20.07.2005 - Michael Beer
'Ankh' sieht sich sehr stark in der Tradition' klassischer Lucas-Arts-Adventures. Aufbau und Setting des Spiels erinnern an 'Monkey Island', die Dialoge sind richtig fies und Hauptdarsteller Assil kann man eine gewisse Ähnlichkeit zu Guybrush Threepwood nicht absprechen. Schließlich scheint der junge Langfinger aus Kairo das Unglück ähnlich magisch anzuziehen wie sein großer Möchtegern-Piratenbruder! Aber der Reihe nach:
'Manche Tage sind einfach zum vergessen'. Davon kann auch Assil, der Sohn des größten Pyramidenbaumeisters von Kairo, ein Lied singen. Eigentlich wollte der junge Ägypter nur bei seinen Freunden mit einem rauschenden Fest im neuesten Bauwerk seines alten Herren Eindruck schinden. Doch, wie auch die meisten Single-Partys, auf denen Kollege Kwiecien sein Glück versucht, endet Assils Fete in einer Katastrophe: Nicht nur hat er die Grabstätte des unlängst verstorbenen Pharaos entweiht, nein, er wurde zudem von den Göttern mit einem Todesfluch belegt. Es ist nun an euch, Assil von seinem grausamen Schicksal zu befreien und den fürchterlichen Fluch abzuwenden.
Ein klassisches AdventureEuch erwarten klassische Adventure-Elemente, die in einer detailliert umgesetzten 3D-Welt präsentiert werden. Die Entwickler legen großen Wert auf eine möglichst lebendig wirkende Spielumgebung. Dutzende von Läden und Geschäften säumen die Straßen der antiken Großstadt, die örtliche Bevölkerung geht ihrem Alltagstrott nach und eine kühle Brise weht durch die Häuserschluchten Kairos. Jeder Non-Player-Charakter führt sein Eigenleben und wurde mit einer eigenen Synchronstimme versehen. Ein kleines Beispiel für die Detailverliebtheit der Entwickler: Belauscht ihr zwei NPCs, speisen sie euch nicht etwa immer mit den gleichen Wortfetzen ab, sondern führen ihrerseits ein rund fünfzehnminütiges Gespräch, in dem sie allerlei Themen erörtern, diskutieren und auch handfeste Streitereien austragen. Klasse! Überhaupt gibt es allerorts kleine Feinheiten und Überraschungen zu entdecken. Zwar konnten wir bisher nur einen Blick auf den Spielabschnitt werfen, der in Kairo stattfindet, Entwickler Deck 13 verspricht allerdings auch für die weiteren Levels einen ähnlich hohen Detailgrad. Insgesamt bereist ihr in 'Ankh' drei unterschiedliche Spielabschnitte. Ihr beginnt euer Abenteuer auf den Straßen Kairos, macht den Palast des Pharaos unsicher und schreitet schließlich im letzten Teil des Spiels in die Unterwelt hinab, um Osiris selbst entgegenzutreten.
Schwierigkeitsgrad und Rätseldichte steigen im Verlauf des Spiels kontinuierlich an. Der erste Abschnitt macht euch dabei zunächst einmal mit dem Spiel vertraut. Der Schwierigkeitsgrad wird hier bewusst niedrig gehalten und eine überschaubare Anzahl an Gegenständen macht euch mit der Rätselmechanik von 'Ankh' vertraut.
Frei nach dem Vorbild alter Lucas-Arts-Titel beschränken sich die Aufgaben primär auf 'Kombiniere Gegenstand A mit Gegenstand B'- und Gesprächsrätsel. In den unzähligen Dialogen mit den NPCs holt sich Assil zudem wichtige Tipps und Anregung für die Lösung seiner nicht immer ganz einfachen Aufgaben. Die Rätsel sind nämlich bisweilen richtig knackig und verfügen ihrerseits über zahlreiche Unteraufgaben
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