07.07.2009 - Hans Schneeweiss
In den ersten drei Teilen kämpfte Sam Fisher, Meister des Schleichens, Infiltrierens und lautlosen Tötens, im Auftrag der Third Election, später auch der NSA, gegen das Böse in der Welt. Nachdem am Anfang von Splinter Cell 4 seine Tochter bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben gekommen war, geriet der saubere Terroristen-Bekämpfer ein wenig aus dem Ruder. Und als die NSA ihn als Doppelagenten bei der Untergrundorganisation John Brown´s Army einschleuste, wusste man nicht mehr recht, auf welcher Seite er eigentlich steht. Denn man konnte selbst entscheiden, für welche Organisation er mehr Sympathien hegte.
Im Intro von Splinter Cell: Conviction sitzt er nun an einem Klavier. Die Stimmung ist düster, die Musik Moll-melancholisch. Auf dem Klavier liegt eine Desert Eagle. Statt seines schwarzen Hightech-Anzugs trägt er einen verschlissenen Pullover, eine abgetragene Hose und einen Dreitagebart. Und sieht damit grimmiger drein als Jürgen Prochnow am Ende von Das Boot. Keine Frage: Sam ist heruntergekommen und verzweifelt. Denn er hat erfahren, dass seine Tochter nicht, wie angenommen, bei einem Autounfall ums Leben kam, sondern ermordet wurde. Und als er herausfindet, dass auch sein ehemaliger Arbeitgeber damit zu tun hat, sinnt er auf Rache.
Eine versiffte Herrentoilette ist Schauplatz der ersten Handlung in der Präsentation. Zwei zwielichtige Kerle pinkeln. Bis plötzlich ein dritter zwischen den beiden gegen die Wand kracht. „Who killed my daughter?", schreit ihn Sam an. Die Filmsequenz ist damit schon zu Ende, alles Weitere erfordert die Bedienung des Controllers. Und weil der Kerl mit Auskünften nicht gerade spendabel ist, müssen wir ihn erst dazu überreden. Das kann folgendermaßen aussehen: Sam packt den Kerl am Genick und wirft ihn gegen das Pissoir, das dabei in Brüche geht. Sind Waschbecken, Klotür und Spiegel dann auch mit Blutspritzern übersät, erhält er die gewünschte Auskunft und auf dem Spiegel wird in schönen Lettern - wie in einem Film - Splinter Cell: Conviction eingeblendet.
Derartige Verhörszenen sind aber nur Zugabe, denn Schleichen und Klettern hat der neue Sam nicht verlernt. So finden wir ihn gleich darauf abends in einem Touristenviertel auf Malta. Das Missionsziel - er soll das Haus eines Waffenhändlers infiltrieren - wird dabei direkt auf das Haus selbst projiziert. Lähmende Missionsbesprechungen, die einen nur vom Spielen abhalten, gibt's nicht. Sams Erinnerungen werden auf ähnliche Weise eingeblendet. Indem Filme, die noch dazu aussehen, als wären sie einst mit einer Super-8-Kamera gedreht worden, etwa auf Hauswänden abgespult werden. Das sieht nicht nur verdammt cool aus, sondern erweist sich auch als probates Mittel, handlungserklärende Sequenzen zu umgehen und trotzdem alles mitgeliefert zu bekommen - ohne das Spiel selbst zu unterbrechen.
Aber zurück nach Malta. Wie wir in das Haus reinkommen, bleibt uns selbst überlassen. Die Wachen leise ausschalten, dann an der Fassade hochklettern und durchs Fenster einsteigen oder zur Vordertür, alle umlegen und ordentlich Krach machen? Denn Sam hat nun endlich auch im offenen Kampf eine Chance und muss sich vor Gegnern nicht verstecken. Wenn's hart auf hart kommt, wird geballert wie in einem Shooter. Leichen werden da auch einfach liegen gelassen. Die mühsame Pflicht, sie wegzuräumen, funktioniert in Conviction gar nicht mehr. Den Zivilisten, die hier scharenweise auf den Straßen herumlaufen, scheinen die Leichen auch egal zu sein. An deren KI dürfte aber wohl noch gearbeitet werden.
Allerdings ist von allzu viel Rambo-Manier abzuraten. Denn fürs Schleichen und lautlose Töten gibt's einfach zu schöne Gründe. So klettert Sam nun fast so geschmeidig und flink wie Altair in Assassin's Creed ganze Fassaden empor und springt blitzschnell von Fensterbank zu Fensterbank. Tritt der neue Sam in einen Schatten, verschärft sich seine Sicht, Gegner bleiben sichtbar, während ihr gänzlich unsichtbar werdet. So lässt sich aus dem sicheren Dunkel auch einfacher und besser agieren, den Bösewichtern auflauern und hinterrücks an die Gurgel springen.
Das rasante Tempo, das der neue Sam beim Erklimmen eines Gebäudes, beim Hangeln von Sims zu Sims oder beim Freischießen des Weges an den Tag legt, bringt mehr Action ins Spiel. Optisch sieht der Rachefeldzug auch sehr gelungen aus. Die Steine in den Fassaden haben keine einheitliche Verwitterungsoptik - jeder einzelne scheint individuell gestaltet. Licht und Schatten passen sich harmonisch jeder Bewegung an und in Sams Gesicht lassen sich beinahe die Barthaare zählen. weiter...
Der Agententhriller ist rasanter, brutaler, düsterer und erwachsener, der Rächer selbst skrupelloser, härter und auch lässiger als in allen Splinter-Cell-Teilen davor.
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Kommentare
danke
Ich kannte die früheren Splinter Cell Teile nur aus Demos. Aber den nächsten Teil will ich auf jeden Fall ganz durchspielen
Herbst 2009?
und is des a open world game ???
wann kommt das game denn raus oder is des scho draußen ?
wann kommt das game denn raus oder is des scho draußen ?
ma kann bestimmt das mit der automatischen zielerfassung ausschalten?!
ich hab nur double agent gezockt war aba schon ziemlich begeistert von dem spiel auch wenn des spielkonzept ziemlich viel geduld erfordert hat. das des jetzt grunderneuert wurde ist garantiert keine schlechte idee. wird ein hamma spiel bin ich mir sicha
Ich finde dieses Mark-Execute jetzt schon scheiße - ein eingebauter Aimbot, für die looser, die nicht richtig zielen können, aber trotzdem ein Erfolgserlebnis bracuhen... - Traurig, dass Ubisoft nur noch kohle machen will...
also ich fin splinter cell geil hab alle teile durch gezockt und hoffe das auch der neue teil knaller würd
Splinter Cell
Bisher gefliel mir keiner der Teile und ich hatte eigentlich alle(z.b. durch Grafikkartenbeigabe).Das Konzept war nicht so mein Ding aber das neueste SP klingt wirklich erfrischend neu.Allerdings sollte man auch darauf achten nicht zuviele Features zu kicken sonst könnte man alte Fans verlerien und das wäre doch schade....
Was mich vor allem an dem Titel interessiert (die Vorgänger habe ich höchstens mal angespielt), ist, dass man sich stark an einer filmischen Darstellung orientiert. Dadurch können enorm viel Athmosphäre und dramatische Momente geschaffen werden. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich einen sehr linearen Spielverlauf. Daher erhoffe ich mir sehr viel von der Story: Conviction steht oder fällt mit dieser.
Splinter Cell: Conviction
Dieser Teil der Serie könnte für mich einer der besten werden. Denn die Grafik erinnert mich stark an GTA IV. Und dass es diesmal mehr Action als Schleichanlagen geben wird find ich klasse.
Ich meine das ist wie in einem Filmserie. Eine Geschichte fängt an und dann wird es immer unterschiedlicher erzählt so auch hier in dem game. Es wird mehr Action geben und mehr pures Geballer.
Ich kann verstehen dass es manchen Fans stören wird aber diese eine Chance muss man haben dass Spiel so zu bekommen wie man es nicht gerade erwartet und glaubt zu kennnen.
Conviction,wie der Name schon sagt:" Überführung eines Verbrechens ". Wenn man wie im Fall Sam Fisher seine Tochter durch einen Mord verloren hat,so geht keiner durch Schleichpassagen,Infiltration usw. der Sache auf den Grund,sondern eben durch eine härtere Gangart.
Vielleicht achten die Entwickler ja auf ein Balancing,eine Abwechslung in der Serie ist es allenfalls.
Schade
Mich stimmt es traurig, dass Spieleserien wie SC der Masse zum Opfer fallen.
Versteht mich nicht falsch, die Ideen im Spiel sind sicher nicht schlecht, doch das haben wir doch alles schon in vielen anderen Spielen.
Bei SC habe ich mich immer auf da Stealth Element gefreut, was für Action - Veteranen vielleicht nicht so ansprechend war.
Deshalb find ich es schade, dass solche Spiele so geändert werden, nur damit mehr Leute darauf zurückgreifen.