Test - Aorus X7 V6 : Flaches Gaming-Notebook mit bockstarker Leistung

  • PC
Von Kommentieren

Gigabyte hat seiner Aorus-Reihe nach dem Release der GeForce-GTX-10-Karten ein Upgrade verpasst. Wen wundert es, sind die neuen GeForce-Chips gegenüber der vorherigen Generation doch eine kleine Revolution in Sachen Leistung, Platz- und Stromverbrauch. Das Aorus X7 V6 ist das High-End-Flagschiff der Reihe und punktet mit heftiger Werksübertaktung sowie bei dem von uns getesteten Modell mit einem 120-Hz-Display nebst QHD-Auflösung.

Für das Aorus X7 V6 muss man tief in die Tasche greifen. Die Preise beginnen je nach Ausstattung bei schlappen 2.999 Euro und können durchaus noch weitaus höher klettern. Wie üblich gibt es mehrere Varianten des Notebooks, wobei die X7-Modelle zumindest eine Gemeinsamkeit haben, nämlich einen saftigen Intel i7-6820hk Prozessor, der ab Werk auf flauschige 4 GHz getaktet ist. Somit ist schon mal klar, dass beim X7 keine kleinen Brötchen gebacken werden.

Natürlich gibt es eine Reihe weiterer Optionen, was den Arbeitsspeicher, das Display und die Grafikkarte angeht. Ein 4K-Display ist ebenso möglich wie schlappe 64 GB DDR4-2400 RAM oder eine GTX 1080. Damit gelangen wir dann allerdings so langsam in die Kategorie der Lottogewinner. Wir haben uns für unseren Test für ein Modell mit 16 GB, einer GTX 1070 und einem 17 Zoll QHD-Display mit 120 Hz entschieden. Gerade Letzteres ist eine interessante Option, denn so viele Notebooks mit einer derartigen Bildwiederholrate gibt es noch nicht.

Platzsparend verstaute Leistung

Beginnen wir mit den Äußerlichkeiten. Gigabyte ist recht stolz darauf, viel Leistung in ein kompaktes Gehäuse gepackt zu haben, und in der Tat, das X7 in seiner neuen Ausführung erscheint einem fast winzig gegenüber anderen Gaming-Notebooks. Gerade mal 3,2 kg bringt das Notebook auf die Waage und mit einer Höhe von lediglich 22,9 bis 25,4 mm ist es aktuell eins der flachsten High-End-Notebooks überhaupt. Auch die seitlichen Maße von 428 x 305 mm bei der 17-Zoll-Ausführung sind sehr moderat. Das X7 passt also notfalls auch mal in einen Rucksack und verursacht nicht gleich einen Bandscheibenschaden.

Die Verarbeitung wirkt edel. Das komplett aus Aluminium gefertigte Chassis strahlt Stabilität aus, die Display-Klappe wackelt nicht. Die relativ hohen Füße sorgen dafür, dass der Lufteinzug von unten nicht beeinträchtigt wird, oberhalb der Tastatur befindet sich zudem ein Mesh-Gitter für weitere Luftdurchflutung. Die Hitze wird durch Luftaustritte hinten und seitlich im hinteren Bereich rausgepustet. Im edlen Karton des Notebooks entdecken wir zudem zusätzliche Füße, mit denen man das Notebook zur bequemeren Handhabung leicht schräg stellen kann. Auch mal nett. Die Optik gefällt uns insgesamt gut, sie verzichtet auf den typisch verspielten Gaming-Look.

Display, Tastatur, Touchpad – alles neu

Der Refresh der Aorus-Notebooks hat dem X7 gegenüber seinen Vorgängern eine neue Tastatur eingebracht. Ein guter Schritt, denn das neue Keyboard überzeugt durch angenehm leisen, aber präzisen Anschlag und sauber spürbare Druckpunkte. Gigabyte hat dem X7 noch fünf Makrotasten nebst Profilwahlschalter links neben der normalen Tastatur spendiert. Zudem verfügt das Notebook über eine RGB-Einzeltastenbeleuchtung, falls einem der Anblick dann doch zu nüchtern ist.

Auch das Clickpad ist komplett neu. Zwar bevorzugen wir eigentlich eine Lösung mit Touchpad und gesonderten Tasten, aber die Qualität des Clickpads kann überzeugen. Vor allem geffalen uns die seidig glatte Oberfläche und die insgesamt guten Druckpunkte des Klickbereichs. Fürs Zocken sind Clickpads unserer Meinung nach zwar weniger geeignet, die meisten werden dafür aber ohnehin eine Maus verwenden.

Beim Display hat das X7 ebenfalls zugelegt, was auch nötig war. Es handelt sich bei unserem Modell um ein flinkes TN-Panel mit einer nativen Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln (QHD-Auflösung) und einer Bildwiederholrat von satten 120 Hz. Zusätzlich unterstützt das Display NVIDIA G-Sync, wodurch Tearing oder Display-seitige Bildruckler nicht auftreten. Das matte Display hinterlässt einen sehr guten Eindruck dank der höheren Leuchtintensität und der Blickwinkel, Kontraste und Farbdarstellung. Mit einer Reaktionszeit von 5 ms (GtG) ist es zum Zocken gut geeignet, es leistete sich beim Anspielen verschiedener Titel keine nennenswerten Schwächen. Ein echter Pluspunkt.

Was die Anschlüsse des Notebooks angeht, beschränkt sich Gigabyte auf das, was man erwarten kann und muss. An der rechten Seite befinden sich je 1x USB 3.0, HDMI, USB 3.1 Type-C, mini-DisplayPort und Card-Reader. Links sind LAN, USB 3.0, Audio und HDMI, an der Rückseite ist neben dem Stromanschluss ein weiterer USB-3.0-Port. Des Weiteren ist das X7 mit Bluetooth V4.1 sowie Killer LAN + WLAN bestückt. Ein DVD- oder Blu-Ray-Laufwerk ist übrigens nicht vorhanden, entsprechend werden Treiber-Software sowie etwaige Tools direkt auf einem USB-Stick mitgeliefert. Für Speicherplatz sorgen eine SSD (PCIe NVMe) mit 500 GB sowie eine 2,5-Zoll-HDD mit 1 TB. Insgesamt sind 3x M.2-SSD-Slots vorhanden.

Viel Power unter dem Deckel

Das Innenleben ist beeindruckend. Die Intel i7-6820kh-CPU kann auf 4 GHz übertaktet werden und liefert damit mächtig Power. Als Arbeitsspeicher sind 16 GB DDR4-2400 verbaut. Ihr könnt bis zu 64 GB ins Gehäuse stopfen, wenn euch das nicht reicht. Das Display wird von einer NVIDIA GeForce GTX 1070 mit 8 GB GDDR5-RAM befeuert und natürlich hat Gigabyte auch hier nicht an einer Übertaktung gespart. Der VRAM ist auf 2.027 statt 2.000 MHz getaktet und die GPU liefert 1.493 MHz (1.695 MHz Boost). Ein ordentliches Kraftpaket also, und das macht sich sogleich bei den Benchmarks bemerkbar.

Das Aorus X7 V6 konnte den bisher von uns getesteten Konkurrenten teils kräftig den Stinkefinger zeigen. Das ist auch gut so, denn bei dem spürbar höheren Preis müssen nicht nur Display und Verarbeitung, sondern natürlich auch die Leistung stimmen. In der von uns getesteten Konfiguration hat das Notebook jedenfalls keine Probleme, nahezu jedes aktuelle Spiel mit 60 Bildern pro Sekunde oder deutlich mehr in voller QHD-Auflösung und mit maximalen Details auf das Display zu zaubern. Ausnahmen wie Deus Ex: Human Revolution ab Ultra-Einstellungen und 2x MSAA bestätigen die Regel, was man aber nicht dem X7 vorwerfen kann.

Hier noch zur Ergänzung einige Framerates bei 2.560 x 1.440 Auflösung nebst maximalen Settings:

  • Dirt Rally – 93 fps
  • Batman Arkham Knights – 93 fps
  • The Witcher III – 59 fps
  • Rise of the Tomb Raider (DX12) – 72 fps
  • Far Cry Primal – 61 fps
  • Hitman (DX12) – 66 fps

Die starke Leistung in Verbindung mit dem schlanken Chassis hat natürlich ihren Preis, denn mit deutlich über 50 db unter Volllast ist das X7 wahrlich kein Leisetreter. Das ist bei dieser Bauweise allerdings kaum zu vermeiden. Auch andere Notebooks wie das HP Omen 17 haben Mühe, unter der magischen 50-db-Grenze zu bleiben. Die Kühlung ist insgesamt aber dennoch gut gelöst. Die GPU-Temperatur blieb selbst bei maximaler Auslastung unter 79 Grad, für ein Notebook dieser Abmessungen ein richtig guter Wert. Noch schöner ist aber, dass sich die Hotspots des Notebooks außerhalb des Tastaturbereichs befinden, nämlich darüber unter den Mesh-Gittern. Das ist bei längeren Zocksitzungen natürlich überaus angenehm.

Greift zu, wenn...

… ihr euch nicht scheut, viel Geld für ein kompaktes und leistungsstarkes Gaming-Notebook mit starkem Innenleben und prima Display auszugeben.

Spart es euch, wenn...

… ein hochpreisiges Notebook der High-End-Klasse für euch keine Option ist oder euch größere, dafür leisere Gehäuse lieber sind.

Fazit

Andreas Philipp - Portraitvon Andreas Philipp
Edel-Notebook mit feiner Ausstattung

Natürlich muss man schon ein Notebook-Liebhaber mit gut gefüllter Brieftasche sein, um sich einen Boliden wie das Aorus X7 zuzulegen. Für sein Geld bekommt man allerdings einiges geboten, denn Gigabyte hat bei der Ausstattung und der Verarbeitung nicht gespart. Dank der saftigen Werksübertaktung von CPU und GPU lässt das X7 günstigere Konkurrenten in Sachen Leistung hinter sich, auch wenn dies mit einer saftigen Lautstärke unter Volllast erkauft wird. Das ist bei den geringen Abmessungen und dem starken Innenleben aber kaum zu vermeiden. Dafür bekommt ihr einen Tastaturbereich, der sich nicht wie bei anderen Modellen unangenehm aufheizt.

Auch an der Ausstattung gibt es kaum etwas zu meckern. Vor allem das feine TN-Panel mit seiner QHD-Auflösung und satten 120 Hz gefiel uns gut und die gesamte Verarbeitung hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Das Aorus X7 V6 ist wahrlich nicht günstig, aber wer so viel Geld ausgeben kann und möchte, wird an der flachen Flunder eine Menge Freude haben.

Überblick

Pro

  • effektive Kühlung
  • Tastaturbereich erwärmt sich nur unwesentlich
  • sehr starke Leistung dank kräftiger Werksübertaktung
  • Clickpad und Tastatur mit guten Druckpunkten
  • sehr gutes Display mit hoher Bildwiederholrate auch bei QHD
  • angenehm leicht und flach

Contra

  • sehr laut (bedingt durch flache Bauweise)
  • einteiliges Clickpad statt Touchpad mit gesonderten Tasten (Geschmackssache)

Könnte dichinteressieren

Kommentarezum Artikel