11.01.2008 - Andreas Philipp
'Treasure Island' heißt das Spiel und der Name ist Programm, denn Radon Labs will sich in der Tat möglichst eng an die Story des Romans halten. So erlebt ihr die Abenteuer des jungen Jim Hawkins analog zur Geschichte im Buch, wobei euch sechs Kapitel erwarten. In Bristol sucht ihr euch eine Crew, hüpft an Bord der Hispanola, lernt Long John Silver, Trelawney und Israel Hands kennen und erlebt den Showdown auf der geheimnisvollen Schatzinsel.
Richtig akribisch haben sich die Entwickler aber nicht an die Originalstory gehalten, sondern das Ganze hier und da etwas modernisiert und ein paar neue Charaktere eingefügt, um die Geschichte zeitgemäßer zu gestalten. So bekommt Jim Hawkins unter anderem Gesellschaft von der hübschen Tochter von Squire Trelawney und lernt den Zockerkönig De Rocca kennen, die beide sehr ordentlich in die Geschichte eingewoben wurden und der ganzen Geschichte etwas Pfiff verpassen sowie die Gameplay-Möglichkeiten erweitern.
Bei 'Treasure Island' handelt es sich vom Gameplay her um ein klassisches Point&Click-Adventure, jedoch gibt es einen Unterschied zum Großteil der Konkurrenz. Und der liegt in der Engine des Spiels. Während ihr in den meisten Adventures 3D-Charaktere vor 2D-Hintergründen durch die Gegend scheucht, bietet 'Treasure Island' eine waschechte 3D-Engine. Selbige ist quasi ein Ableger der in 'Drakensang' verwendeten Technik. Das bietet, kurz gesagt, einen Vorteil: 'Treasure Island' ist quasi ein Adventure mit Rollenspieloptik.
Sowohl Charaktere als auch Hintergründe werden komplett in 3D dargestellt. Die Umgebungen sind daher nicht nur ungemein detailliert, sondern auch aufwändig animiert. Immer wieder entdeckt man bewegliche Objekte, oft sind sogar ganze Szenerien beweglich, wie zum Beispiel die Decks der Hispaniola, die auf den Wellen leicht schwankt. Beeindruckend ist auch die Fahrt durch einen Sturm, während der Gischt und Wellen über das Deck rauschen und im Hintergrund die Blitze mit Echtzeitbeleuchtung über den Himmel zucken. Zudem bietet 'Treasure Island' eine dynamische Kameraperspektive, sodass die Umgebungen nie statisch wirken.
Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Umgebungen viel lebendiger wirken, da immer wieder NPCs ihrem Tagewerk nachgehen, etwa Arbeiter, die im Hafen Waren transportieren. Zudem wird je nach gewähltem Detailgrad fleißig mit schicken Echtzeiteffekten bei Licht und Schatten gearbeitet. In niedrigeren Detailstufen werden allerdings auch hier Lightmaps verwendet, um die Performance auf schwächeren Rechnern im Rahmen zu halten. Die Animationen der Charaktere basieren zu einem erheblichen Teil auf Motion-Capturing, wodurch das Spiel insgesamt sehr lebensnah wirkt.
In Sachen Grafik wird die Konkurrenz auf die Planke geschickt und das Rätseldesign weiß zu gefallen.
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