Test - Alan Wake : Licht am PC

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Bright Falls, das Horrorparadies

Aber warum schafft es Alan Wake, so eine Angst und ständiges Herzrasen zu verursachen? Es ist einfach die Mischung aus der mysteriösen Handlung, den Kämpfen gegen die gruseligen Schattengestalten und den nach dem Handbuch der gruseligsten Orte designten Schauplätzen. Als wären dunkle, neblige Wälder mit gespenstischen Wesen nicht schon genug, dürft ihr verlassene Holzhütten, lange aufgegebene Minen oder das schicke, aber dunkle Haus am See auskundschaften. Wenn eure Taschenlampe über all die Gegenstände leuchtet und überall Schatten tanzen, spielt Alan Wake mit den typischen Ängsten der Menschen.

Mit viel Liebe zum Detail haben die Entwickler ein wahres Horrorparadies erschaffen, wo Gruselbedürftige voll und ganz auf ihre Kosten kommen. Wenn euch das alles nicht bereits den Rest gegeben hat, wird das die bedrohliche Sound-Kulisse erledigen. Remedy muss das Horrorgenre studiert haben und hat sich die besten Elemente herausgepickt, um uns in den perfekten Angstzustand zu versetzen: Raschelt es etwas dort im Unterholz? Wer hat da grade geschrien? Oh mein Gott, wer verfolgt mich da, ich höre doch Schritte! Die Musikstücke, unter anderem von Roy Orbison oder Nick Cave, sind genauso gut gewählt und passen wie die Faust aufs Auge!

Grafisch wurde ordentlich an der PC-Version geschraubt, ihr könnt sogar alle HUD-Elemente ausblenden, um so ein kinoreifes Erlebnis zu erhalten. Was aber im Vergleich zur X360-Fassung sofort auffällt, sind die eindeutig verbesserten Lichteffekte. Diese heben sich ein wenig vom Rest der Szenerie ab, da sie wirklich fantastisch aussehen! Wer eine Leuchtpistole abfeuert, die in Zeitlupe drei Gegner ausschaltet, wird sehen, wie aufwendig die Effekte sind.

Doch Alan Wake hat bereits fast zwei Jahre auf dem Buckel. Das mag man zwar den atemberaubenden Lichtquellen nicht ansehen, aber der Mimik der Charaktere und einigen arg matschigen Texturen leider schon. Auch die Animationen der Personen fallen durch steife Bewegungen auf. Wir konnten beim Testen auch des Öfteren sehr unschönes Flimmern der Bäume und der Umgebung feststellen, das bei einem bestimmten Winkel der Kamera auftreten kann. Alles in allem jedoch macht der Titel auf dem PC eine bessere Figur als auf der Xbox 360.

Fazit

Marek Orzechowski - Portraitvon Marek Orzechowski
Als ich die Kamerafahrt, die durch die Täler und an den Bergen vorbei zum Städtchen Bright Falls führte, in einer Zwischensequenz sah, erinnerte ich mich an die alten Technikdemos von Alan Wake zu der Zeit, als der Titel noch für den PC geplant war. Mensch, was war ich gespannt auf das Spiel und wie enttäuscht war ich, als ich erfuhr, dass die PC-Version gestrichen wurde. Jetzt diese besagte Version zu spielen, ist eine wunderbare Erfahrung! Wer bei der X360-Version noch nicht zugeschlagen hat, der sollte sich nun unbedingt Alan Wake für den PC zulegen! So eine spannende und professionell inszenierte Geschichte durfte ich schon lange nicht mehr erleben. Es macht einen Heidenspaß, der Handlung zu folgen, dem Sprecher zu lauschen, während er die Geschichten aus dem Manuskript vorliest, und zu sehen, wie Schattengestalten durch einen Schuss der Leuchtpistole in einer erstaunlichen Lichtexplosion in alle Richtungen fliegen! Die Horrorelemente, die subtil, aber auch drastisch eingesetzt werden, um euch von eurem Stuhl aufspringen zu lassen, sind der Traum eines jeden Horror-Fans. Dabei muss sich Alan Wake keiner überzogenen Gewaltdarstellung bedienen, um das Herz rasen zu lassen oder euch dazu zu bringen, die Maus vor Angst vollzuschwitzen. Durch die Verwundbarkeit des Helden und die konventionellen Waffen kommt Survival-Stimmung vom Allerfeinsten auf, wenn ihr, nach Munition oder Batterien suchend, in einem finsteren Wald von dunklen Schatten umschlichen werdet. Erfrischende Horrorunterhaltung, die es Gott sei Dank endlich auch auf den PC geschafft hat! Ein Pflichtkauf für jeden, der auf intelligent geschriebene Geschichten steht und sich endlich mal wieder so richtig gruseln möchte!

Überblick

Pro

  • unglaublich dichte Atmosphäre
  • bombastischer Sound mit Gänsehautfaktor
  • Hommage an die Horrorklassiker vergangener Zeit
  • zusätzliche Inhalte in der PC-Version inbegriffen.
  • interessante Charaktere
  • fesselnde und spannend inszenierte Handlung
  • fair gesetzte Kontrollpunkte
  • wundervolles Zusammenspiel von Licht- und Schatteneffekten
  • erstklassiger, subtiler Horror, der ohne übermäßige Gewaltdarstellung auskommt

Contra

  • teils unschönes Flimmern von Objekten und Bäumen
  • Maus- und Tastatursteuerung bedarf einer Aufwärmphase.
  • Animationen wirken manchmal steif.

Wertung

  • PC
    86
    %

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