11.10.2007 - Dennis Hartmann
Schon von weitem sind Motorenlärm, Musik und die grölende Menge zu hören. Reifen quietschen, V8er brüllen und der Kommentator heizt die Zuschauer zusätzlich an. Willkommen bei den Race-Days von 'Need for Speed: Pro Street', bei denen legale Straßenrennen in vier Disziplinen veranstaltet werden. In der Karriere beginnt ihr als Frischling Ryan Cooper, der sich mit jedem gewonnenen Wettbewerb einen besseren Namen macht. Das geht dann sogar so weit, dass der Mann hinterm Mikro ständig Ryan Cooper erwähnt, wie cool er ist und dass die Leute sich auf ein spannendes Rennen gefasst machen können.
Ein Gesicht wird dem Spieler nicht präsentiert, Ryan ist ständig mit aufgesetztem Helm zu sehen. Sinn und Zweck des Spiels ist es, der Reihe nach alle Rennkönige vom Thron zu stoßen, um am Ende ihre Durchlaucht, den Streetking, in seinem nagelneuen Mitsubishi Evolution zu bezwingen. Allerdings ist der Weg dahin steinig und lang. Wie in einem Baum verästeln sich die Veranstaltungen. Bei einigen Events winken sogar neue Fahrzeuge als Belohnung. Nebenbei stehen in den Verkaufshallen der Händler einige dutzend Wagen bereit, die erst noch hergerichtet werden müssen. Dazu aber später mehr.
Die RennmodiGrip-Rennen gehören zum Standard jedes Rennspiels. In Rennkursen gilt es, als Erster durchs Ziel zu fahren, die schnellste Runde zu drehen oder die höchste Punktzahl in Sektoren zu erreichen. Am Ende jedes Rennens entscheiden Platzierung, Schäden am Fahrzeug und wie weit die Richtzeit unterschritten wurde über die Gesamtpunktzahl. Drei weitere Rennmodi stehen zur Auswahl. Beim Driften kommt es darauf an, möglichst sauber und kontrolliert den Wagen durch die Kurven zu schleudern. Immer schön mit wedelndem Heck und eine dicke Rauchwolke hinterlassend, die, nebenbei gesagt, fantastisch aussieht. Besonders leicht ist diese Disziplin nicht. Man muss auf Winkel und Geschwindigkeit achten. Nicht zu viel Gas geben und nicht zu wenig. Dabei vielleicht ein bisschen mit der Handbremse spielen, um das Heck noch ein bisschen weiter herumkommen zu lassen. Wer auf der Strecke bleibt und besonders lange am Stücke driftet, bekommt wichtige Extrapunkte. Nach drei Läufen entscheidet die höchste Punktzahl über die Platzierung.
Starke Nerven werden bei der Speed-Challenge abverlangt. Wenn man mit weit über 300 Sachen über Autobahnen und weite Landstraßen donnert, dann sorgt schon ein kleiner Fehler dafür, dass die Karre abgeht und ein Totalschaden das Ende vom Lied darstellt. Sehr anfällig sind die schnellen Flitzer für Bodenkuppen und Hügel. Vor allem die Muscle-Cars sind bei Sprüngen schwer zu bändigen und heben besonders leicht ab, weil ihnen meist der nötige Abtrieb fehlt. Auffällig ist die im Vergleich zu anderen Rennspielen träge Steuerung. Die Lenkung spricht nicht so schnell und hektisch auf starke Eingaben per Analog-Stick an, was dem gesteigerten Realismus zugute kommt. Wer kann schon innerhalb von Millisekunden das Lenkrad komplett von links nach rechts drehen?
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