Preview - Airheart : Spaßiger Höhenflug

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Normalerweise werden Fische in Gewässern gefangen. In Airheart müsst ihr euch hinter den Steuerknüppel eines Flugzeugs klemmen statt hinter das Steuerrad eines Kutters. Das Schweizer Studio Blindflug hat aus der Angelei einen Rogue-like-Action-Titel gezaubert, in dem nicht nur ihr hinter den wertvollen Flugfischen her seid. Wir haben die Angel ausgeworfen und auf die ersten Fänge gewartet.

Amelia lebt in einer Welt, in der das Fischen nicht einfach ein Hobby ist. Es ist ein riskanter und umkämpfter Job. Außer ihr ziehen nämlich auch Luftpiraten und Sicherheitsdrohnen ihre Bahnen zwischen den fliegenden Inseln, dem Lebensraum der Fische. Amelia ist es allerdings nicht genug, mit ihrem Beruf ein paar lausige Kröten zu verdienen. Sie strebt nach ewigem Ruhm und Reichtum. Um das zu erreichen, ist nicht weniger notwendig, als bis in die höchsten Sphären zu fliegen und dort den legendären Himmelswal zu fangen. Das ist die Kernhandlung von Airheart.

Der Schweizer Titel hat es nach nur 24 Stunden seiner Steam-Greenlight-Kampagne geschafft, grünes Licht zu bekommen. Bald geht der Titel in die Early-Access-Phase. Schon vorab hat uns das Studio Blindflug einen Besuch abgestattet, damit wir selbst fischen können. Airheart wird wie ein Twin-Stick-Shooter gespielt. Mit dem linken Analog-Stick manövriert ihr euer Flugzeug, mit dem rechten richtet ihr das Geschütz aus, um Luftpiraten aufs Korn zu nehmen. Wie es Spiele mit solcher einer Steuerung an sich haben, ist die erste Bruchlandung nicht weit, da beide Hirnhälften gefragt sind.

Über den Wolken

Bevor ihr aber überhaupt abheben könnt, müsst ihr euer Flugzeug zusammenstellen. Die Anpassung eures Luftgefährts ist ein zentrales Element von Airheart. Euer Flugzeug setzt sich aus einem Chassis, einem Motor, Flügeln und Waffen zusammen. Zu Beginn steht euch nur ein simples Anfängermodell zur Verfügung. Später könnt den kleinen Flieger mit neuen Teilen aufrüsten, die ihr von Weltraumpiraten ergattert oder mit entsprechend viel Credits eingekauft habt. Dann könnt ihr zum Beispiel Motoren für einen Stillstand in der Luft oder ein robustes Chassis gegen Schäden aus Karambolagen einbauen. Insgesamt wird es mehrere Hundert Kombinationsmöglichkeiten geben.

Eure Wahl wirkt sich nicht nur auf eure persönlichen Flugvorlieben aus. Da hoch oben, wo die Luft immer dünner wird und schwerer gepanzerte und bewaffnete Luftschiffe euren Weg kreuzen, seid ihr gezwungen, so viele Streifzüge wie möglich in den Himmel zu unternehmen, um mit euren Widersachern Schritt halten und noch höher aufsteigen zu können. Logischerweise sind besonders starke Teile für das Flugzeug entsprechend kostspielig oder rar. Das System motivierte schon in der kurzen Zeit, in der wir uns mit ihm beschäftigen konnten.

Wie wird denn nun geflogen?

Entspricht das Flugzeug euren Wüschen, geht es von der Basis, einer großen fliegenden Insel, direkt per Senkrechtstart zur ersten Ebene. Der Himmel von Airheart ist ähnlich einem auf dem Kopf stehenden Kegel aufgebaut. Die unteren Areale sind recht klein. Dort müsst ihr nur mit wenigen Luftpiraten rechnen. Allerdings leben in dem Bereich auch keine besonders seltenen Fische. Die sammelt ihr einfach ein, indem ihr über sie hinwegfliegt. Je nach Zusammensetzung des Fliegers ändert sich das Flugverhalten teilweise dramatisch. Manche Teile lassen euch schneller fliegen, andere vergrößern den Wendekreis immens.

Airheart - Reveal Teaser Trailer
Mit Airheart wurde ein neues Arcade-Actionspiel für den heimischen PC angekündigt.

Über den Wolken ist die Freiheit dennoch nicht grenzenlos. Die Areale werden zwar größer, bleiben aber trotzdem sehr überschaubar. Aufsteigen könnt ihr an bestimmten Stellen mit Ventilatoren, die nur aktiv sind, wenn alle Gegner in der näheren Umgebung abgeschossen wurden. Weiter oben warten immer größere Schlachtschiffe auf euch, deren Panzerung kaum Angriffspunkte bietet. Hier hilft ein Enterhaken, mit dem ihr Schildteile abreißt, um die darunterliegenden Tanks zu zerstören. Auf jeder neuen Ebene ist mehr Taktik vonnöten, um gegen die mächtigen Gegner zu bestehen.

Was hochkommt, muss auch wieder runter

Habt ihr genügend Teile und Fische gesammelt oder gehen euch die Lebenspunkte aus, solltet ihr schnell zum Sinkflug ansetzen. Dabei wird ein etwas fummeliger Modus aktiviert, in dem ihr in einem Ring den unter euch liegenden Inseln ausweichen müsst. Hier konnten wir noch einige Bugs und fehlende Animationen entdecken. Aber Airheart geht ja erst noch in die Early-Access-Phase. Werdet ihr abgeschossen und findet keines der seltenen Heilpakete, stürzt ihr unkontrolliert Richtung Boden. Wenn ihr Glück habt, landet ihr im Radius der Startinsel und könnt eure Beute behalten. Allerdings ist die Kontrolle über das zerstörte Flugzeug so gering, dass die Chancen dafür extrem schlecht stehen.

Fazit

Mathias Windhager - Portraitvon Mathias Windhager
Kleinere Turbulenzen

Airheart ist ein kurzweiliger Spaß, der dank des Flugzeug-Customizings immer wieder dazu einladen könnte, Neues auszuprobieren, um noch höher in den Himmel zu steigen. Auch ohne Punktesystem hat sich der Senkrechtflug für mich wie eine Rekordjagd angefühlt. Das Suchtpotenzial, das in Airheart steckt, kann ich zum aktuellen Zeitpunkt nur erahnen. Nun warten die Entwickler auf das Feedback der Spieler, um Ideen für weitere Inhalte zu sammeln. Beispielsweise wird schon über einen Multiplayer-Modus in Form eines Wettrennens diskutiert.

Etwas ins Trudeln geriet der Titel vor allem während des schwierigen Landeprozesses. Zeit zur Perfektionierung bleibt den Blindflug Studios ja noch. Die Stärke von Airheart könnte später darin begründet sein, dass es perfekt zwischendurch gespielt werden kann: ein kurzer Abstecher gen Himmel, um neue Teile zu farmen, und wieder zurück.

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