25.08.2008 - David Stöckli
'Damnation' ist ein Third-Person-Shooter und in der Vergangenheit angesiedelt. Stoßt bei diesen Zeilen bitte keinen Fluch aus und klickt voreilig zum nächsten Bericht. Denn die Entwickler von Blue Omega haben keineswegs vor, einen geschichtsträchtigen Actiontitel im Stile eines 'Call of Duty' oder 'Medal of Honor' auf die Spieler loszulassen - nicht einmal der Zweite Weltkrieg kommt wirklich vor. Also ganz ruhig durchgeatmet und hiergeblieben! Das Szenario könnte nämlich gerade eines der Highlights von 'Damnation' werden - die Entwickler haben sich auf jeden Fall viel einfallen lassen und rühren mit der großen Kelle an. Die Welt von 'Damnation' ist um die Jahrhundertwende des 19. zum 20. Jahrhundert in den USA angesiedelt, allerdings in einem Fantasy-Universum.

Das bedeutet viele Freiheiten und einen teils exotischen Touch. Am besten lässt sich das Setting nämlich als eine Mischung aus Steampunk, den Romanwelten von Jules Verne und einem Wildwestszenario beschreiben. Eine äußerst gewagte Mischung, die bei mir nach dem ersten Anspielen zwar Interesse, aber noch etwas Skepsis hinterlässt. Nicht zuletzt auch deshalb, weil die Story nicht gerade originell ist: Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg liegen die USA im Chaos, der mächtige Industrielle Prescott nutzt die Gelegenheit, bringt die Nation in seine Hand und unterjocht das Land. Als Hamilton Rourke, seines Zeichens Kriegsveteran und Captain einer Friedenstruppe, macht man sich aufseiten der Rebellen auf, die Armeen, Söldner und Killer des Diktators zu bezwingen. Die Zwischensequenzen wirken dann auch noch etwas unmotivierend, vor allem weil die Entwickler unpassenderweise die Diktatorenseite im Stil alter Aufnahmen aus der Nazi-Zeit darstellen.
Auf den ersten Blick ist das Setting das einzig Originelle von 'Damnation'. Wie gehabt ballert ihr euch aus der Third-Person-Ansicht durch die Levels, in dem auf der GC 08 präsentierten Spielabschnitt konkret durch einen Canyon in eine Western-Industriestadt. Unser Held kann nicht nur zielgenau schießen, sondern ist überaus akrobatisch talentiert. Er hüpft meterweit, ist pfeilschnell, hangelt sich an Geländern entlang und springt und ballert selbst in solch einer unbequemen Lage, ohne mit der Wimper zu zucken auf die Feinde. Selbst im Stealth-Bereich ist der Captain zu Hause, schaltet er bei Bedarf die Feinde doch mit einer leisen Armbrust aus oder schlägt im Nahkampf zu. weiter...
’Damnation’ hat einiges Potenzial, die Präsentation auf der Games Convention hinterließ bei mir aber noch einige Fragezeichen.
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