26.10.2009 - Patrick Schröder
Eine düstere, verlassene Straße liegt vor uns, die trügerische Stille wird von einem Grunzen gestört. Lichtkegel beleuchten den Weg vor unseren Augen, als Sekundenbruchteile später ein schlurfender Zombie um die Ecke biegt. Geschwind richtigen wir den Pointer auf den Bildschirm und feuern dem unfreundlichen Gesellen eine Kugel zwischen die Ohren. Der Kopf fliegt weg, eine Blutfontäne ist die Folge.
Ungläubig fragen wir beim zuständigen PR-Vertreter nach, ob der Titel tatsächlich in dieser Form auch auf dem deutschen Markt erscheint. Die Antwort: ein kurzes „Ja". „Natürlich bekommt der Titel den roten Ab-18-Jahren-Stempel aufgedrückt", fährt der Capcom-Mitarbeiter fort. Insgesamt ist Resident Evil: The Darkside Chronicles in seiner Inszenierung brutaler als sein Vorgänger, Resident Evil: Umbrella Chronicles, und geizt nicht mit rotem Lebenssaft. Wenn wir etwa eine größere Zombiemeute außer Gefecht setzen, tropft das Blut am Bildschirm nur so runter. Dass die USK solche Gewaltszenen erlaubt, grenzt beinahe schon an ein Wunder.
Die Basis des Spiels wird nicht umgekrempelt. Nach wie vor verfolgt ihr das Spielgeschehen aus der Ich-Perspektive, bewegt euch wie auf Schienen vorwärts und spielt wahlweise alleine oder kooperativ mit einem Freund an einer Konsole - einen Online-Modus sucht man leider vergeblich. Solisten bekommen Rückendeckung von der CPU. Egal, in welches der drei spielbaren Szenarien ihr abtaucht, die beiden Protagonisten kleben stets wie Kletten aneinander, sind ein zusammengeschweißtes Team und gehen nur selten unterschiedliche Wege. Hin und wieder gibt es eine alternative Route. Prinzipiell scheint das Beenden eines Levels also simpel zu sein, schließlich muss man nichts weiter tun, als alle ins Bild stolpernden Zombies dieses Mal richtig und für immer ins Jenseits zu befördern. Teamwork steht hin und wieder auch auf dem Plan. Wird euer Partner von einem Zombie angefallen, müsst ihr den Untoten mit präzisen Schüssen außer Gefecht setzen.
Geschichtlich spinnt The Darkside Chronicles keinen gänzlich neuen Handlungsfaden, sondern greift das Konzept des Vorgängers Umbrella Chronicles auf. Diesmal spielt ihr Schlüsselszenen aus den indizierten Vorgängern nach. So bahnt ihr euch nicht nur mit Claire Redfield und Leon S. Kennedy euren Weg durchs zombieverseuchte Raccoon City, sondern erkundet auch mit Claire und Steve Burnside eine militärische Forschungseinrichtung.
Beide Ableger wurden seinerzeit indiziert, was im nun kommenden Wii-Titel keine Relevanz hat, da das Spiel, abgesehen von der Handlung, nur noch wenig mit den Originalen gemein hat. Natürlich spielt ihr nicht jeden Abschnitt der Vorlagen nach, sondern ballert euch lediglich durch die Schlüsselsequenzen der Haupthandlung. Hintergrundkenntnisse sind empfehlenswert, aber nicht Voraussetzung.
Hinzu kommen einige Szenarien in einem Südamerika-Setting. Diese gestalten sich besonders interessant, da hier Leon S. Kennedy sowie der aus Resident Evil 4 bekannte Krauser aufeinandertreffen und in einem von Untoten heimgesuchten Dorf Vorfälle rund um den T-Virus untersuchen sollen. Diese Ereignisse geschahen zeitlich vor Resident Evil 4. Da damals viele Fragen zu der Person Krauser offen blieben, erfahrt ihr endlich die Hintergründe um seine mysteriöse Persönlichkeit. Als einzige überlebt hat die Zombie-Attacke die junge Manuela, welche die beiden in ihrem zerrissenen, blutigen Kleid vorfinden. Welche Rolle das Mädchen genau spielen wird, ist noch nicht bekannt, aber sie wird zweifellos von Bedeutung sein. Insgesamt soll euch die Geschichte gut acht Stunden beschäftigen, wobei insgesamt 20 Kapitel auf euch warten. weiter...
Schon allein deswegen, weil deutsche Zocker endlich die Gelegenheit erhalten, die Handlung der indizierten Vorgänger zu erleben, sollte sich Resident Evil: The Darkside Chronicles kein Serienfan entgehen lassen.
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Kommentare
Höchst motivierend geschrieben Herr Schröder
Freu mich riesig aufs Spiel =)
Das dürfte das erste RE sein was ich spiele.
Der Koop-Modus würde mich dazu bewegen
Scheint ein Top-Spiel für echte RE-Fans zu werden. Dementsprechend groß ist hier der Andrang...