von Devil May Cry reiben sich vor Freude die Hände, alle anderen reiben sich die Augen. Euch erwartet unbarmherzig überladene Japan-Action im Giganto-Größenwahn-Stil.
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Kommentare
Erinnert mich an Devil may Cry.
Und genauso spielt es sich.
Fast zuviele zwischensequenzen, und das längste Outro aller Zeiten.
Trotzdem gut gelungen bei ca. 12h spielspaß (normal)
Ja gibt genug davon wie zb mich!
Ich mag's so übertrieben ich könnte bei Final Fantasy stundenlang irgendwelchen Bestia-angriff Videos zuschaun.
Oder Dragonball Z hach ich liebe Epilepsie im Fernsehen!
also ich steh au diese Art
haste schon einmal jemanden gefunden
Hoffentlich sieht man wenigstens irgendwann ihre Titten.
action chaos action
yo, da geht echt was auf'm bildschirm ab. aber ich stehe auf solche nippon-action-games. japan pur. die grafik sieht recht gut aus, gameplay ist action satt, aber scheint auch abwechslungsreich zu sein. mal die reviews abwarten, bestimmt bekommt es 80% - 85% bewertung.
mfg