Test

ArmA II: Operation Arrowhead

Nahezu Bug-freie Kriegserweiterung

  • PC

Mal wieder Krieg. Mal wieder Bohemia Interactive. Mal wieder ArmA II. Dieses Mal aber als allein lauffähiges Add-on und sogar - man höre und staune - ohne die berühmt-berüchtigte Bug-Plage, die sich im Hauptprogramm eingenistet hatte. Alle Zeichen also auf Grün für die Operation Arrowhead?

Wir sehen wahrlich nicht wie ein Oktopus aus, noch benötigen wir mehrere Stunden, um unser Futter aus einem Behälter zu fressen, doch wahrsagen können wir auch. Bereits in unserer Vorschau im April zu ArmA II: Operation Arrowhead prophezeiten wir, dass die allein lauffähige Erweiterung zur tschechischen Militärsimulation größtenteils ohne die bekannten Bugs auskommen wird. Nach dem Durchspielen der Verkaufsversion können wir die Entwarnung bestätigen.

Die Probleme, mit denen ArmA II noch zu kämpfen hatte, sind überwiegend verschwunden. Skriptaussetzer, die das Fortsetzen einer Mission verhindern, sind keine aufgetreten; lediglich zweimal ist das Programm beim Spielen abgestürzt. Mit manchmal nervigen Grafikfehlern oder gar teils nicht nachvollziehbaren Performance-Einbrüchen müssen Fans aber weiterhin klarkommen, genauso wie mit der teilweise wahrhaftig dümmlichen KI. Doch das ist ein ganz anderes Thema.

Takistan - Wüste

In Operation Arrowhead verschlägt es euch ins fiktive Takistan, das mit seinen kargen und hügeligen Landschaften an Pakistan oder den derzeitigen Brennpunkt Afghanistan erinnert. Grund für die Invasion der US-Streitkräfte ist Colonel Aziz, der die takistanischen Nachbarstaaten bedroht und unter Verdacht steht, an chemischen Waffen zu forschen.

ArmA II: Operation Arrowhead - Night Ops Trailer

In den insgesamt sechs Kampagnenmissionen schlüpft ihr dabei in die Rolle von vier unterschiedlichen US-Soldaten. Das aus dem Hauptprogramm bekannte Team Razor hat jedoch ausgedient. Das zerstört zwar die Bindung zu den Figuren, sorgt gleichzeitig aber für mehr Abwechslung, da ihr von Einsatz zu Einsatz zwischen den Divisionen herumspringt und dadurch einen erhöhten Zugriff auf das US-Arsenal bekommt. So erobert ihr mit den Special Forces feindliche Stellungen, nehmt an Airborne-Invasionen mit dem Fallschirm teil, leitet Panzerschlachten oder übernehmt gar die Kontrolle eines Kampfhubschraubers.

Sechs Missionen mögen auf den ersten Blick nach wenig klingen. Aufgrund des knackigen Schwierigkeitsgrades sowie des langatmigen Aufbaus seid ihr pro Einsatz aber jeweils gut über eine Stunde beschäftigt. Bohemia Interactive hat sich dabei die Kritik der Fans zu Herzen genommen und zufallsgenerierte Missionen der Marke „Erobere das halbe Land" komplett ausgemustert. Stattdessen überraschen die spannenden Einsätze nun mit Wendungen und optionalen Sekundärzielen, die sogar Auswirkungen auf den Verlauf der restlichen Mission haben. Helft ihr etwa der takistanischen Bürgerbewegung im Kampf gegen die von Colonel Aziz geleitete Armee, unterstützen diese euch im weiteren Missionsverlauf.

Dümmliche KI

Ein besonderes Augenmerk haben die Entwickler auf die Häuserkämpfe gelegt. Anders als noch im Hauptprogramm sind alle Häuser betretbar. Türen lassen sich sogar verschließen, was insbesondere im Mehrspielermodus für viele taktische Scharmützel sorgt. So spannend das Fortbewegen von Hauswand zu Hauswand auf dem Papier klingen mag: Es wirkt einfach lächerlich, wenn die Feind-KI uns mal wieder tief in die Augen schaut und auch nach zehn Sekunden noch nicht weiß, wer wir nun eigentlich sind.

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