Test - 1917: Der Aufstand : Für Hardcore-Strategen

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Über ein halbes Jahr hat es gedauert, ehe der neueste Streich aus dem Hause SEP REDS seinen Weg in deutsche Gefilde gefunden hat. 1917: Der Aufstand heißt das gute Stück. Thematisch behandelt es die Oktober-Revolution, die im Zeitraum von 1917 bis 1923 den gesamten russischen Staat umgekrempelt hat. Während sich die restliche Welt in einem Weltkrieg gegenseitig an die Gurgel geht, fechten russische, finnische und viele andere Nationen um die Vorherrschaft über die Gebiete des heutigen Russlands. Warum das Ganze innerhalb des Spiels völlig unblutig über die Bühne geht, erfahrt ihr in unserem Test.

Das Strategiespiel zeigt direkt zu Beginn, aus welchem Holz es geschnitzt ist: Es tönt lautstark ein auf russisch gesungenes Lied aus den Lautsprechern. Dabei werden euch im Hauptmenü verschiedene Auswahlmöglichkeiten zu Verfügung gestellt. Schnell merkt man, dass dieses Spiel nicht für kurze Gefechte zwischendurch entwickelt wurde. Insgesamt dauert es über eine gute Stunde, ehe man sich durch die drei verschiedenen Tutorials gelesen und geklickt hat. Selbst dann ist man nur ansatzweise dazu in der Lage, einen der Realität nachempfundenen Feldzug spielen zu können.

Stets wird auf die Verwendung des Handbuches hingewiesen. Stellenweise ist es sogar unabdingbar, dieses parat zu haben, da innerhalb des Tutorials leider nicht alle Aspekte des Spiels behandelt werden. Dort lernt ihr, wie ihr eure Truppen auf der Karte hin- und herbewegt sowie verschiedene Einheiten zu einer Brigade oder einer Armee zusammenfasst. Trotzdem wird auf bestimmte Themen nicht eingegangen. Hierzu muss man selbst im Handbuch nachschlagen, was absolut nervig ist.

Realismus pur!

Eines muss man dem Spiel aber auf jeden Fall lassen: Es besitzt eindeutigen Bezug zur Realität und ist auch an sich sehr realistisch gehalten. Zwar bietet 1917: Der Aufstand keinen Geschichtsmodus an, doch könnt ihr euch zwischen verschiedenen Szenarien und Feldzügen entscheiden. Diese wurden komplett aus den Geschichtsbüchern entnommen und versetzen euch in die Rolle einer kämpfenden Nation. Als Besonderheit könnt ihr euer Können aber auch auf der gegnerischen Seite beweisen.

Zum Beispiel stehen sich in dem Szenario „Eismarsch“ Armeen aus verschiedenen Ländern gegenüber. Vor dem Beginn des Feldzuges entscheidet ihr euch, ob ihr lieber auf der Seite der Weißen Armee in den Krieg zieht oder ob ihr euch doch auf die Seite der Roten Armee schlagt. Habt ihr euch für die Weiße Armee entschieden, müsst ihr zunächst verhindern, von den feindlichen Streitkräften überrannt zu werden. Nach einer gewissen Zeit kommt die Aufgabe hinzu, bis zum Ende des Szenarios gewisse Landstriche in eure Gewalt zu bringen. Aufseiten der Roten Armee müsst ihr sämtliche Gebiete befreien, die von der feindlichen Armee besetzten wurden. Trotzdem müssen auch hier bis zum Ende des Feldzuges gewisse Sektoren eingenommen und gegen feindliche Angriffe verteidigt werden.

Während der unterschiedlichen Soldatenmanöver werden euch verschiedene historische Figuren zu Verfügung gestellt. So könnt ihr aufseiten der Weißen Armee einem General namens Alexei Maximowitsch Kaledin den Befehl über verschiedene Truppen geben. Aber auch die Rote Armee verfügt über aus der Geschichte bekannte Generäle und Offiziere.

INFOS

A. M. Kaledin war tatsächlich General der Kavallerie und diente in der Zarenarmee. Im Verlauf der Russischen Revolution befehligte er verschiedene Verbände der Kosaken, die einen Aufstand gegen die Bolschewiki anzettelten. Da dieser jedoch nicht von Erfolg gekrönt war und bereits nach kurzer Zeit zerschlagen wurde, beging Kaledin am 29. Januar 1918 Selbstmord.

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