10.10.2006 - André Linken
Vor einigen Wochen konnten wir das Aufbauspiel aus dem Hause Related Designs bereits bei einer ausführlichen Präsentation beim Publisher Sunflowers unter die Lupe nehmen. Jetzt durften wir jedoch endlich selbst Hand anlegen: Kaum trudelte die Preview-Version bei uns in der Redaktion ein, haben wir uns in ein ruhiges Kämmerlein eingeschlossen und losgelegt. Anstatt euch an dieser Stelle zum wiederholten Male die Eindrücke zum allgemeinen Gameplay runterzubeten, konzentrieren wir uns auf die neuen Impressionen. Erstmals konnten wir einen ausführlichen Blick auf die insgesamt zehn Szenarien werfen, die abseits des Endlosspiels für Abwechslung sorgen sollen. Was heißt hier sollen? Sie tun es – und wie!
Schatzjäger und StädtebauerDie zehn Szenarien in 'Anno 1701' sind allesamt in sich abgeschlossene Geschichten, die euch vor unterschiedliche Herausforderungen stellen. Die ersten Aufgaben sind noch recht einfach zu meistern, lassen es jedoch ebenfalls nicht an Abwechslung und Ideenreichtum vermissen. Beispiele gefällig? Ein Passagierschiff ist in der Nähe einer kleinen Siedlung gegen eine Felswand gefahren und kommt aus eigener Kraft nicht mehr von dort weg. Der Kapitän bittet euch um Nahrung, damit die ausgehungerten Passagiere etwas zu beißen haben. Kein Problem, davon habt ihr genügend. Wenig später stellt der Kapitän die Anfrage nach etwas Stoff, um die Segel des Schiffes zu reparieren. Rasch eine Schaf-Farm samt Weberei gebaut und die benötigte Ware per Kahn zur Felswand geschippert. Nicht wirklich schwer der Auftrag, doch schon hier zeigt sich die große Stärke der Szenarien: ihr Charme. Jede Mission wird von einer netten Hintergrundgeschichte begleitet, die für eine liebevolle Atmosphäre sorgt. Da ist zum Beispiel der verzweifelte Statthalter Jorgensen, der den Besuch der Königin fürchtet, weil er sowohl ihr Schloss als auch die ihm anvertraute Siedlung heruntergewirtschaftet hat. Oder der gierige Händler, der euch auf die Jagd nach einem wertvollen Artefakt schickt. Lieber etwas Mystik gewünscht? Kein Problem. Das Abenteuer auf der Affeninsel inklusive Indianer und geheimnisvoller Rituale stillt dieses Bedürfnis.
Alle Szenarien haben zudem eines gemeinsam: Auf gewisse Art und Weise dienen sie dazu, um euch besser mit dem Spielgeschehen vertraut zu machen. Zumindest bei den ersten Aufträgen lernt ihr so manchen Kniff, der euch unter anderem im Endlosspiel hilfreich sein wird. Die späteren Szenarien setzen jedoch bereits ein umfangreiches Wissen über die Spielmechanik voraus und sind ziemlich schwer zu knacken. Plant für die letzten beiden Szenarien ruhig zwei bis drei Stunden ein. Die logische Konsequenz: Allein dieser Part von 'Anno 1701' zieht euch rund zehn bis zwölf Stunden in seinen Bann. Und da wären ja noch das Endlosspiel sowie der Multiplayer-Part.
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