25.10.2011 - Patrick Schröder
Im Spiel stehen drei Klassenarchetypen zur Wahl. Klare Sache, denkt ihr jetzt: Da muss es sich bei einem "Herr-der-Ringe"-Titel zwangsläufig um Aragorn, Gimli und Legolas handeln. Doch weit gefehlt. Im Falle von Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden geht es nicht mit dem bekannten Trio auf Schnetzeltour, stattdessen gibt sich eine andere Dreierkonstellation, bestehend aus einem Dúnedain-Waldläufer, einem Zwerg und einer Magierin, die Ehre.
Letztere ist die Lehrmeisterin aus Bruchtal, hört auf den Namen Andriel und ist eine waschechte Elbin. Sie wurde optisch nach dem Vorbild von Elronds Tochter Arwen gestaltet. Andriel liefert Frauen-Power, beschwört einen Schild, der die gesamte Party vor feindlichen Angriffen schützt sowie gleichzeitig die Energie ihrer Mitstreiter regeneriert, und heilt selbige auf Knopfdruck aus der Entfernung. Zwerg Farin ist dagegen der dicke Brocken an der Front. Er fungiert als Tank und kann ordentlich einstecken, aber mit Axt und Schwert auch gut Schaden anrichten. Der Waldläufer Eradan ist hingegen der geborene Fernkämpfer und verfügt über Bogen für den Fern- sowie ein Schwert für den Nahkampf.
Schon sehr früh im Spiel merkt man, dass das Trio ist nicht nur optisch, sondern auch in seiner kämpferischen Ausrichtung und Spielweise komplett verschieden ist. Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden erinnert zwar im ersten Moment an typische Schnetzler der Mittelerde-Saga, wird aber an vielen Ecken und Enden durch MMO-typische Merkmale abgerundet. Bestes Beispiel ist das RPG-typische Upgrade-System. Am unteren Bildschirmrand ist eine gelbe Leiste zu finden, die sich durch das Besiegen von Orks und Ogern füllt. Auch während der Kämpfe erinnert das Interface an das eines MMOs wie World of WarCraft. So ploppt ständig die Menge des angerichteten Schadens über den Köpfen der Gegner auf, während ihr sie bekämpft. Außerdem erhaltet ihr durch längere Kombos und kritische Treffer Erfahrungspunkteboni.
Diese Erfahrungspunkte füllen besagte gelbe Leiste am unteren Bildschirmrand. Ihr dürft dreimal raten, was passiert, wenn sie voll ist. Richtig, ihr steigt ein Level auf, wobei es sofort an das Verteilen der Fähigkeitenpunkte geht. Zunächst wertet ihr Standardattribute wie Stärke, Intelligenz und Lebensenergie auf, anschließend werden die passiven und aktiven Fähigkeiten in verzweigten Fertigkeitsbäumen verbessert. Während passive Attacken stets aktiviert sind und beispielsweise die Resistenz gegen Feuer- oder Eisangriffe erhöhen, sind die aktiven Fertigkeiten besonders interessant. So schaltet der Waldläufer auf Knopfdruck in den Unsichtbarkeitsmodus, um sich an Gegner heranzuschleichen, oder verbessert temporär seine Nahkampfangriffe, während der Zwerg einen gellenden Schrei loslässt, um die gesamte Party anzustacheln. Andriel bekommt eine Fähigkeit spendiert, die Gegner einfriert.
Der Handlung tut der Wechsel vom Süden in den Norden sichtlich gut, denn seien wir mal ehrlich: Ein weiteres Mal die mittlerweile ausgelutschten Ereignisse der Filme zu erleben, hätte wenig motiviert. Hier handelt es sich weder um die Erzählung einer Vorgeschichte noch um die eines Sequels, stattdessen greifen die Snowblind Studios die parallelen Ereignisse zu der "Herr-der-Ringe"-Trilogie im Norden Mittelerdes auf. Dort hat Saurons Diener Agandaûr eine zweite Front im Ringkrieg errichtet. Im Laufe der Handlung gibt es immer wieder Multiple-Choice-Dialoge, die aber laut den Entwicklern keine Auswirkungen auf die Geschichte haben. Nur ganz selten erfahrt ihr durch eine andere Antwort eine andere Einzelheit zur Handlung. Die Levels verlaufen übrigens stets schlauchartig und linear. weiter...
Die Snowblind Studios brechen das typische MMO-Prinzip auf den kleinsten gemeinsamen Nenner herunter und erschaffen so ein taktisches Spielerlebnis, das durch seine "Herr-der-Ringe"-Lizenz und viele schön anzusehende Orte in Mittelerde besonders atmosphärisch ausfällt.
Der Herr der Ringe: Der Krieg im Norden
04.08.2011
Veröffentlichungstermin enthüllt [1]
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06.07.2011
Collector's Edition in den USA enthüllt
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