Test

Animal Crossing: Let’s Go to the City

Mein Nachbar ist ein Waschbär

  • Wii

Keine Angst vor Flohhalsbänder: Nintendos tierische Alltags-Simulation Animal Crossing startet endlich auf Wii durch. Wir haben uns in die kindgerechte Daily-Soap zum Mitspielen gestürzt und überprüft, was sich seit der letzten Episode auf DS getan hat.

Das ganz normale Leben, so passiert das jetzt eben

So ein Spieleredakteur hat es gerade in der Vorweihnachtszeit nicht einfach: Nicht nur, dass sich der Bürotisch aufgrund der vielen Testmuster durchbiegt, sondern jeder noch so ferne Bekannte geht einem wie in jedem Jahr mit der Frage „Was ist denn das beste Spiel zurzeit?" auf die Nerven. Umso willkommener ist also Nintendos neuester Wii-Titel namens Animal Crossing: Let's Go to the City. Zwar ist das Spiel ein enormer Zeitfresser und will jeden Tag in die Wii eingelegt werden, aber im Grunde könnten wir aus Zeitersparnisgründen einfach das Review der Animal Crossing-Version auf DS oder GameCube kopieren.

OK, das ist nun etwas übertrieben gesagt, denn Let's Go to the City ist schon nicht bloß eine Eins-zu-Eins-Kopie der früheren Verkaufshits ... aber verdammt nahe dran. Beginnen wir mit den Grundinfos für alle Uneingeweihte: Animal Crossing ist auch auf Wii am ehesten als eine Alltags-Simulation zu bezeichnen, allerdings eine sehr kindgerechte, fröhliche und farbenfrohe Simulation. Euer Alter Ego im Spiel zieht in ein Dorf, in dem allerlei menschenähnliche Tiere wohnen.

Das Spielziel? Gibt es nicht. Stattdessen erlebt ihr im Alltag diverse kleine Geschichtchen, geht verschiedenen (eher unspektakulären) Tätigkeiten nach, geht shoppen, kümmert euch um die Inneneinrichtung eures Heims, schlagt euch mit den kleinen und grossen Sorgen eures Bekanntenkreis rum und freut euch auf Feste, Feiertage und ähnliches, die etwas Abwechslung ins Leben bringen. Die grossen Karriere-Leitern bleiben euch hingegen verborgen, genauso wie eine heisse Romanze oder gar das Gründen einer Familie.

Und täglich grüßt der Waschbär

Anhand einiger Fragen („'Norbert' ist aber ein ganz schön weiblicher Name, nicht wahr? Waaas!? Du bist ein Junge? Oh, das ist mir jetzt peinlich!") mit einer Nager-Bekanntschaft im Bus wird eure Figur erstellt, die wie ein Hartz-IV-Empfänger mit leeren Taschen in eine neue Gegend zieht. Genau wie in den Vorgängern kauft ihr auf Pump ein kleines Haus und müsst einige Wochen eure Schulden beim Händler Nook abarbeiten. Der Waschbär stellt euch als Handlager ein, und verkauft euch zugleich die ersten hilfreichen Gegenstände. Ihr sammelt Äpfel, mit Spritzkanne in der Hand pflanzt ihr Blumen oder ihr geht mit eurer neue Angel Fische fangen.

Bald lernt ihr die anderen tierischen Bewohner des Dorfes kennen. Genau wie schon das Layout des Dorfs werden eure Nachbarn per Zufallsprinzip ausgewählt - jeder Spieler hat also etwas andere Bekanntschaften in einer anderen Gegend. Auf Knopfdruck haltet ihr mit den tierischen Gesellen einen Schwatz. Die Dialoge sind nicht nur grösstenteils vielfältig, sondern grösstenteils humorvoll geschrieben. Einmal mehr muss man der Lokalisierungsabteilung von Nintendo ein dickes Lob aussprechen. Darüber hinaus passt sich die kleine Welt des Spiels den Wetterdaten eurer Region, dem tatsächlichen Tag- und Nachtwechsel sowie dem Datum an - zu Feiertagen dürft ihr also mit passenden Events im Spiel rechnen.

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