Test - Alice: Madness Returns : Zwischen Genie und Trübsinn

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Gute Mädchen kommen in den Himmel, psychisch labile Mädchen ins schaurig-schöne Wunderland. Dessen Fängen war die junge Alice Liddell 2000 in American McGee's Alice schon mal entschlüpft. Aber der ehemalige id-Kreativkopf McGee lässt das Mädchen nicht in Frieden, der Wahnsinn durchströmt zehn Jahre später abermals den Körper der zierlichen Britin.

Als im Erstling ihre Eltern bei einem Feuer ums Leben kamen, musste Alice schwer traumatisiert ins Rutledge Asylum eingeliefert werden - und konnte ihre tiefen Depressionen und inneren Dämonen nur im Wunderland besiegen. Dachtet ihr. Nach der Entlassung aus der Anstalt und der Verlegung ins Houndsditch Home, einem „Rettungshaus für verwahrloste Kinder" im viktorianischen London, wird alles nur noch schlimmer. Bei einer Hypnosesitzung mit Dr. Bumby offenbaren sich die noch immer vorhandenen wahnwitzigen Gedankengänge des Mädchens, als bei einer gemütlichen Bootsfahrt in ihrer Fantasie ein Kaninchenkopf explodiert und aus dem Wasser Kindshände nach ihr fassen.

Komm mit mir ins Abenteuerland

Da hilft nur eines: Ab ins Wunderland! Derart übertrieben wie in den Videosequenzen im Scherenschnitt-Diorama-Stil ist die Gewaltdarstellung im Spiel dann aber nicht, weder in der heruntergekommenen, atmosphärisch erdrückenden britischen Hauptstadt der Realität noch in dem obskuren Wunderland in Alices Fantasie.

Viel außergewöhnlicher ist dann schon das wundervolle Art-Design. Die Abschnitte, die euch linear und geradlinig durch die Handlung schleifen, sind teils mit so viel Liebe zum Detail und so viel Kreativität entworfen, dass ihr massig Zeit mit dem Erkunden und Entdecken der Umgebung verbringt. Das wird zwar nicht gerade fürstlich belohnt, füttert die Geschichte von Alice aber mit Erinnerungsstücken aus ihrer Vergangenheit.

Alice: Madness Returns - Staaart! Die ersten 10 Minuten
Wir haben für euch die ersten zehn Minuten der 360-Version von Alice: Madness Returns.

Ärgerlich, dass bei dieser oft so faszinierenden Welt die Technik komplett auf der Strecke geblieben ist. Zwar vertrauen die Spicy Horse Games auf die altbewährte Unreal-Engine, es bewahrheitet sich aber, was sich schon in unserer Vorschau angedeutet hat: Auf der Konsole hat das Spiel mit größtenteils hässlichen, matschigen Texturen zu kämpfen, die auch nicht viel besser werden, wenn sie nach mehreren Sekunden vollständig geladen wurden.

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